„Dank WM verzeichnen wir ein Umsatzplus von annähernd 100%“

Veröffentlicht am 28. Juni 2010 in der Kategorie Management & People Skills von

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Deutschland ist ins Viertelfinale eingezogen! Und überall ist die Deutschlandfahne zu sehen. An der Antenne. Am Balkon. Auf dem Kopf. Auf der Backe. Am Auto. Aber wer stellt die eigentlich her? Unternehmer.de sprach mit Dr. Jürgen Vogt, Geschäftsführer der FahnenFleck GmbH & Co. KG, über ein Meer an Flaggen und den Umsatz-Booster WM 2010.

Unternehmer.de: Herr Dr. Vogt, mit welchen Produkten unterstützt Ihr Unternehmen denn die Fußball-WM?

Dr. Jörgen Vogt: In Südafrika sind dies vor allem Außenwerbemittel, wie Flaggen, Flaggenmasten, Lichmastdekorationen, Banner und Fan-Flaggen. An unsere deutschen Kunden liefern wir darüber hinaus noch viele WM bezogenen Werbeflaggen und natürlich für den Fan alles, was er für eine gute Fußball-Party braucht.

Unternehmer.de: Sie haben speziell zu diesem Anlass bereits im Jahre 2007 eine Tochterfirma in Südafrika gegründet. Hat dies den logistischen Aufwand verringert? Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den beiden Standorten?

Dr. Jörgen Vogt: Ohne eine eigene Niederlassung in Südafrika hätte es gar keinen logistischen Aufwand gegeben, weil wir dann nämlich gar kein Geschäft in Südafrika anlässlich der WM hätten machen können. Da wir auch in Südafrika produzieren, ist für diese Fälle der logistische Aufwand sehr gering. Unsere Aktivitäten in Südafrika sind langfristig angelegt. Nicht zuletzt deshalb ist die Infrastruktur zwischen den Standorten in Deutschland und Südafrika sehr gut ausgebaut und die Zusammenarbeit funktioniert auch dank moderner Kommunikationsmittel reibungslos.

Unternehmer.de: Die Konkurrenz bei den WM-Aufträgen war doch sicherlich riesig. Wie hat Ihr Unternehmen es geschafft, den Zuschlag zu bekommen und sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen?

Dr. Jörgen Vogt: Wir haben von Anfang an auf südafrikanische Partner gesetzt, die sehr gut vernetzt sind. Ferner haben wir uns bereits 2007 als erstes Unternehmen unserer Branche als offizieller Lieferant für die FIFA WM 2010 registrieren lassen. Ganz entscheidend war aber, dass wir gute Qualität zuverlässig und vor allem zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert haben. Das war für manche südafrikanische Kunden doch neu.

Unternehmer.de: Können Sie das genaue Auftragsvolumen beziffern?

Dr. Jörgen Vogt: Das ist für Südafrika nicht ganz leicht, weil die WM noch läuft und so manche Aufträge, die wir von südafrikanischen Städten und Gemeinden erhalten haben, dann plötzlich nicht mehr so oder anders gemeint sind. Alles in allem liegen wir aber mit unseren Aufträgen in lokaler Währung im oberen siebenstelligen Bereich.

Unternehmer.de: Wie sieht es mit dem Umsatz aus? Wo war die Steigerung größer, Deutschland oder Südafrika?

Dr. Jörgen Vogt: Der Umsatz in Deutschland war natürlich größer, da wir hier seit 128 Jahren am Markt sind und viele Kunden, die bei der WM 2006 bei uns ihre Außenwerbung kauften, nun wieder gekauft haben. Aber rein prozentual haben wir mit unserer südafrikanischen Niederlassung ein deutlich größeres Umsatzplus, nämlich annähernd 100%, machen können.

Unternehmer.de: Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man überall seine Flaggen durch die Lüfte wehen sieht?

Dr. Jörgen Vogt: Toll! Vor allem wenn man Massen an Flaggen für die Fan-Feste wie in Hamburg liefert, und dann Deutschland ein Tor schießt und tausende von Flaggen geschwenkt werden.

Unternehmer.de: Wer ist denn Ihr Favorit bei der WM? Hätte Deutschland einen Platz im Finale verdient?

Dr. Jörgen Vogt: Die Südamerikaner sind sehr beeindruckend. Alles in Allem bin ich aber von dem spielerischen Niveau der WM bis jetzt nicht sonderlich beeindruckt. Deutschland hätte nicht nur ein Platz im Finale verdient, sondern auch den Pokal!

Unternehmer.de: Und wie verfolgen Sie die WM? Zuhause vor dem Fernseher, im Public Viewing oder gar vor Ort in Südafrika?

Dr. Jörgen Vogt: Südafrika ist mir zu dieser Jahreszeit viel zu kalt. Ich bevorzuge die private Großbildleinwand mit vielen guten Freunden.

Unternehmer.de: Stichwort Vuvuzela! Ihre Meinung zu den allgegenwärtigen Tröten?

Dr. Jörgen Vogt: Unfassbar nervend!

Unternehmer.de: Fußball-WM 2014 in Brasilien: Haben Sie vor sich auch dort zu engagieren?

Dr. Jörgen Vogt: Man sollte als Mittelständler für ein Auslandsengagement stets eine gewisse Beziehung zu dem Investitionsland haben und am besten auch die Sprache sprechen. Insoweit verbindet mich noch nicht so viel mit Brasilien. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Meine Planungen gehen aber eher dahin, unsere in Südafrika begonnen Aktivitäten auf dem schwarzen Kontinent weiter auszubauen.

Unternehmer.de: Herr Dr. Vogt, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Das Interview führte Unternehmer.de-Redakteurin Patricia Scholz.

www.fahnenfleck.de

(Bild: © Michael Homann – Fotolia.com)