Weiterbildung 2.0 – das müssen Chefs wissen!

Veröffentlicht am 7. April 2014 in der Kategorie Management & People Skills von

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Weiterbildung 2.0 - das müssen Chefs wissenWeiterbildung ist auch nicht mehr das, was es mal war. Top-Mitarbeiter suchen sich ihren Arbeitgeber heutzutage sehr genau aus. Die Folge daraus ist ein Wandel des Arbeits- und Ausbildungsmarkt vom klassischen Bewerber- zum Nachfragemarkt. Deshalb beschäftigen sich Firmen inzwischen stark mit dem Thema Talentmanagement. Denn in Zukunft gibt es nicht mehr genügend Fachkräfte, die die Unternehmen von außen einkaufen können. Stattdessen werden sie ihren Bedarf von innen, genauer gesagt mit dem eigenen Nachwuchs, decken. Das heißt, die Weiterbildung bekommt einen immer strategischeren Charakter. Unternehmen planen, welche Qualifikationen ihre High Potentials in drei oder fünf Jahren haben müssen, um diese Lücke gezielt zu schließen.

Digital Natives fordern neue Form der Weiterbildung

Aktuell ist Weiterbildung noch sehr reaktiv: Erst wenn die Mitarbeiter oder Manager eine Wissenslücke melden, suchen viele Unternehmen nach einer Lösung und bieten etwa den Besuch eines Seminars an. Genau hierbei liegt der Fehler, aber das soll sich nun ändern. Wer also künftig das Wissen nicht zur Verfügung stellt, wird als Firma uninteressant für die junge Generation und somit auch für junge Spitzenkräfte, welche das Unternehmen voran bringen könnten.

Hinzu kommt: Weiterbildung ist bisher meist ein Prozess, der seminaristisch und lernzielorientiert ist. Die Angebote müssen sich aber auf die neuen Bedürfnisse einrichten. Deshalb nimmt informelles Lernen zu: Die sogenannten Digital Natives, also die Menschen, die mit Internet aufgewachsen sind, wollen wie folgt lernen:

  • ortsunabhängig
  • zeitunabhängig
  • mit dem Medium ihrer Wahl

Die Angst, die heute noch bei vielen Unternehmern vorherrscht, dass nur noch gelernt, aber nichts mehr gearbeitet wird, ist unbegründet. Denn klar ist: Weiterbildung macht produktiver. Es lohnt also in jedem Fall in das Wissen der Mitarbeiter zu investieren und sich seine eigen Elite "anzulernen".

Talentplanung muss Teil der Unternehmensstrategie sein!

Wenn weniger Menschen immer mehr Arbeit zu verrichten haben - was in der Folge der schon jetzt absehbare Effekt des demografischen Wandels ist - muss sich Weiterbildung in den nächsten Jahren weiter verändern. Stichwort: Talentplanung. Weiterbildungsverantwortliche müssen genau hinsehen, was Mitarbeiter heute können und was sie in drei oder fünf Jahren können müssen. Das bedeutet, Weiterbildung muss mit der Unternehmensstrategie Hand in Hand gehen. Nur Firmen, die hier die richtigen Entscheidungen treffen, bleiben bestehen. Denn vorhandene Arbeitnehmer werden nur dann zu Spitzenkräften, wenn sie stets dazulernen. Und: Solche, die bereits zu den Spitzenkräften zählen, bleiben nur dann in Ihrem Unternehmen, wenn Sie die Möglichkeit zur Weiterentwicklung bekommen.

Eine Prüfung nach der Weiterbildung kann sinnvoll sein!

Außerdem verlangt der Markt, dass betriebliche Weiterbildung messbar ist. Lernkontrollen finden schon heute statt – doch nur selten in Deutschland. Die größte Hürde hierbei ist der Schutz persönlicher Daten. Setzen sich Unternehmer erst einmal damit auseinander, lässt sich aber auch diese durch beispielsweise Betriebsvereinbarungen bezwingen. Der Aufwand lohnt sich, denn Weiterbildung ist eine Investition, die sich durch strategisches Implementieren in alle Ebenen rasch bezahlt machen kann.

E-Learning als mögliche Alternative?

Interessant ist auch: Weltweit liegt der E-Learning-Anteil im einstelligen Prozentbereich, gemessen am gesamten Weiterbildungsmarkt. Also gibt es hier noch enorme Wachstumsraten. E-Learning hat insgesamt ein großes Potential. Wer Weiterbildung als punktuelle Schulungsmaßnahmen ad Hoc in der Not begreift, gehört sicher nicht zu den Gewinnern. Optimale Ergebnisse dagegen erreicht, wer nicht nur formale Schulungsprogramme zur Talententwicklung auf die Geschäftsziele abstimmt, sondern auch gleichzeitig ein breiter Pool an Wissens-, Trainings- und Informationsressourcen zur Verfügung stellt.