Angriff auf die eigenden Schwächen: Selbstcoaching für junge Selbständige

Veröffentlicht am 3. September 2013 in der Kategorie Management & People Skills von

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Selbstcoaching für junge Selbständige

Beim Start in die selbstständige Existenz wird der Gründer mit vielen Fragen konfrontiert: Ausgestaltung der Geschäftsidee, Businessplan und Finanzierung, Versicherungspflichten, Rechtsform, staatliche Auflagen. Die Grundlage aber bildet seine Gestalterkraft – ohne die Energie, eine Vision und Geschäftside verwirklichen zu wollen, fehlt der innere Antrieb.

Natürlich muss ein Gründer für seine Idee brennen, an sie glauben und willens sein, alle Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Aber Hand aufs Herz: Wen befallen auf diesem oft steinigen Weg nicht zuweilen Zweifel, Bedenken und Ängste! Und hier hilft Selbstcoaching weiter.

Die Selbständigkeit sollte mit den drei wichtigsten Werten des Gründers in Einklang stehen – dann wirken sie produktiv, ansonsten hemmend.

In 4 Schritten zum Selbstcoacher

1. Bestandsaufnahme

1. Bestandsaufnahme

2. Entscheiden

2. Entscheiden

3. Planen

3. Planen

4. Dranbleiben!

4. Dranbleiben!

Ziele des Selbstcoachings sind die persönliche Weiterentwicklung und die Entfaltung brachliegender Potenziale, die der Gründer benötigt, um seine Existenzgründung zielstrebig voranzutreiben. Ein Selbstcoacher geht in vier Schritten vor:

  • sich mithilfe einer Bestandsaufnahme und Ist-Analyse Klarheit über die Situation verschaffen,
  • mutig und entschlossen die Entscheidung treffen, was geändert werden muss,
  • einen Maßnahmenplan zur Umsetzung des Veränderungsprozess entwickeln, und
  • stets dranbleiben, also Nachhaltigkeit anstreben.

Nehmen wir als Beispiel die Gestalterkraft: Wer sich selbständig macht, kann es sich nicht leisten, sich Energieräubern auszuliefern. Der Gründer muss sich darauf fokussieren, die Dinge zu tun, die ihn der Realisierung seiner Geschäftsidee näherbringen. Darum prüft er, was ihn daran hindert und was nicht, was ihm mithin Spaß und Freude bereitet und ihm so konstruktive Gestalterenergie zuführt. Selbstcoacher bleiben bei der Analyse nicht stehen, sondern ziehen Konsequenzen aus der Bestandsaufnahme. Konkret: Sie sehen, dass sie ihre Potenziale besser nutzen können, indem sie die blockierenden Nervtöter bekämpfen und die Energieräuber minimieren, die Energiebeschleuniger hingegen stärken.

Der Sinn handlungsanleitender Werte

Ein Selbstcoacher versucht herauszufinden, welche Werte ihn antreiben. Dazu entwirft er eine Liste mit seinen drei wichtigsten Werten. Jeder Schritt in die Selbständigkeit sollte mit diesen Werten in Einklang stehen – dann wirken sie produktiv, ansonsten hemmend. Die Werteorientierung unterstützt ihn in vielerlei Hinsicht, Stichwort „Networking“. Der Gründer ist auf Hilfe angewiesen und baut darum ein Netzwerk auf. Er schließt sich mit Menschen zusammen, denen er nützlich sein kann – und die andererseits ihn unterstützen. Ohne das Prinzip „Geben und Nehmen“ funktioniert Networking nicht. Parallel dazu verfolgt er die Anti-Blutsauer-Strategie: den Kontakt mit Menschen, die ihm Gestalterkraft kosten, vermeidet er strikt.

Das Spiel mit den Perspektiven

Ein hilfreiches Selbstcoaching-Tool für Gründer ist das „Spiel mit den Perspektiven“. Blockaden, Probleme, Herausforderungen – oft erscheinen sie gerade jungen Selbständigen unlösbar. Wenn der Gründer jedoch den Blickwinkel ändert, scheint plötzlich eine Lösung auf:

  • Vergrößern: Der Gründer betrachtet das große Ganze, die Strukturen, Abläufe, Abhängigkeiten: Welche neuen Veränderungsmöglichkeiten gibt es?
  • Hinzufügen: Wo kann er etwas hinzufügen, um aus einem bestehenden Problem einen konstruktiven Sachverhalt zu machen?
  • Wegnehmen: Welche Komponente lässt sich entfernen, um das Problem zu entkräften?
  • Kombinieren: Welche Problemaspekte lassen sich kombinieren, auch wenn sie scheinbar nichts miteinander zu tun haben?
  • Ersetzen: Welchen Aspekt kann er durch einen anderen ersetzen, um die Situation zu entschärfen?
  • Umkehren: Der Gründer dreht den Spieß um: Was wäre das genaue Gegenteil? Welche neuen Lösungsmöglichkeiten eröffnen sich durch diese Umkehr-Technik?

 

Auf Seite 2 erfahren Sie, warum Sie keine Angst vor Niederlagen haben sollten und wie Sie Vertrauen in die eigenen Stärken erweitern können.

 

(Bilder: © mediendesign - mediendesign.de)