Kleider machen Menschen & Erfolg aus: Stimmt das?

Veröffentlicht am 1. November 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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Wir fällen in Windeseile Urteile. Beurteilen Menschen nach ihrem Äußeren. Und das, was wir sehen, entscheidet darüber, ob dem ersten Blick ein zweiter folgt. Ob wir wollen oder nicht:

Wir beurteilen und verurteilen Personen aufgrund ihres Kleidungsstils.

Genauso verhält es sich mit der Verpackung von Produkten. Wir kaufen, wenn die Verpackung suggeriert: "Das will ich." Daher investieren Unternehmen Unsummen in den "Kleidungsstil" ihrer Produkte. Wenn die Verpackung zum "Kauf mich" anregt, ist der Dresscode perfekt. Perfekt für ein Produkt und erst recht für Mitarbeiter eines Unternehmens.

Die Verpackung muss stimmen

Dieser Markenstrategie für Verpackungsdesign könnte man sich bedienen, wenn Frau oder Mann am Morgen vor dem Kleiderschrank steht. Stimmt die "Verpackung" mit der Botschaft: "Vertrau mir, ich bin kompetent" und meiner Persönlichkeit überein, dann hat man gewonnen.

Wenn nicht, ist aufgrund des Erscheinungsbildes unnötige Überzeugungsarbeit zu leisten - und das kostet Kraft.

Kleidung kommuniziert - immer und überall

Kleidung erzählt viel über die Trägerin und den Träger. Kleidung vermittelt subtil:

  • Ideologien
  • Normen
  • Individualität
  • Privatheit

Kleidung drückt beruflichen und gesellschaftlichen Status aus und wird als Code für bestimmte Einstellungen interpretiert. Mit Kleidung zeigen Menschen, wie sie sich selbst sehen, wie sie gesehen und behandelt werden möchten:

  • hierarchisch
  • respektvoll
  • distanziert
  • extrovertiert
  • relaxt

Mit Outfits können wir verschiedenste Facetten unserer Persönlichkeit ausdrücken und uns je nach Anlass "ver"-kleiden, mit Kleidung spielerisch umgehen oder gewollte (und auch ungewollte) Ziele erreichen. Untersuchungen zufolge fühlen wir uns in formeller Kleidung gewissenhafter, im Casual Look (zwanglos) hingegen lockerer und offener für Neues, fitter in Fitnesskleidung und Frauen erotischer mit weitem Dekolleté.

Farben haben Signalwirkung

Nicht umsonst tragen Menschen im Geschäftsleben dunkle, gedeckte Farben wie Schwarz, Dunkelblau oder Dunkelgrau. Sie stehten für:

  • Seriosität und
  • Vertrauen

Je bunter die Farben - strahlendes Rot, frisches Apfelgrün - umso mehr stehen sie für:

  • Energie und
  • Dynamik

Anziehend wirken diese Farben für flexible Menschen in Kreativberufen. Im Gegensatz dazu wird zarten Pastelltönen u.a. geringerer Durchsetzungswille zugeordnet. Diese Farben etwa sind in Sozialberufen von Vorteil, weil sie eine gute Kommunikationsbasis unterstützen.

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Kleidung unterstützt Haltung & Produktivität

Wir fühlen uns in besonders schöner Kleidung, wie einer Abendrobe, attraktiver und selbstsicherer und übersetzen dieses Plus an Selbstwertgefühl in eine würdevolle Haltung; die Trägerinnen und Träger strahlen von innen heraus. Kleidung wird zur Attitüde. Den gegenteiligen Effekt erreichen wir mit dem Jogginganzug im Homeoffice.

Zu meinen, unser Gegenüber kann uns am Telefon nicht sehen, ist zwar richtig. Mit unserer Telefonstimme transportieren wir allerdings entweder Schlabberlook oder sitzen aufrechter und zielorientierter am Schreibtisch im branchenüblichen Business-Outfit.

Weshalb haben viele Unternehmen den Casual Friday (Gepflogenheit, freitags von der strengen Kleiderordnung abzurücken) wieder abgeschafft? Der gelockerte Dresscode führte dazu, dass Mitarbeiter, weil schon in Wochenendstimmung, nachweislich weniger produktiv waren.

Kommt der Business-Anzug wirklich besser an?

Tatsächlich, Menschen, die den smarten Business-Anzug tragen, werden für erfolgreicher gehalten als Jeansträger.

Anzugträgern werden Attribute wie zuverlässig, zielstrebig und selbstbewusst zugeschrieben - das ist eine Seite der Medaille. Die andere: Es kommt selbstverständlich auf das soziale Umfeld an, in dem sich jemand bewegt, in welchem Business er arbeitet und welcher Dresscode von ihm erwartet wird. Wenn ich Joggingschuhe kaufe, fühle ich mich besser aufgehoben, wenn die Verkäuferin oder der Verkäufer sportlich gekleidet in Sportschuhen berät. Er vermittelt mir so ein kompetentes Gefühl. In diesem Kontext wären Anzug und Krawatte eher fehl am Platz.

EXTRA: Anzug, Kostüm oder Jeans? Das perfekte Outfit

Wohlfühlgefühl versus Dresscode

Wer sich in seinem Outfit wohl fühlt, kann überzeugen.

Klingt plausibel, ist aber nicht ganz so einfach. Steve Jobs kleidete sich ausschließlich in Jeans und schwarzem Rolli und fühlte sich offenbar darin pudelwohl. Sein Stil war untrennbar mit seiner Marke, Apple, verbunden und in seiner Branche vollkommen in Ordnung. In Unternehmen, in denen Business-Dresscode erwartet wird, kann so ein "Wohlfühloutfit" den Auftrag oder den Job kosten: Jemand anderes ist möglicherweise angemessener und demgemäß passender gekleidet.

Mit adäquater Garderobe öffnen sich Türen müheloser, werden Ziele schneller erreicht.

Den Berufswunsch mit dem persönlichen Kleidungsstil vereinbaren

Studenten, die ihre Studienzeit in Jeans verbracht haben, und sich nach Studium-Ende in Unternehmen bewerben, in denen ein formeller Dresscode herrscht, müssen ihren Stil anpassen oder sich einen Job in einem Umfeld suchen, der ihren lockeren Bekleidungs-Wünschen entspricht. Es bleibt abzuwägen:

  • Was ist mir wichtig?
  • Welche Ziele will ich erreichen?
  • Kann ich für die Karriere eine Kleidervorgabe akzeptieren?

Nutze Kleidung gezielt für deine Selbstvermarktung

Kleidung ist ein Kommunikationsmittel und es macht gute Stimmung, wenn wir uns wohlfühlen und dem Anlass entsprechend gekleidet sind. Wer sich der unterschiedlichen Codes bewusst ist, kann Kleidung erfolgreich als Marketinginstrument nutzen. Denn deine zweite Haut - die Kleidung - legt dir den roten Teppich für deine Inhalte.

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