Unternehmenswachstum: Eine Frage des Systems

Veröffentlicht am 5. Juli 2010 in der Kategorie Management & People Skills von

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Wachstum lässt sich steuern

79 Prozent der deutschen Mittelständler beurteilen Anfang des Jahres ihre aktuelle Geschäftslage gut oder eher gut (Ernst & Young) – Zeit, den spürbaren Aufschwung zu nutzen und alle Weichen auf Wachstum zu stellen!
Die allzu intensive Konzentration auf den Vertrieb und schnelle Umsatzsteigerungen greift aber nach aller Wahrscheinlichkeit zu kurz; denn wer auf Dauer wachsen will, muss sein Unternehmen darauf ausrichten und geeignete Strukturen schaffen.

Vier Anregungen dafür:

1. Besser und billiger produzieren

Wer es schafft, günstiger zu produzieren, ist klar im Vorteil – er hat schlicht und ergreifend weniger Kosten. Allerdings hilft dies nur, wenn die Qualität dabei entsprechend hoch ist. Ein unmöglicher Anspruch?

Je schlanker die Prozesse, desto kostengünstiger die Produktion. Schlanke Prozesse entstehen am einfachsten dann, wenn alle Mitarbeiter ein entsprechendes Bewusstsein dafür haben. Denn so erkennen sie überflüssige Handgriffe, halten sich an die Standards und erfassen die Abweichungen. Und so entwickelt sich obendrein eine Haltung, die über alle Hierarchieebenen hinweg eine einheitliche und bewusste Kultur bilden kann. Ist dieses Bewusstsein bei den Mitarbeitern verankert, steigt automatisch ihr Qualitätsbewusstsein – und sie können auch die Qualität der Produktion verbessern. Bei gleichzeitig niedrigeren Kosten.

2. Die Ursachen für Verschwendung beseitigen

Verschwendung ist häufig die Folge von Schwierigkeiten in den Abläufen und daher oft nur ein Symptom des wirklichen Problems. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein, wie ineffiziente Methoden, fehlerhafte Wartung, ungenaue Organisation des Arbeitsplatzes und oft sogar auch ein schlechter Führungsstil. Denn fehlen Zielvereinbarungen, positive Kommunikation und Lösungen für Konflikte, sinkt die Motivation und die Arbeit wird ineffizient. Wer hier genau hinsieht, kann Verschwendung leichter reduzieren.

3. Eine produktive Unternehmenskultur als strategischer Vorteil

Unternehmen, deren Unternehmenskultur auf Werten und Vertrauen basiert, können ein größeres Wachstum verzeichnen. Eine solche Kultur bringt geschäftliche Vorteile, die sonst nur mit großem Aufwand und ständiger Kontrolle möglich sind:

  • Die Mitarbeiter setzen sich für eine hohe Qualität ein, die Unternehmensziele sind jedem wichtig.
  • Die Bereitschaft zu Veränderungen steigt und erhöht die Flexibilität der gesamten Organisation.
  • Die Verschwendung wird minimiert.
  • Dahinter stehen eine entsprechende Strategiekultur, Prozesskultur, Führungskultur und das Bewusstsein für die Kultur und die Fähigkeit, die Kultur zu steuern. Diese Einstellung bei Mitarbeitern und Führung fördert das Wachstum ganz entscheidend.

Eine produktive Kultur ist letztlich für das Wachstum entscheidender als eine Qualitätskontrolle.

4. Die Aufbauorganisation auf Wachstum ausrichten

Die Organisation entscheidet darüber, ob das Unternehmen überhaupt wachsen kann. Die Organisationsform richtet sich nach den Kundenbedürfnissen und dann nach den Prozessen, die notwendig sind, um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Nur so ist die Organisation in der Lage, Ziele zu erreichen und effizient zu produzieren. Gleichzeitig muss die Organisation flexibel bleiben und sich immer wieder anpassen – denn die Markterfordernisse werden sich immer wieder ändern. Erschwert die Organisation die Anpassung an immer neue Kundenbedürfnisse, verhindert sie damit das Unternehmenswachstum.

Wer sich sorgfältig um die inneren Strukturen und die verantwortungsvolle Einstellung der Mitarbeiter kümmert, richtet sein Unternehmen zukunftsfähig aus. Dann ist Unternehmenswachstum übrigens kein Zufall mehr – und auch nicht nur von der allgemeinen Konjunktur abhängig. So können Unternehmer Wachstum planen und steuern und die nächste Krise leichter überstehen.

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