Virales Marketing mit YouTube (Teil II)

Veröffentlicht am 24. November 2011 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Infografik: Wie effektiv ist Social Media Marketing?Dass "virales Marketing" als Thema nicht wirklich neu ist, haben Sie bereits im ersten Teil des Artikels erfahren. Dank des Web 2.0 haben Unternehmer nun aber neue Möglichkeiten, um effektives "virales Marketing" zu betreiben. Vor allem Videoclips auf YouTube eignen sich hierfür. Lesen Sie nun mehr dazu, was eine Werbebotschaft auf YouTube überhaupt bewirken soll und wie man ein virales Video herstellt.

Was soll die virale Werbebotschaft auf YouTube bewirken?

Wer mit YouTube virale Werbung betreiben will, sollte sich zunächst die Frage stellen, ob er mit seiner Botschaft lediglich seinen Namen oder sein Logo bzw. seine Corporate Identity bekannt machen will oder ob er eine tatsächliche Aktion erwartet, in der Regel den Besuch einer Website. Der erste Fall ist dabei der einfachere: Wer das Video gesehen hat, kennt die Botschaft. Der zweite Fall ist schwieriger, denn in YouTube-Videos kann man zwar Links einbauen, aber nur solche, die zu Adressen innerhalb von YouTube führen.

Links, die man innerhalb von YouTube-Videos verbreitet, muss der potenzielle Website-Besucher also abtippen. Das ist ein Problem, denn wie bereits erwähnt, sollte man der Faulheit des Kunden so weit wie möglich entgegenkommen. Der einzige Ausweg ist hier, einen Link in der Beschreibung des Videos zu platzieren, denn dort sind Links zu beliebigen Websites möglich. Dann muss jedoch im Video selbst der Betrachter dazu motiviert werden, auf diesen Link zu klicken, etwa mit einem Mehrwert, der auf der Website vorhanden ist. Oder man unterhält den Nutzer mit dem Video nicht nur, sondern interessiert ihn bereits so stark für das Produkt, dass er von sich aus mehr Informationen möchte und gerne die Website besucht.

Eine Alternative besteht darin, sein Video auf der eigenen Website einzubinden, jedoch nutzt man dann lediglich die Technik von YouTube, nicht jedoch den Bekanntheitsgrad. Wenn man mehrere Clips zur Verfügung hat, kann man natürlich all diese auf YouTube einstellen und gleichzeitig auf der eigenen Website einbinden, wobei dann bei jedem dieser Clips darauf hinzuweisen ist, dass es „mehr davon“ unter dem Link in der Beschreibung gibt.

Virales Marketing und Promotion

Allerdings: Ein schlimmer Fehler wäre es, zu glauben, virale Botschaften würden sich vollständig von alleine verbreiten. Sie müssen gut platziert werden, damit sie zu den Leuten gelangen, die diese dann letztlich für die Verbreitung sorgen. Wie man das macht, ist wiederum nicht zuletzt eine Frage des Budgets: Ist das groß genug, kann man die viralen Inhalte natürlich mit der ganzen Palette der „konventionellen“ Werbekanäle flankieren.

Doch für die Verbreitung, auch „Seeding“ genannt, bietet gerade das Web 2.0 eine Menge Möglichkeiten, die man ohne großes Budget nutzen kann: Eine gewisse „Grundverbreitung“, auf der dann der virale Effekt aufbaut, erreicht man, indem man Social-Media-Netzwerke wie Twitter oder Facebook einsetzt. Möglichkeiten zur Synchronisation von Twitter- oder Facebook-Posts bieten etwa kostenlose Anbieter wie amplify.com. Hiermit lassen sich nicht nur Posts auf mehreren Plattformen gleichzeitig verbreiten, sondern auch Veröffentlichungstermine im Voraus festlegen, sodass sich virale Kampagnen punktgenau steuern lassen. Ebenfalls als Multiplikatoren eignen sich Blogger, denn Blogbeiträge nehmen Leser eher als „Empfehlung unter Freunden“ wahr, als das bei Publikationen in anderen Medien der Fall ist.

Wie macht man ein virales Video?

All dies ist jedoch nur möglich, wenn einem auch der entsprechende Content für die virale Marketingkampagne zur Verfügung steht. Eine entscheidende Frage ist also: Wie macht man etwa ein Video, das jeder sehen will? Zunächst die schlechte Nachricht: Es gibt kein Patentrezept! Ob ein Clip erfolgreich ist, ist auch immer eine Frage des glücklichen Händchens. Die Top-Hits bei YouTube sind keineswegs immer professionelle Clips. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sich die Leute auf YouTube gerne ansehen, sollte man sich auf jeden Fall mit der aktuellen Hitliste der Videos befassen und auch damit, mit welchen Begriffen nach YouTube-Videos gesucht wird. Auf keinen Fall sollte man jedoch versuchen, einen oft angesehenen Clip zu kopieren, denn ein Hingucker, der schon einmal da war, ist keiner mehr.

Spots, die sich viral verbreiten und Kult werden, können ganz verschiedene Stilmittel verwenden, etwa schwarzen Humor wie bei „Staplerfahrer Klaus“, Skurrilität wie bei „Todesstern Stuttgart“, eventuell auch Schadenfreude und auf jeden Fall wirklich lustige Dinge. Gemeinsam ist ihnen jedoch allen, dass man Ungewöhnliches zu sehen bekommt. Etwas, das einen so beeindruckt, dass man es unbedingt mit anderen teilen möchte. Ein weiterer Anhaltspunkt: Der Clip sollte eine Geschichte erzählen, denn Geschichten merken sich Menschen leichter als Zahlen, Fakten oder Slogans und erzählen sie gerne weiter.

Es gehören also immer etwas Glück und eine Menge Gespür dazu, ein gutes Thema zu finden und dieses dann gut umzusetzen. Was jedoch darüber hinaus wichtig ist: Die eigentliche Botschaft, also das Produkt oder der Markenname beziehungsweise die Aufforderung zu der Aktion, zu welcher der Betrachter animiert werden soll, muss bewusst oder unbewusst von ihm aufgenommen werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass virale Werbung zwar keine Wunder wirkt, intelligent eingesetzt jedoch gute Ergebnisse erzielen kann. Virale Werbung ist kein Selbstläufer, sondern muss wie jede andere Art der Werbung sorgfältig geplant und umgesetzt werden. Beachtet man dies, kann man mittels viralem Marketing aber vergleichsweise kostengünstig ansprechende Resultate erzielen.

Beispiele

  • Nicht als virales Marketing gedacht, aber durch Mundpropaganda berühmt geworden: Staplerfahrer Klaus

  • Analyse der bekannten Dove-Kampagne „Real Beauty“ auf YouTube

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Virales Marketing mit YouTube (Teil I)

(Bild: © vege – Fotolia.de)