Prokrastination: 3 Strategien, um nie mehr etwas aufzuschieben

Veröffentlicht am 12. Oktober 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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Prokrastination: 3 Strategien, um nie mehr etwas aufzuschieben

Acht Stunden Zeit. Ich habe extra Freunden abgesagt. Projekte abgelehnt und im Vorfeld meine Wohnung aufgeräumt. Das ist meine beliebteste Ausrede:

Erst muss alles um mich herum aufgeräumt sein, bevor ich überhaupt an die Arbeit denken kann.

Acht Stunden. Das reicht locker. Dann kann ich noch einen Zeitungsartikel lesen. Die weiterführenden Links sind interessant. Ich klicke darauf und finde mich in anderen Welten wieder. Eine Stunde geht vorbei, ehe ich merke, dass mich das Internet mit seinen Tentakeln in seinen Bann gezogen hat. Ich reiße mich davon weg und gehe in die Küche. Eine Kleinigkeit Essen gibt Kraft für die anstehende Arbeit.

Eine weitere Stunde verstreicht. Jetzt wird es Zeit. Ich setze mich vor den Computer. Ich wollte schon seit Ewigkeiten dieses Buch anfangen. Um mich herum schaffen die Menschen so viel. Sie gründen Unternehmen, bekommen Preise für ihre Werke, leben ihren Traum durch harte Arbeit.

Ich sitze vor dem Rechner - es passiert nichts. Vielleicht hilft ein Spaziergang. Draußen ist es kühl. Ich gehe die Straße entlang, bleibe in der Nähe meiner Wohnung und des Computers, sonst bekäme ich ein schlechtes Gewissen. Die Hälfte der Zeit ist verlaufen. Ich fühle mich mies. Eine Frage kommt in mir auf.

Bin ich wirklich so faul?

Ich schaue in den Spiegel. So mag ich mich nicht besonders. Ich sehe mich lieber als Weltverbesserer. Jemanden, der es geschafft hat. Was auch immer dieses "es" sein soll.

Bei anderen Dingen fällt es mir ganz einfach loszulegen. Joggen zum Beispiel fange ich einfach an. Da gibt es keinen zweiten zusätzlichen Gedanken. Warum fange ich nicht dieses Buch an? Ich setze mich wieder vor den Rechner und tippe und lösche. Ich tippe und lösche. Ich frage mich nach fünf Stunden, warum ich nicht eher angefangen habe. Ich bin nicht faul.

Die Wenigsten, die unter Prokrastination leiden sind wirklich faul.

Auch Kinder nicht, die ihre Hausaufgaben andauernd vor sich herschieben. Es sieht nur an der Oberfläche so aus.

In Wahrheit ist es einfach Angst.

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Aufschieberitis besiegen, Blockaden überwinden, Ziele erreichen, auch: Zeitmanagement und Selbstmotivation

Gebundene Ausgabe: 276 Seiten
Erscheinungstermin: 30. Oktober 2017
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Angst, nicht gut genug zu sein

Früher beim Sandburgen bauen hatte ich keine Angst. Niemand bewertete meine Arbeit. Ich konnte alles ausprobieren. Heute grübele ich öfters über die Meinungen anderer. Was sie wohl zu meinem Buch sagen werden? Die Angst vor Kritik hält mich zurück. Sie lässt mich nicht anfangen.

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Wenn du dir diese Angst eingestehen kannst, weißt du, wie du mit diesem Problem umgehen kannst. Hier sind drei Strategien, um nie mehr Dinge vor dir hinzuschieben:

1. Alles ist ein Test

Geh deine Projekte mit mehr Leichtigkeit an, nimm den Druck aus der ganzen Sache. Du willst dieses Jahr ein Buch schreiben? Das klingt nach einer großen Sache, nach einem riesigen Berg an Arbeit. Probiere folgendes: Nimm dir vor, dieses Jahr drei Bücher zu schreiben. Klingt absurd? Sieh es so: Jetzt muss dein erstes Buch gar nicht perfekt werden, es folgen ja noch zwei weitere.

Deine Angst verfliegt, wenn du mal etwas nicht so ernst nimmst, wenn du die Dinge nicht als endgültig ansiehst, sondern eben einfach als Versuch. Dein erstes Buch ist der Test. Mit diesem Mindset überwindest du deine Ängste.

2. Gesunder Trotz

Irgendwann kommt man an den Punkt, da muss man sich einfach sagen: Scheißegal.

Ich mache das für mich und für niemanden sonst.

Sollen die anderen doch drei Tage darüber reden, wenn ich scheitere. Danach kräht kein Hahn mehr danach. Im Grunde bin ich nur ein Spiegelbild ihrer eigenen Ängste. Wenn ich versage, habe ich dennch den Versuch gewagt, während andere den Mut nicht aufbringen.

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Aber vielleicht habe ich ja auch Erfolg?

3. Denke simpel

Wie ich es schaffe, mich zum Joggen zu motivieren? Ich sehe nur die Schuhe vor mir und weiß, wenn ich sie jetzt anziehe, habe ich gewonnen. Ich denke erst gar nicht an den starken Regen, der mir gerade ins Gesicht prasselt. Ich denke nicht an Kilometer zehn, wenn mein Atem langsam schwerer wird. Und genau das funktioniert auch bei meinem Buchprojekt. Erst einmal schreiben und einfach Spaß haben. Ob danach Verlage interessiert sind oder nicht, ist in dieser Phase unwichtig.Überlege dir:

Was ist der nächste kleinere Schritt, der den Schneeball ins Rollen bringt?

Und jetzt starte endlich mit deinem Projekt. Ja, genau! Tu das, was du schon vor einer Stunde erledigen wolltest.

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