Innerlich habe ich längst gekündigt – Ein Plädoyer für mehr Vertrauen

Veröffentlicht am 17. Februar 2009 in der Kategorie Management & People Skills von

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Prokrastination: Aufgaben ohne Aufschieben erledigenDie Frustration in deutschen Betrieben ist groß, wie der „Engagement-Index 2008“ des Gallup-Instituts zeigt. Besonders die Zahl der Mitarbeiter, die keinerlei emotionale Bindung zu ihrem Job haben und sogar die Interessen ihres Arbeitgebers aktiv sabotieren, ist erschreckend hoch. Ein Fünftel der Arbeitnehmer fällt in diese Gruppe. Sie haben innerlich schon längst gekündigt oder hassen, was Sie tagtäglich tun.

In der mit 67% größten Gruppe sind die Mitarbeiter, die eine geringe emotionale Bindung haben. Diese Mitarbeiter sabotieren den Arbeitgeber zwar nicht, machen aber lediglich „Dienst nach Vorschrift“.

Insgesamt verspüren damit 87% der Arbeitnehmer keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber. Lediglich die verbleibenden 13% der Arbeitnehmer haben eine hohe emotionale Bindung, wollen Spitzenleistung erbringen und stellen eine Kraft dar, die das Unternehmen positiv beeinflusst.

Die Folgen des mangelnden Engagements sind vielfältig und in der Summe verheerend: Arbeitnehmer ohne und mit geringer Bindung an das Unternehmen sind:

  • häufiger krank
  • denken häufiger daran, das Unternehmen wieder zu verlassen
  • empfehlen die Produkte des eigenen Unternehmens kaum weiter

Führungsfehler als Ursache für fehlendes Engagement

Als Grund für die mangelnde Motivation werden Führungsfehler an erster Stelle genannt. Die Mitarbeiter klagen über wenig persönliche Erfüllung, unzureichende Anerkennung und zu wenig Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Wie motiviert man andere?

Management-Fähigkeiten können gelernt werden. Auch im Bereich der Motivationsförderung gibt es praktikable Techniken, die man sich aneignen kann.

Der wichtigste Faktor ist jedoch eine positive Grundeinstellung: Loyalität braucht gegenseitiges Vertrauen. Nur wenn Mitarbeiter und Führungskraft das Gefühl haben, sich aufeinander verlassen zu können, kann Loyalität entstehen. Gerade leistungsfähige Mitarbeiter wollen nicht ständig kontrolliert werden. Sie brauchen einen Handlungsspielraum, der es ihnen erlaubt, im Rahmen der festgelegten Regeln eigene Entscheidungen zu treffen.

Für die Definition dieser Handlungsspielräume ist der Vorgesetzte verantwortlich. 9 Goldene Regeln helfen dabei:

9 Goldene Regeln für mehr Loyalität und Vertrauen

  1. Vereinbaren Sie realistische Ziele und vertrauen Sie darauf, dass der Mitarbeiter seinen eigenen Weg zur Erreichung der Ergebnisse findet.
  2. Übertragen Sie Verantwortung. Greifen Sie nicht helfend ein, solange eine Förderung ausreicht.
  3. Geben Sie Ihren Mitarbeitern zu verstehen, dass Sie sie brauchen und auf sie angewiesen sind. Haben Sie den Mut, sich verwundbar zu zeigen.
  4. Fördern Sie die persönlichen Stärken der Mitarbeiter durch entsprechendes Training, Coaching und Unterstützung.
  5. Seien Sie offen für Verbesserungsvorschläge, denn sie Verantwortungsbewusstsein von Seiten der Mitarbeiter.
  6. Informieren Sie rechtzeitig und vollständig und vermitteln Sie sowohl positive als auch negative Nachrichten.
  7. Nutzen Sie regelmäßige Mitarbeitergespräche, die Sie rechtzeitig ankündigen und in konstruktivem und vertrauensvollem Dialog führen.
  8. Zollen Sie Lob und Anerkennung für gute Leistungen.
  9. Demonstrieren Sie Vertrauen auch in organisatorischen Details, z.B. dem vertrauensvollen Umgang mit Büroschlüsseln und Zeiterfassung.

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(Bild: © drubig-photo - Fotolia.de)

Besonders die Zahl der Mitarbeiter, die keinerlei emotionale Bindung zu ihrem Job haben und sogar die Interessen ihres Arbeitgebers aktiv sabotieren, ist erschreckend hoch.