Kerosinpreis: Airlines werden auf harte Probe gestellt

Veröffentlicht am 24. Oktober 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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Airlines werden auf harte Probe gestellt

Eigens geschaffene Überkapazität und hohe Kerosinpreise -  dies sind die momentanen Sorgen der Airlines. Während die großen Airlines Gewinnrückgänge hinnehmen müssen, bangen die kleinen Airlines sogar schon um ihre Existenz.

Doch was sorgt bei der Luftverkehrindustrie für Stress? Hier die wichtigsten Ursachen:

  • Erhöhte Ölpreise
  • Höhere Zinsen
  • schlechte Börsenergebnisse der Luftverkehraktien
  • Nachwirkungen des Sommer-Chaos
  • Brexit

Selbst der Flugzeug-Riese Ryanair musste Gewinnrückgänge hinnehmen. Am Montag teilte die Gesellschaft ihren ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren mit.

Anschließend wies die Fluggesellschaft auf den finanziellen Zusammenbruch kleinerer Airlines hin, wie beispielsweise:

  • Small Planet (Deutschland)
  • Azur Air (Deutschland)
  • VLM (Belgien)
  • Skyworks (Schweiz)
  • Cobalt (Zypern)
  • dänisch-lettische Primera Air (Großbritannien)

Auch die kleine Gesellschaft Flybe aus England verlor an der Börse um 40 Prozent. Diesen Monat hatte die Airline, aufgrund der steigenden Ölpreise, eine Gewinnwarnung ausgesprochen.

Der Kerosinpreis erreichte seinen höchsten Wert seit vier Jahren. Marktuntersuchungen zeigen, dass der Preis seit dem Tiefpunkt 2016 stetig stieg. In diesem Jahr ist der Flugbenzinpreis bereits um 40 Prozent teurer geworden. Im September diesen Jahres wurde erstmalig seit 2014 ein Preis von 90 US-Dollar pro Fass verbucht.

Überblick: Die Lage der einzelnen Airlines

Michael O'Leary, der Chef von Ryanair, zeigte sich in einem Interview mit dem Flugverkehrportal "Airliners.de" alarmiert. Er warnte vor einer stärker werden Krise, welche auch die großen Airlines erreichen könnte.

Die Fluggesellschaft Norwegian habe im voraus nur wenig Kerosin zu günstigeren Preisen gekauft, weshalb sie nun auf das teure Öl angewiesen seien. Auch die portugiesische TAP und die skandinavische SAS würden in eine problematische Situation kommen.Die italienische Airline Alitalia, welche eigentlich bankrott sei, werde weiterhin von der italienischen Regierung auf dem Markt gehalten.

Lufthansa, welche die größte Fluggesellschaft in Europa ist, teilte im zweiten Quartal mit, dass sie dieses Jahr ca. 6 Milliarden Euro für Flugbenzin ausgeben müsse. Dieser Betrag entspricht 850 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Mehr Informationen wird die Airline nächste Woche bei dem Zwischenergebnis zum dritten Quartal bekannt geben.

EXTRA: Lufthansa: Rund 60 Flüge pro Tag fallen aus

Im Zuge der Air-Berlin-Insolvenz vor einem Jahr vergrößerte die Tochtergesellschaft Eurowings ihr Programm, indem sie sich Marktanteile und Landrechte sicherte. Laut des Airlineverbandes IATA sanken die Ticketpreise europaweit signifikant. Noch dazu war im Sommer die Infrastruktur in der Luft und am Boden begrenzt. Daraufhin folgte das Choas:

  • häufige Verspätungen
  • Passagierentschädigungen wegen der Verzögerungen

Diese Faktoren hatten den finanziellen Absturz der Fluggesellschaft Small Planet zufolge. Die Airlines Easyjet, Eurowings und Ryanair kamen relativ glimpflich davon.

Die Situation an der Börse

Lufthansa verlor seit Anfang diesen Jahres 40 Prozent an der Börse, aber damit ist die Fluggesellschaft nicht allein. Europaweit sanken die Wertpapiere seit dem Jahreswechsel deutlich. In diesem Jahr sank der Kurs des Stoxx 600 Travel & Leisure, welcher auch Hotel- und Restaurantketten sowie Reiseveranstalter einschließt, um circa 12 Prozent.

Die Börse verzeichnete durchweg Verluste für die Airlines. Jedoch schnitt die Lufthansa-Aktie gegenüber den Aktien der British-Airways-Mutter IAG, den Fluggesellschaften Easyjet und Ryanair schlecht ab. Air-France-KLM war die einzige Aktie, welche ebenfalls so stark sank.

EXTRA: DAX: Die momentane Lage

O'Leary fasste die schlechte Situation der Luftverkehrindustrie zusammen, indem er auf die hohen Kerosinpreise hinwies und die Fluggesellschaften aufforderte, klug zu planen.

"Das sehen wir ja auch an Lufthansa, die ihre Basis in Düsseldorf schließt - oder eben an Easyjet, die sich aus Porto zurückzieht. Alle Airlines fahren ihr Angebot zurück - wegen niedriger Ticketpreise und dem hohen Ölpreis."

Dies stelle auch die wahre Ursache der Schließung des Ryanairstandorts Bremen am 5. November dar. Die Wegnahme von zwei Flugzeugen aus Bremen wurde von den Gewerkschaften als Bestrafung für vorherige Mitarbeiterstreiks beurteilt. O'Leary gibt sich provokant: Er teilte den Gewerkschaften mit, dass nun vermehrt gut ausgebildete Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt seien.

Quelle: dpa

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