Ryanair: Geht es bergab mit der Airline?

Veröffentlicht am 23. Oktober 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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Ryanair: Erster Rückgang seit fünf Jahren

Mitarbeiterstreiks, hohe Kerosinpreise, der Brexit aufgrund dieser Faktoren bangt Ryanair. Die Airline musste nun einen Gewinnrückgang hinnehmen. Ein im Netz kursierendes Video, welches einen rassistischen Vorfall in einem Ryanairflugzeug zeigt, hilft dabei nicht.

In den ersten beiden Quartalen verzeichnete Ryanair einen Verlust von 7 Prozent und kommt damit auf einen Wert von 1,20 Milliarden Euro.

Am Montag gab der Billigflieger bekannt, dass dies den ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren darstellt.

Nach Angaben von Ryanair sind die Ursachen für die Verluste:

  • Mitarbeiterstreiks
  • Hohe Ölpreise
  • Niedrigere Ticketpreise
  • Schadensersatzzahlungen aufgrund der EU-Fluggastrechte

Aus diesen Gründen hatte das Unternehmen bereits Anfang diesen Monats seine Jahresbilanz heruntergesetzt.

Am Montag gewannen die Ryanair-Papiere um vier Prozent. Nach der Meldung des Gewinneinbruchs sanken die Papiere erheblich.

Rassimus-Vorfall in einer Ryanair-Maschine

Des Weiteren gab es negative Resonanzen auf einen Rassismus-Vorfall an Bord eines Ryanair-Flugzeugs.

Ein provokanter Passagier beleidigte eine 77-jährige Dame als in rassistischer Weise. Trotz seiner lautstarken Diskriminierungen durfte der Mann den Flug antreten. Jedoch wurde die Frau umgesetzt, nachdem sie dies verlangte.

Die Maschine war auf dem Weg von Barcelona nach London und kurz vor dem Start wurde der Vorfall von einem Passagier gefilmt. Dieses Video löste im Internet großes Empören aus. Der Billigflieger gab den Sachverhalt an die Polizei weiter.

Geschäftsprognosen der irischen Airline

Geschäftsjahr 2018/19 (Ende März)

  • Gewinn von 1,10 bis 1,20 Milliarden Euro

Geschäftsjahr 2017/2018

  • Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro

In einem Interview mit Bloomberg befand Michael O'Leary, der Chef von Ryanair, die Prognose für mittelmäßig. Für ihn sei der Kerosinpreis die größte Gefährdung. Außerdem musste das Unternehmen im Zuge des ungewissen Brexit-Prozesses Aktienrückkäufe verlegen. Vor kurzem hatte Ryanair einem Programm über 750 Millionen Euro zugestimmt.

Auch die Tochterfirma macht Verluste

Sowohl die Mutterfirma mit mehr als 400 Flugzeugen, als auch die Tochterfirma Laudamotion verzeichneten weniger Gewinn. Nach neustem Stand verbuchte die Ryanair-Tochter etwa 150 Millionen Euro Verluste. In den momentanen Gewinnprognosen wurde dies noch nicht berücksichtigt.

Ende August 2018 kaufte der Billigflieger über 50 Prozent der österreichischen Fluggesellschaft Laudamotion (die ehemalige Air-Berlin-Tochter Niki) auf. Nach der Insolvenz von Air Berlin erhielt Niki Lauda, welcher Niki gründete, eine Entschädigung. Anschließend ging Niki Lauda mit der Firma unter dem Namen "Laudamotion" an den Markt. Kurz darauf zog er Ryanair als neue Mutterfirma hinzu.

Tarifverhandlungen zwischen Ryanair und Verdi

Christine Behle, ein Vorstandsmitglied von Verdi, erläuterte, dass die Tarifgespräche für rund 1.000 Ryanair-Flugbegleiter fortlaufen:

"Wir liegen noch weit auseinander, aber die Gespräche gehen weiter."

Am Donnerstag und Freitag liefen die Verhandlungen zwischen Ryanair und Verdi. Anschließend beurteilten Experten von Verdi den Zwischenstand, wobei sie keine genaueren Informationen bekannt gaben. Der nächste Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Behle betonte:

"Uns ist wichtig, dass wir einen Sozialplan für die Beschäftigten in Bremen, die von der Schließung ihrer Basis betroffen sind, aushandeln."

Bis zum 5.November plant der Billigflieger die Schließung des Standorts Bremen, an welchem 90 Arbeitsplätze betroffen sind. Behle machte die wichtigsten Anliegen der Arbeiter deutlich:

"Wir wollen ein anständiges Entgelt durchsetzen und wir wollen, dass Ryanair aufhört, Betriebsratsstrukturen zu blockieren und Beschäftigte zu maßregeln, die aktiv für ihre Arbeitnehmerinteressen eintreten."

Am 28. September erfolgte der letzte Streik der Mitarbeiter von Ryanair in Deutschland. Aus diesem Grund kam es zu zahlreichen Flugausfällen.

EXTRA: Probleme bei Lufthansa: 60 Flugausfälle pro Tag

Quelle: dpa

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