Elternzeit, Sabbatical & Co.: So klappt das Gespräch zur Wiedereingliederung!

Veröffentlicht am 4. Dezember 2013 in der Kategorie Management & People Skills von

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elternzeit-gespraech-sabbaticalIn fast allen größeren Unternehmen gibt es Mitarbeitergespräche. Manche Firmen führen Exit-Gespräche durch. Eher wenige Betriebe führen auch sogenannte Auszeit-/Rückkehrgespräche. Viele Unternehmer fragen sich ...

"Wozu soll ein solches Gespräch gut sein, wir haben sowieso schon genug mit dem Tagesgeschäft zu tun."

Diese Aussage ist zwar verständlich, aber langfristig nachteilig. Sowohl die Abteilung als auch der Mitarbeiter, der pausiert, können mit einem solchen Gespräch im Hintergrund effektiver arbeiten und den zeitlich begrenzten Arbeitskraftverlust besser kompensieren und verstehen. .

Rückkehrgespräch: Die Definition

Das Auszeit-/Rückkehrgespräch ist, wie auch das Mitarbeitergespräch, ein wichtiges Führungs- und Personalentwicklungs-Instrument.

Anlässe für ein solches Gespräch

Anlass ist ist immer eine längere Abwesenheit eines Mitarbeiters, z.B. durch

  1. Krankheit oder Burnout
  2. längere Aus- oder Weiterbildung
  3. freiwillige Auszeit/ Sabbatical
  4. Karenzzeit bzw. Elternzeit

Rückkehrgespräch: Ziel & Ablauf

Ziel dieses Gesprächs ist es den Mitarbeiter über wesentliche Änderungen, Neuerungen und Geschehnisse in der Organisation während seiner Abwesenheit zu informieren.

Rahmenbedingungen eines solchen Gesprächs

  • Das Gespräch selbst dauert ca. 30 bis 60 Minuten
  • Es sollte in angenehmer Atmosphäre auf neutralem Boden im Unternehmen ungestört geführt werden.
  • Es sollte am Tag der Rückkehr aus der Abwesenheit oder jedenfalls binnen der ersten 3 Tage (max. 1. Woche) stattfinden.
  • Aktives, offenes, empathisches und interessiertes Zuhören ist dabei eine ganz zentrale Gesprächskompetenz.
  • Falls es sich um ein Gespräch nach der Elternzeit handelt, so führen sie das Gespräch jedenfalls mindestens 2 bis 4 Wochen vor Karenzende.
  • Klären Sie, ob der Mitarbeiter auf aktuellem Wissensstand ist. Falls nicht, bieten Sie gezielte Unterstützung, Fortbildung oder einen Paten an.
  • Am Ende soll jedes Gespräch positiv abgeschlossen werden. Es folgt eine gemeinsame Vereinbarung für die weitere Vorgehensweise, die von beiden Seiten unterschrieben werden sollte.

Fortbildungen während der Elternzeit?

Weiter stellt sich auch die Frage nach möglichen Fortbildungen in der Auszeit, sofern nicht die Auszeit gezielt für eine Aus-/Weiterbildung vereinbart war. Bei der Rückkehr aus einer Bildungs-Karenz ist (sofern das nicht bereits im Vorfeld besprochen wurde) zu klären, welche neuen Aufgaben und Funktionen der Mitarbeiter ab wann wie übernehmen könnte und soll. Darüber hinaus erscheint es äußerst sinnvoll zu vereinbaren, wie andere Kollegen vom Wissen aus der Weiterbildung profitieren können.

Fazit: Deshalb ist ein solches Gespräch sinnvoll!

Das Auszeit-/Rückkehrgespräch bringt so Klarheit für die Beteiligten und leistet einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Kommunikation sowie Unternehmenskultur. Wichtig ist, dass dieses Gespräch standardisiert und verbindlich durchgeführt wird. Es sollte nicht halbherzig oder als lästige Pflicht von den zuständigen Führungskräften gemacht werden, wie es in manchen Betrieben auch beim Mitarbeitergespräch leider in der Praxis oft vorkommt.

Der etwas andere Buchtipp

Abenteuer Elternzeit: Ein Ratgeber über das Reisen mit Baby und Kleinkind

erschienen am 2. März 2015
Autor: Inka Schmeling
Taschenbuch: 267 Seiten
Verlag: Beltz; Auflage: 6
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