Autsch! … Ist eine Unternehmensnachfolge wie ein Zahnarztbesuch?

Veröffentlicht am 14. Dezember 2009 in der Kategorie Management & People Skills von

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Dental mirror and forceps with toothSicher kennen Sie die alte Melodie: Die erste Generation baut auf, die zweite lebt gut davon und die dritte wirtschaftet ab. Ein Unternehmen von einer zur nächsten Generation weiterzugeben, ist eine besondere Herausforderung. Jährlich rund 70.000 Unternehmerinnen und Unternehmer stehen vor dieser Entscheidung - so viele Betriebe werden nämlich jedes Jahr übernommen.

Dabei scheint zuweilen der Vergleich zwischen der Unternehmensnachfolge und einem Zahnarztbesuch angemessen.

Zum Zahnarzt geht niemand gern, schließlich könnte der Besuch schmerzhafte Folgen haben. Für manche ist es irgendwann leider zu spät. Der Backenzahn tut weh, das Ziehen im Kiefer ist nicht mehr auszuhalten. Die Behandlung beim Doktor des Vertrauens lässt sich nicht vermeiden. "Den Mund schön weit aufmachen...", heißt es dann. Was folgt, nun ja, Sie wissen es sicher genau - der Bohrer kommt zum Einsatz, "autsch"!

Leider steht für viele Unternehmer auch die Beschäftigung mit der Nachfolge nicht gerade hoch im Kurs. Das Tagesgeschäft geht vor, der betriebliche Alltag braucht die volle Aufmerksamkeit. Wenn es dann an der Zeit ist, sich mit der Nachfolgeplanung zu beschäftigen, stehen Unternehmer vor großen Herausforderungen:

  • Wer wird mein Nachfolger?
  • Kann mein Lebenswerk fortbestehen?
  • Wie sind die notwendigen Steuern und eventuellen Pflichtteilsansprüche der Erben zu bezahlen?

Bis 2012 werden voraussichtlich 1,2 Billionen Euro vererbt. Der überwiegende Teil dieser Vermögen ist in Immobilien und Unternehmensanteilen gebunden, die unter mehreren Erben aufgeteilt werden müssen. Hier gilt es, frühzeitig die nötige Liquidität sicherzustellen. Andernfalls drohen Zwangsverkäufe und Entlassungen, um die Mittel für Erbschaftssteuer und mögliche Pflichtteilsansprüche bereitzustellen. Sehr schmerzhaft und für manche gleichbedeutend mit der Schließung des Betriebs.

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist möglich

Wer sein Lebenswerk erfolgreich und flexibel an die nächste Generation weitergeben will, sollte sich frühzeitig mit dem Thema der Unternehmensnachfolge beschäftigen. Wie bei der jährlichen Routinekontrolle beim Zahnarzt, kann es auch in der Nachfolgeplanung nicht schaden, sich von Zeit zu Zeit den Herausforderungen zu stellen. Dabei sollten Sie sich nicht nur von Ihrem Steuerberater, sondern auch von anderen Unternehmern und Experten in der Unternehmensnachfolge begleiten lassen.

Eine Unternehmensnachfolge ist nicht nur eine steuerliche Angelegenheit, sondern greift verschiedene Fragestellungen auf:

  1. Wie finde ich einen geeigneten Nachfolger / eine geeignete Nachfolgerin?
  2. Externe oder Familien-Nachfolge?
  3. Schenkung oder Erbschaft?
  4. Was bedeutet die Unternehmensnachfolge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
  5. Wo finde ich geeignete Berater, die das Thema ganzheitlich betrachten?
  6. Wann ist der beste Zeitpunkt, um das Unternehmen zu übertragen?
  7. Wie kann ich möglichst lange als Inhaber die Zügel in der Hand behalten?

Auch wenn Ihnen dieser Artikel keine allumfassenden Antworten auf diese und andere Fragen zur Unternehmensnachfolge bieten kann - schließlich hängt die Beantwortung in weiten Teilen von Ihrem Betrieb und Ihrer Branche ab - so nutzen Sie meinen Beitrag doch, um sich mal wieder mit der Thematik zu beschäftigen.

Auch wenn ein Generationenwechsel für Sie scheinbar nicht aktuell ist, lohnt es sich, mit proaktiven Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Ihr Lebenswerk erhalten bleibt.

(Bild: © Gabor  - Fotolia.com)