Social Media Monitoring für Unternehmen (Teil II)

Veröffentlicht am 14. September 2011 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Gestern haben wir Ihnen im ersten Teil bereits einige nützliche Online-Tools vorgestellt, mit denen Sie aktuelle Kommentare und Nachrichten zu bestimmten Schlagworten wie etwa ihren Firmennamen oder eine Produktbezeichnung im Internet überwachen können. Heute stellen wir Ihnen an dieser Stelle weitere nützliche Instrumente für das Social Media Monitoring vor.

Social Mention

Social Mention ist ein sehr mächtiges Werkzeug und durchsucht über 80 verschiedene News-Kanäle und soziale Netzwerke. Das kostenlose Tool ist trotz des breiten Funktionsumfangs sehr einfach zu bedienen.
Um nach einem Stichwort zu suchen, gibt man dieses in das Suchfeld auf der Startseite ein. Der Nutzer hat die Möglichkeit, entweder in allen verfügbaren Newskanälen und Plattformen zu suchen oder die Auswahl bereits im Vorfeld einzuschränken. Alternativ kann die Suche auf Blogs, Videoportale oder soziale Netzwerke beschränkt werden.
Hat man einen Begriff eingegeben und sie Suche gestartet, wird nach kurzer Wartezeit eine Ergebnisseite angezeigt, die auf den ersten Blick etwas überfrachtet wirkt.
Neben der schon von anderen Tools bekannten Ergebnisliste bietet das Tool eine Auswertung der Suchbegriffe anhand verschiedener Kriterien. Die „Stärke“ eines Begriffes, angegeben als Prozentzahl, gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass dieses Thema in sozialen Medien diskutiert wird. Dieser Wert errechnet sich aus dem Verhältnis der gesamten Erwähnungen des Suchwortes auf den durchsuchten Plattformen zu den gesamten möglichen Erwähnungen. Kurz: Die „Stärke“ eines Suchbegriffs ist ein Indikator für die Popularität eines Themas. Je höher die Prozentzahl, desto höher die Aufmerksamkeit beziehungsweise das Interesse an dem Themenbereich auf sozialen Plattformen.
Neben der Stärke wird auch angegeben, ob ein Begriff eher in positivem oder negativem Zusammenhang erwähnt wird. Die Suche nach „IAA“ (Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt) ergab beispielsweise insgesamt 774 Erwähnungen auf Twitter, Facebook und anderen Kanälen. 119 Erwähnungen wurden mit positiven Kommentaren versehen, 639 als neutral eingestuft und 16 in negativem Zusammenhang abgegeben.
Dass das Programm nicht immer richtig liegt, zeigt folgendes Beispiel: Ein IAA-Besucher hat über Twitter mitgeteilt, dass ihm die Rückleuchten des neuen Honda Civics nicht gefallen („IAA – New Honda Civic – I don't like the taillights...“) - Social Mention schließt aus dem Zusammenhang von „I don't like“ und „IAA“ auf eine negative Bewertung.
Doch trotz dieser kleinen Fehler ist dieses Tool sehr zu empfehlen: Die getroffene Auswahl lässt sich per Mausklick weiter verfeinern und sich beispielsweise nur negative Kommentare anzeigen lassen, die das eingegebene Suchwort enthalten. Auch sehr nützlich: Man kann sich Keywords anzeigen lassen, die besonders häufig gemeinsam mit dem eingegebenen Suchbegriff verwendet werden.

Technorati Search

Wer speziell englischsprachige Blogs nach einzelnen Stichwörtern durchsuchen möchte, kommt an Technorati nicht vorbei. Auch auf dieser Seite kann der Nutzer einen Suchbegriff eingeben und erhält eine Ergebnisliste, die direkt zu den einzelnen Beiträgen führt.
Klickt man auf einen Treffer, kann man sich eine Kurzübersicht der Blogs anzeigen lassen, die den Suchbegriff enthalten. Dort sind Informationen zu Autoren, eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Seite sowie die letzten Blogposts als Teaser zu lesen.
Auch Technorati nutzt ein Bewertungssystem, um die Relevanz einer Seite zu bestimmen. Einer der Einflussfaktoren ist die Anzahl an Links, die auf den Blog verweisen. Anhand dieser und weiterer Kriterien bewertet Technorati ein Weblog: Besser bewertete Seiten werden dann auch in den Suchergebnissen weiter vorne platziert. Wer allerdings einen aktuellen Überblick erhalten möchte, kann sich die Trefferliste auch sortiert nach Datum anzeigen lassen. .

Twitalyzer

Mit diesem Tool ist es ganz einfach, den eigenen oder fremde Twitter-Accounts eingehend zu analysieren. Nachdem man auf der Seite den Namen eines Twitter-Nutzers eingegeben hat, erscheint eine Ergebnisseite mit grundlegenden Informationen wie Nutzungshäufigkeit, Einfluss auf andere Nutzer (werden Beiträge des Nutzers oft von anderen Usern geteilt oder zitiert) oder Angaben zur Follower-Zahl.

Seit Januar 2011 ist der Dienst nicht mehr komplett kostenlos – allerdings bleiben auch in der Basis-Version einige der Analyse-Tools anwendbar. So kann man sich auch hier den „Einfluss“ eines Twitter-Users anzeigen lassen, der angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass Beiträge dieses Users retweetet oder zitiert werden. Auf diese Weise können einflussreiche Twitterer identifiziert und die eigene Perfomance überprüft werden.
Daneben kann auch noch der „Impact“ eines Users festgestellt werden. Dieser Wert ergibt sich unter anderem aus der Zahl an Followern, der Anzahl an Erwähnungen und Zitaten und der Häufigkeit, mit der der untersuchte Nutzer selbst andere Nutzer retweetet.

Fazit

Professionelles Social Media Monitoring ist auch mit kostenfreien Tools sehr einfach möglich und erlaubt einen Überblick über das Geschehen auf den sozialen Plattformen. Für viele Unternehmen bedeutet der Einsatz dieser Instrumente zwar einen Mehraufwand, allerdings lohnt sich in schnelllebigen Zeiten ein Blick in die Blogs und Tweets anderer Nutzer – vor allem, da viele der vorgestellten Werkzeuge sehr präzise arbeiten und eine Verfeinerung der Suchergebnisse erlauben.

(Bild: © Petr Vaclavek – Fotolia.de)