Mitarbeiter fördern: Warum Chefs auch Coaches sein müssen

Veröffentlicht am 15. März 2018 in der Kategorie Management & People Skills von

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Globalisierung, digitale Transformation sowie das vielbeschworene Arbeiten 4.0 stellen uns vor neue Herausforderungen. Etablierte Vorgehensweisen stehen auf dem Prüfstand. Dazu zählt auch das Thema Führung. Welches Unternehmen den „War for Talents“ gewinnt, entscheidet nicht zuletzt der Stil, mit dem es Mitarbeitern begegnet.

Führungskräfte müssen heute vieles, aber längst nicht mehr nur nach althergebrachter Weise „koordinieren, kontrollieren und korrigieren“.

Heute steht bei Mitarbeitern vielmehr der Wunsch nach Kooperation und Kommunikation im Vordergrund. Ein hoher IQ allein reicht nicht mehr, der emotionale Quotient (EQ) eines Chefs hat an Bedeutung gewonnen. Vorgesetzte sollen empathisch, gelassen, verständnisvoll, zugänglich, bestärkend und individuell im Umgang mit Mitarbeitern sein.

Hohe Anforderungen, die neben der fachlichen eine besondere soziale Kompetenz verlangen. Vom guten Selbstmanagement ganz zu schweigen. Um komplexe Ansprüche souverän zu meistern und Höchstleistung zu erbringen, braucht es eine starke Persönlichkeit.

EXTRA: Führung mit Stil: Werde Chef der Herzen!

Mitarbeiterbindung: Persönlichkeitsentwicklung ist der Schlüssel zu guter Führung

Selbstreflexion ist dabei eine Schlüsselqualifikation. Je besser ich mich selbst als Mensch führe, desto besser kann ich auch andere Menschen führen. Je mehr Möglichkeiten und Methoden ich zur Selbstführung kenne, desto gezielter kann ich diese auch beim Führen anderer anwenden.

Arbeiten 4.0 verlangt nach Führung 4.0.

Stärkenorientiertes Führen bedeutet, vorhandene Stärken und Potenziale zu erkennen und bewusst zu machen, diese zu optimieren und Mitarbeiter auf diese Weise enorm zu motivieren. Wie ein Coach begleiten die Chefs der Zukunft ihre Mitarbeiter bei der Entwicklung individueller Stärken. Wer künftig erfolgreich führen will, braucht Coaching-Kenntnisse. Nicht ohne Grund gilt Business Coaching mittlerweile als wesentlicher Bestandteil der Personalentwicklung und zählt zu den weltweit am schnellsten wachsenden Branchen.

Wer über ein tieferes Verständnis für Ursachen und Zusammenhänge verfügt, kann souverän mit herausfordernden Mitarbeitern und Situationen umgehen. Wie bei einem Coach ist es auch für Chefs wichtig, unvoreingenommen und wertfrei im Umgang mit Mitarbeitern zu sein, die Kunst des Zuhörens und der Reflektion zu beherrschen.

Wohlgemerkt: Die Rolle des Coachs hebt dabei die Rolle des Vorgesetzten nicht auf. Als Coach ist man dem Mitarbeiter verpflichtet, als Vorgesetzter aber auch dem Unternehmen sowie der Vermittlung zwischen beiden.

Sensible Bereiche erkennen und entsprechend handeln

Eine Grundvoraussetzung für Führungskräfte ist es, sich mit den Zielen und Werten des Unternehmens identifizieren zu können. Die hohe Kunst des Führens liegt darin, diese Ziele und Werte an das Team weiterzugeben. Das ist gerade im mittleren Management ein sehr sensibler Bereich. Hier sind Führungskräfte häufig in der Situation, Ziele oder Entscheidungen umsetzen zu müssen, mit denen sie sich selbst nicht identifizieren können. Das ist nicht leicht. Führungskräfte sollten in der Lage sein, sich mit diesem Konflikt auseinanderzusetzen und ihn auch ihrem Team gegenüber ehrlich zu vermitteln. Das bedarf der Selbstreflexion und einer stabilen Persönlichkeit.

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Ein Chef mit Coachingkenntnissen kann eigene Konflikte besser auflösen und Konflikte bei anderen besser erkennen. Er verfügt über eine höhere Lösungsorientierung und kann Mitarbeiter in festgefahrenen Situationen und bei herausfordernden Aufgaben unterstützen. Der „War for Talents“ wird nicht allein über Gehalt und Incentives entschieden, sondern vielmehr durch den menschlichen Umgang.

Der Mensch bleibt auch beim Arbeiten 4.0 die wichtigste Ressource eines Unternehmens – allerhöchste Zeit, diesen auch in der Führung ganzheitlich zu betrachten.

Den einzelnen Baum im Wald erkennen: Individuelle Förderung von Mitarbeitern

Menschen wollen gesehen werden. Uns eint das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und Zugehörigkeit. Für Führungskräfte bedeutet das, den einzelnen Mitarbeiter in seiner Individualität und nicht nur als Teil des Teams wahrzunehmen. Mit fundiertem Wissen und entsprechendem Handwerkszeug können Führungskräfte sowohl die Bedürfnisse und Befindlichkeiten als auch vorhandenes Potenzial bei Mitarbeitern klarer erkennen und angemessen handeln.

Führungskräfte mit Coachingkenntnissen sehen schneller, welcher Mitarbeiter unter Stress steht und bei welchen Aufgaben sich der Einzelne sicher und wohl fühlt. Sie haben gelernt, nicht sich selbst als Maß zu nehmen, sondern die Fähigkeiten des Mitarbeiters. Die Hauptverantwortung einer Führungskraft liegt, trotz aller gewinnorientierten Vorgaben und Zielsetzungen, im versierten Umgang mit Mitarbeitern.

EXTRA: 7 Coaching-Fehler und wie du sie aus dem Weg räumst


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