Wieso Empfehlungen für Google & Co. so wichtig sind

Veröffentlicht am 1. Februar 2011 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Über die Suchmaschinen-Optimierung wird hierzulande ja schon eine Menge geschrieben. Dass Google zuweilen recht „menschlich“ agiert und seine Suchergebnisse auf der Basis logischer Grundlagen sortiert, scheint aber bei vielen noch nicht angekommen zu sein.

Sie überlegen immer noch, in wie viele Suchmaschinen sie ihre Website eintragen sollen, was wohl die optimale Keyword-Dichte ist und ob die Metatags ausgedient haben oder nicht. Müßig zu sagen, dass es bei über 200 Faktoren für die Positionierung wichtige und weniger wichtige Aspekte gibt.

Ein wesentlicher Faktor ist neben der inhaltlichen Ausrichtung einer Website auf die relevanten Schlüsselbegriffe die Verlinkung im Internet. Hier geht es um Empfehlungen von anderen Websites. Und dies stellt – neben anderen Dingen – ein sehr übliches Prozedere im gesellschaftlichen Miteinander dar. Schließlich geben und erhalten wir täglich Empfehlungen für Produkte, Dienstleistungen oder andere Menschen. Sie suchen einen Maler, der Ihr neues Büro tapeziert? „Frag mal den Udo, auf den kannst Du Dich verlassen!“ – Sie wollen sich einen MP3-Player anschaffen? „Ich war neulich bei Firma xyz, die haben ein tolles Gerät gerade vom Preis her deutlich runtergesetzt!“ – Was machen Sie also? Sie rufen Udo an und gehen in den beschriebenen Laden.

So macht es im Grunde auch Google: Die Suchmaschine bewertet anhand der Linkempfehlungen, wie „beliebt“ und relevant eine Website ist. Keinerlei Verlinkungen von anderen Webmastern bedeutet, dass die Website entweder ganz neu am Markt ist oder vielleicht nicht besonders Vertrauen erweckend. Grund genug, das gute Stück auf die hinteren Plätze zu verfrachten. Da spielen auch hunderte von Keywords in den Metatags keine Rolle mehr. Schließlich lassen sich gute Link-Empfehlungen nicht einfach so erschleichen.

Wo kommen nur die Backlinks her?

Ein solcher „Backlink“ ist also ein sinnvoller Verweis von einer Website auf die andere. Doch wenn diese Empfehlungen nicht automatisch erfolgen, wie lassen sie sich dann erzielen? Machen wir dazu einfach ein kurzes Brainstorming:

  • Bekannte, Freunde, Verwandte und Geschäftspartner nach einer Empfehlung fragen
  • Nach Online-Plattformen suchen, die einen Linkeintrag ermöglichen
  • Webmaster „bestechen“ (d.h. Links kaufen oder mieten)
  • Gastartikel schreiben und als Autor zu seiner Seite verlinken
  • Mit anderen Webmastern Links tauschen

Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Doch sehen Sie, welche Gemeinsamkeit die Ideen haben? Es sind alles „Push-Faktoren“. Sie müssen als Webmaster aktiv auf andere zugehen und um eine Verlinkung bitten. „Was ist falsch daran?“, mögen jetzt einige denken und haben ganz recht: An dieser Vorgehensweise ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Und doch gehört zum Linkaufbau eine Menge Blut, Schweiß und Tränen. Andere Webmastern (ob gute Bekannte oder extra recherchiert) zu kontaktieren, entsprechende Verlinkungen abzusprechen und für Eintragungen in Verzeichnissen zu sorgen, kostet Zeit (und je nach Strategie auch Geld). Ideen zum Linkbuilding gibt es viele, auch versprechen Dienstleister bei ebay und anderswo im Internet, mit ihren Linkaufbau-Paketen den schnellen Erfolg.

Faktoren zum nachhaltigen Linkaufbau

Doch Sie sollten auf einige Faktoren achten, um von Google wirklich als relevant eingestuft zu werden:

  • Kommen die Links von verschiedenen Personen, aus unterschiedlichen Netzwerken oder nur von Ihren Freunden (die untereinander auch alle miteinander bekannt = für Google sichtbar verlinkt sind)?
  • Haben die Webmaster, von denen Sie einen Link erhalten, bei Google ebenfalls ein hohes Vertrauen oder besitzen ihre Seiten selbst kaum Backlinks?
  • Passen die Backlinks thematisch zu Ihrem Angebot oder sind auch fachfremde Links dabei, die irgendwie unpassend wirken?

Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, weder zu viele Links auf einmal zu ergattern, noch zu viele „hochwertige“ Links zu bekommen. Wenn jemand plötzlich vom Papst, der Kanzlerin und dem Bundestrainer empfohlen wird, riecht es meilenweit nach Bestechung. Google ist da schnell misstrauisch und wertet die eigentlich hochwertigen Backlinks schnell wieder ab.

Eine Alternative fällt unter das Stichwort „Linkbait“ – hierunter verstehen die Experten eine Methode, die im Sinne des „Pull-Mechanismus“ automatisch gute Links generiert. Manche Webmaster veranstalten ein Gewinnspiel, in dem sie für Verlinkungen hochwertige Preise verlosen. Andere überzeugen einfach durch gute Inhalte, die ihren Lesern Mehrwerte bringen. Wieder andere bringen kuriose Geschichten oder lustige Videoclips in Umlauf. Manchmal sind es die kleinen, pfiffigen Ideen, die eine Lawine von Backlinks auslösen. Doch wer landet schon im echten Leben einen solchen „Glückstreffer“? Allen anderen bleibt nur, nach einigen unfruchtbaren Linkbait-Versuchen, die Ärmel hochzukrempeln und den Linkaufbau erneut aktiv anzugehen.

Es scheint, als steckten wir im Dilemma: Backlinks sind fürs Ranking so nötig wie die Luft zum Atmen. Gleichzeitig ist vieles möglich und so wenig erlaubt. Die gesunde Mischung zu finden, ist nicht immer leicht. Wie so vieles im Leben ist „natürlicher Linkaufbau“ ein langfristiger Prozess, der von Erfahrungen lebt, vom Ausprobieren und vom Fleiß. Viele meinen, Suchmaschinen-Optimierung sei eine Geheimwissenschaft, dabei liegt das Geheimnis ausschließlich im langen Atem. Wer sich lange genug bei Google & Co. als vertrauenswürdiger und seriöser Partner etabliert hat, der wird durch gute Positionen belohnt. Was liegt näher, als gleich heute damit anzufangen?

(Bild: © Falko Matte - Fotolia.com)