„Die Ausstattung der WM-Stadien ist einer unserer attraktivsten Aufträge“

Veröffentlicht am 23. Juni 2010 in der Kategorie Management & People Skills von

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Spannung, Dramatik und Leidenschaft in Südafrika: Ein Mega-Event wie die Fußball-Weltmeisterschaft will genau durchkonzipiert sein. Neben Großkonzernen wie BMW oder Siemens sind es auch deutsche Mittelständler, die mit ihren Produkten zum Gelingen des sportlichen Großereignisses beitragen.

Zum Beispiel die im oberfränkischen Selb angesiedelte BHS tabletop AG. Unternehmer.de sprach mit Vorstandsmitglied Christian Strootmann über Hunderttausende Teile Porzellan und die Spiele in Südafrika.

Unternehmer.de: Herr Strootmann, was genau hat die BHS tabletop AG für die Fußball-WM in Südafrika geliefert und in welchem Umfang?

Christian Strootmann: Der Auftrag umfasst mehrere 100.000 Teile Porzellan, das in den VIP-Bereichen der WM-Stadien zum Einsatz kommen wird – vom exklusiven Buffet in der Halbzeit bis zum anschließenden Gala-Dinner, vom Sponsorentalk bis zur stimmungsvollen Siegesfeier. Den Großteil übernimmt unsere Marke Tafelstern "professional porcelain" mit ihrer in diesem Jahr vorgestellten Kollektion "Contour", die den Gastronomen in den Stadien kreative Spielräume für ganz individuelle Arrangements der Speisen eröffnet. Bauscher steuert die klare, puristische Form "Options" bei, Schönwald liefert "Fine Dining", eine elegante Premium-Kollektion, die hervorragend zum exklusiven Ambiente der Arenen passt.

Unternehmer.de: Handelt es sich um den ersten internationalen Auftrag für Ihr Unternehmen? Wie groß ist das Auftragsvolumen im Vergleich zu bisherigen Projekten?

Christian Strootmann: Wir haben einen Exportanteil von rund 50 Prozent und beliefern Hotels und Restaurants der Spitzenklasse in der ganzen Welt mit unserem Porzellan. Die Ausstattung der WM-Stadien ist jedoch nicht nur einer der attraktivsten, sondern auch einer der größten Aufträge in unserer Unternehmensgeschichte.

Unternehmer.de: Wurde das Porzellan-Geschirr extra für die WM angefertigt? Was ist das Spezielle an den ausgewählten Stücken?

Christian Strootmann: Die Porzellanteile wurden zur WM eingeführt, sind jetzt aber Bestandteil unserer normalen Kollektion. Wie alle unsere Produkte erfüllen sie die Anforderungen der modernen Spitzengastronomie: Porzellan muss heute ansprechend in der Optik sein, darüber hinaus vielseitig einsetzbar und zugleich robust im Handling. Die gelieferten Kollektionen unserer drei Marken Bauscher, Schönwald und Tafelstern "professional porcelain" ergänzen sich perfekt in ihrer Optik und wurden vom Auftraggeber in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern ausgewählt.

Unternehmer.de: Was geschieht mit den Teilen nach der WM?

Christian Strootmann: Das Porzellan wird nach der WM von unserem Auftraggeber, dem Non-Food-Caterer Futurecom, weiterverwendet.

Unternehmer.de: Bei einem internationalen Großereignis wie der WM muss die Konkurrenz bei den Aufträgen doch knallhart sein. Könnten Sie kurz skizzieren, wie Sie sich gegen die Mitbewerber durchsetzen konnten?

Christian Strootmann: Wir haben bei diesem Auftrag sicher von den guten Kontakten profitiert, die wir vor vier Jahren geknüpft haben, als wir bereits die Stadien der Weltmeisterschaft in Deutschland mit Porzellan ausgestattet haben. Letztlich konnten wir die Verantwortlichen vor allem aber auch diesmal wieder mit unserem Gesamtpaket überzeugen: Bei einem Auftrag dieser Größenordnung kommt es eben nicht nur auf qualitativ hochwertiges Porzellan an, sondern auch auf serviceorientierte Konzepte und eine professionelle Logistik. Schließlich mussten wir gewährleisten, dass alle bestellten Teile in kürzester Zeit produziert werden und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind.

Unternehmer.de: Wie viele Ihrer Mitarbeiter sind in Südafrika vor Ort? Wie lief der Materialtransport ab?

Christian Strootmann: Keiner unserer Mitarbeiter ist während der WM in Südafrika vor Ort. Die Auslieferung erfolgte über unsere Logistikdienstleister und ist seit Anfang Juni abgeschlossen.

Unternehmer.de: Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf den sportlichen Aspekt: Wer ist Ihr Favorit bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika? Wie schätzen Sie die Chancen der deutschen Mannschaft ein?

Christian Strootmann: Spanien schätze ich bei dieser WM sehr stark ein. Ich hoffe aber natürlich, dass die deutsche Nationalmannschaft mit ihrer jungen Truppe mindestens ins Halbfinale kommt. Vielleicht klappt es ja sogar mit dem Weltmeistertitel.

Unternehmer.de: Wie werden Sie die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen: Vor dem heimischen Fernseher, via Public Viewing oder vor Ort in Südafrika?

Christian Strootmann: Genauso wie viele andere Millionen Deutsche auch, vor allem vor dem Fernseher oder auch mit Freunden beim Public Viewing.

Unternehmer.de: Herr Strootmann, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Das Interview führte Unternehmer.de-Redakteur Mathias Sauermann.

www.bhs-tabletop.de

(Bild: © A. Dudy - Fotolia.com)