Six Sigma – Die Herausforderungen an Green Belts (Teil I)

Veröffentlicht am 3. August 2010 in der Kategorie Management & People Skills von

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Six Sigma - Die Herausforderungen an Green Belts (Teil I)Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Werkzeug, mit dem Sie gewährleisten können, dass Ihre Produkte oder Dienstleistungen Ihr Unternehmen „perfekt“ verlassen. Kostenintensive Produktionsüberschüsse gehörten der Vergangenheit an. Die Qualität von externen und internen Dienstleistungen sowie Ihren Produkten besteht auf gleichbleibend hohem Niveau. Gleichzeitig bleibt der Output Ihres Unternehmens auf einem kontinuierlich hohen Level. Letztendlich wäre die Kundenzufriedenheit hervorragend.

Utopisch? Nicht laut der Qualitätsmanagement Methodik „Six Sigma“. Entwickelt in den 1970er Jahren im japanischen Schiffbau, wurde es in den 1980ern von Motorola in der Industrie perfektioniert – mit großem Erfolg. Heute wenden zahlreiche Großunternehmen weltweit Six Sigma an. Aber auch in kleineren Unternehmen hält das Managementkonzept Einzug. Insbesondere in der produzierenden Industrie hat sich Six Sigma bewährt.

Was unterscheidet Six Sigma von traditionellen QM-Systemen?

Six Sigma ist eine Systematik im Sinne des sogenannten „Total Quality Management“ (TQM) zur kontinuierlichen und nachhaltigen Verbesserung der Produkte und Prozesse sowie zu deren robusten Neugestaltung. Hierbei kommen Strategien zur Anwendung, die in ausgewogener Weise auf fundiertem Prozessverständnis und quantitativen Messungen mit statistischen Analysen beruhen. Dieser Dualismus unterscheidet Six Sigma von traditionellen Ansätzen des Qualitätsmanagements und führt in den Ergebnissen zu einer zusätzlichen Sicherheit. Six Sigma ist in allen Bereichen anwendbar, in der Fertigung, der Planung und Entwicklung sowie in administrativen Prozessen.

Bei Six Sigma steht vor allem im Vordergrund, dass eine gleichbleibende Qualität gewährleistet ist und dass sich gleichzeitig die Effizienz steigern lässt. Doch mit der Einführung eines QMSystems gehören ineffektive Arbeitsabläufe oder Fehlerquellen nicht sofort der Vergangenheit an. Genauso wie der nachhaltige Erfolg mit der Einführung von Six Sigma nicht automatisch erfolgt.

Auch für Six Sigma gibt es Faktoren, die für einen langfristigen Erfolg unabdingbar sind. Allein die Entscheidung, das Konzept im Unternehmen einzuführen, ist noch kein Garant für eine erfolgreiche Umsetzung. Dazu gehören in erster Linie Strategien, die vor, während und nach der Einführung von Six Sigma zu definieren und zu beachten sind. Denn ein QM-System kann als noch so erfolgversprechend gelten, die Menschen, die es im Arbeitsalltag umsetzen, sind die wahren Erfolgsfaktoren.

Rollendefinitionen bei Six Sigma

Six Sigma Optimierungsprojekte werden durch speziell geschulte Mitarbeiter geleitet. Das führungspsychologische Konzept von Six Sigma beruht auf definierten Rollen, die sich an den Rangkennzeichen (Gürtelfarben) japanischer Kampfsportarten orientieren. Die sogenannten Black Belts und Green Belts stellen als Projektleiter ihre methodischen Kenntnisse zur Verfügung. Ihre Teammitglieder bringen das Fachwissen über die Produkte und Prozesse ein.

Ein Black Belt ist als Verbesserungsexperte in Vollzeit tätig. Er verfügt über eingehende Kenntnisse in der Anwendung der verschiedenen Six SigmaMethoden und übernimmt eigenverantwortlich Projektmanagementaufgaben. Ferner kann die Rollenbeschreibung von Black Belts die Durchführung von bis zu vier Verbesserungsprojekten pro Jahr mit einer resultierenden Kostenersparnis von jeweils 200.000 Euro vorsehen, sowie die übergeordnete Begleitung von etwa vier weiteren Projekten beinhalten.

Green Belts hingegen führen neben ihren normalen beruflichen Pflichten (zum Beispiel als Ingenieur, Einkäufer oder Meister) in Teilzeit Six SigmaProjekte eigenständig oder als Teammitglied des Black Belts durch. Sie lernen und praktizieren die Techniken der Six SigmaMethodik in ihrer täglichen Arbeit. Die zusätzlichen Aufgabenbereiche bedeuten für den Green Belt eine Mehrfachbelastung, der im Vorfeld durch ein zielgerichtetes Coaching Rechnung getragen werden sollte.

Auch die Mitarbeiter sehen sich neuen Aufgaben und Herausforderungen gegenüber gestellt, die es frühzeitig zu kommunizieren gilt, um den Weg für Veränderungen zu ebnen. Denn wie so oft, unterscheiden sich Theorie und Praxis sehr deutlich voneinander. Für die möglichen Stolpersteine sollten alle Beteiligten – also das gesamte Unternehmen – gewappnet sein.

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Six Sigma - Die Herausforderungen an Green Belts (Teil I)
Six Sigma - Die Herausforderungen an Green Belts (Teil III)

(Bild: ©  DeVIce – Fotolia.com)