Es gibt immer was zu meckern!

Veröffentlicht am 13. Januar 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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Sind Sie meiner Meinung? Es gibt Tage, da kommt man aus dem Meckern nicht raus. Da gibt sich das Eine zum anderen. Man steht  schon mit dem linken Bein auf und könnte alles, was einem in die Quere kommt, in die Tonne treten.

Beim Kritisieren sind wir Deutschen wahre Weltmeister! Ist die Welt wirklich so schlecht, um ständig ein Haar in der Suppe zu finden?

Hinterfragen wir doch mal genauer, wann und warum Menschen ununterbrochen meckern:

  • Menschen meckern, weil ihnen die Nase ihres Gegenübers nicht schmeckt: Geradezu belanglose Äußerlichkeiten können eine endlose Meckertirade auslösen. „Mensch, Meier, der da vorne fährt aber wieder einen Mist zusammen. Kann der nicht schneller fahren.“ Aus heiterem Himmel, manchmal grundlos kommen wir in eine „Meckerstimmung“ – und es hört einfach nicht mehr auf.
  • Menschen meckern, weil ihnen eine Laus über die Leber gelaufen ist: Eine schlechte Nachricht oder ein unlösbares Problem. Sie kommen damit nicht klar, sind mit sich selbst unzufrieden und transportieren ihren Frust nach außen. Sie brauchen förmlich einen Blitzableiter und schon sind sie mitten drin im ….Das Schlimme daran: Meist lassen diese Meckersäcke ihre Befindlichkeiten bei ihren Mitmenschen im näheren Umfeld, z. B. bei ihren Arbeitskollegen ab, die am wenigsten dafür können. Sündenböcke sind eben schnell gefunden.
  • Menschen meckern, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die sitzen so tief, dass das Grundvertrauen in die Umwelt versiegt ist. Sie stänkern bereits los, obwohl sie gar keinen Grund dazu hätten. Diese Verhaltensweise ist sehr heimtückisch und so gewohnheitsmäßig verankert, dass ein anderer Weg undenkbar scheint.
  • Menschen meckern, weil sie einfach ein loses, ungehobeltes spitzes Mundwerk an den Tag legen. Dieser Gruppe von Menschen ist gar nicht zu helfen.
  • Menschen meckern, weil sie allen Grund dazu haben. Sie sind mit einer erhaltenen Leistung nicht zufrieden, weil die angeforderte Leistung nicht den Anforderungen oder Erwartungen entspricht. Diese punktuelle Unzufriedenheit lässt sich meines Erachtens leicht ausräumen und ins Gegenteil umkehren.

Machen Sie mal den Selbsttest: Wie oft meckern Sie am Tag? Könnten Sie nicht auch noch öfter meckern? Über Ihre unfähigen Kollegen, die unfreundliche Bedienung oder das trübselige Wetter?

Es gibt so viele Alltagssituationen, die nicht glatt laufen und über die man endlos herziehen könnte.  Beim reinen Meckern bleibt es aber nicht. Meist gesellt sich ein scharf-bissiger Brüllton hinzu, so dass  aus dem Meckern schnell ein Angriff wird. Die „Wolfssprache“ nimmt über Hand und erzeugt keine gute Gesprächsatmosphäre.

Was können wir selbst tun, um das Meckern einzudämpfen?

  • Führen Sie eine „Meckerstunde“ ein. Wenn Sie merken, dass Ihre Grundstimmung ins Meckern reinrutscht, machen Sie halb lang: Meckern Sie, was das Zeug hält. Lassen Sie solange Dampf ab bis Sie ruhiger werden. Aber achten Sie auf jeden Fall darauf, die Meckerzeit zu begrenzen. Sonst hören Sie nie auf und das ist auch nicht im Sinne dieser Idee.
  • Probieren Sie mal, das Wort „Nicht“ nicht zu verwenden. Nicht so einfach. Aber meist fängt das Meckern damit an: „Kann der nicht seinen Mund aufmachen? Kann das Wetter nicht besser sein?“ Beobachten Sie Ihre Sprachgewohnheiten und versuchen Sie Ihr Anliegen anders auszudrücken.
  • Das Gute im Schlechten sehen. Meckern hat immer gleich etwas Abwertendes an sich.

Und alles, was uns begegnet, hat auch eine andere Seite. Eine Schöne. Eine Positive. Eine Lehrreiche. Wer wertschätzend Dingen und Menschen gegenübertritt, tut sich leichter im Leben. Viel Spass!

(Bild: © Dejan Jovanovic - Fotolia.com)