Die Stimme des CEO: So setzen Sie Ihre Stimme im Konflikt-Gespräch richtig ein! (Teil III)

Veröffentlicht am 27. Februar 2014 in der Kategorie Management & People Skills von

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Unsere Praxisserie beschäftigt sich mit der Bedeutung der menschlichen Stimme im Business. Ich zeige, inwieweit die Stimme der Schlüssel zum beruflichen Erfolg ist. Im dritten Teil erfahren Sie, wie Sie trotz Stress bei Stimme bleiben.

„Es war eine schreckliche Diskussion. Die Stimmen wurden immer lauter. Frau Müller begann zu kreischen und Herr Maurer ließ seine Stimme durch den Raum poltern.“

Wenn nicht sogar im Berufsleben, so haben Sie wahrscheinlich im Privatleben solche oder ähnliche Situationen schon erlebt. Gerade in Konfliktsituationen ist die Stimme sehr präsent und hat eine starke Wirkung. Die gute Nachricht: Auch hier haben Sie es selbst in der Hand. Sie können Ihre Stimme bewusst einsetzen. Wie ein Argument, kann auch der gezielte Einsatz der Stimme im Konflikt zur Lösung beitragen.

Warum wird meine Stimme in Konflikten laut & schrill?

Anspannung erhöht die Stimme. Die Körpersprache zeigt angespannte Blicke, Gesten und Körperhaltungen. All das wirkt unmittelbar auf den Klang der Stimme, die Kontrahenten werden merklich lauter und höher, bis die Situation schließlich vielleicht sogar eskaliert und beide einander anschreien.

Sowohl Frauen- also auch Männerstimmen werden im Konflikt höher. Den sogenannten „Alarmbereich“ erreicht aber die weibliche Stimme früher.

Damit sind die hohen Tonlagen der menschlichen Stimme gemeint, die instinktiv etwa für Angstschreie oder Hilferufe verwendet werden. Was in Momenten der Lebensgefahr sinnvoll und nützlich ist, verstärkt jedoch im Streit zusätzlich die Dynamik der Auseinandersetzung.

Wie kann ich meine Stimme im Konflikt „herunterbringen“?

Es ist sicher nicht ganz einfach, sich der unwillkürlichen Spiegelung von Gefühlen und Verhaltensweisen zu widerstehen. Achten Sie besonders auf die stimmlichen Warnsignale im Gespräch. Die ersten Anzeichen hören Sie meistens bereits lange bevor der Streit offen ausbricht. Jetzt ist die richtige Gelegenheit, zu reagieren.

1. „Sense Focusing“ – gezieltes Wahrnehmen zur Selbststeuerung

Sobald Sie bemerken, dass in Ihnen Ärger, Zorn oder Wut aufsteigt, fragen Sie sich: „Wo in mir spüre ich dieses Gefühl im Moment körperlich am stärksten?“

1. Legen Sie Ihre flache Hand auf diese Stelle. Niemand wird das beachten. Oft ist es der Magen, der sich spürbar zusammenzogen hat, oder der Bauch, in dem es arbeitet, vielleicht auch Ihr Herz, das pocht.
2. Spüren Sie in sich hinein. Was genau nehmen Sie wahr? Ist es die Wärme, das Auf und Ab der Atmung? Oder ist es das Schlagen Ihres Herzens?

Allein durch die Berührung wird sich die Spannung langsam zu lösen beginnen. Nun sind Sie steuerungsfähiger und können selbstbestimmt handeln. Welche Bedürfnisse und Wünsche liegen hinter der Verärgerung oder dem Vorwurf? Welchen kleinsten konstruktiven Schritt können Sie nun tun, um zur Lösung des Konflikts beizutragen?

3. Stimmlich können Sie Ihre Stimme stärker in Richtung des vertrauenerweckenden Eigentons führen, indem Sie ein „mmhhh“ von sich geben. Keine Sorge: ein einfaches „mmhhh“ heißt noch nicht, dass Sie den Aussagen Ihres Gegenübers zustimmen. Es signalisiert allerdings, dass Sie ihm zuhören und versuchen, seinen Standpunkt zu verstehen. Auch das kann bereits konfliktentschärfend und auf Ihr Gegenüber besänftigend wirken.

Mit Hilfe dieser Methode erlangen Sie im Konflikt Ihre Handlungsfähigkeit wieder und beruhigen Ihre Stimme, weil Sie Ihrem Körper einen Teil der Anspannung nehmen. Wenden Sie diese Methode überall dort an, wo starke Gefühle Ihre Handlungsfähigkeit einschränken.

2. Die „entspannte“ Stimme

Wenn es darum geht, dass die Stimme insgesamt als „zu hoch“ wahrgenommen wird, kann das viele verschiedene Ursachen haben. Der Schlüssel zu einer entspannten Stimme ist aber in jedem Fall die Atmung. Sie ist sehr feinfühlig und wird durch kleinste Regungen beeinflusst, seien es Gefühle, Gedanken oder Bewegungen.

  1. Setzen Sie sich aufrecht hin, ohne sich anzulehnen.
  2. Summen Sie ganz ohne Absicht, entspannt und langgezogen vor sich hin: „mmhhh“.
  3. Bewegen Sie nun Ihren Oberkörper, Ihren Brustkorb, Ihre Schultern und Arme langsam in alle Richtungen. Räkeln und dehnen Sie sich.
  4. Achten Sie auf den Atem – und auf den Klang Ihrer Stimme. Welche Veränderungen können Sie feststellen? Wann verdichtet sich Ihre Stimme? Wann wird die Stimme dünner oder enger, wann hört sie sich gepresster an?

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