Mitarbeiterbefragung: Nutzen Sie das Feedback Ihrer Mitarbeiter!

Veröffentlicht am 13. Mai 2013 in der Kategorie Management & People Skills von

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Feedback der Mitarbeiter nutzenModerne Mitarbeiterbefragungen ermöglichen – richtig angepackt – nachhaltige Veränderungen und Verbesserungen in Unternehmen. Matthias Diete von der Konstanzer Cubia AG erklärt, unter welchen Voraussetzungen diese Erhebungen ihren Nutzen entfalten.

Engagierte, bindungsbereite Mitarbeiter, bessere Führung, funktionierende Prozesse, erfolgreiche Veränderungsprojekte – Unternehmen, die mit ihrem Personal in Form einer Mitarbeiterbefragung in den Dialog treten, profitieren auf vielfältige Weise. Denn das Feedback verdeutlicht nicht nur, wie zufrieden und leistungsbereit die befragten Mitarbeiter sind, sondern es zeigt auch, was Unternehmen ändern sollten, um etwa die Führung, Unternehmenskultur, Schnittstellen oder Prozesse zu optimieren. Mitarbeiterbefragungen sind somit weit mehr als ein Orientierungskompass für Geschäftsführung und Mitarbeiter.

Einen besonderen Mehrwert entwickeln Befragungen dann, wenn sie Managementstrategien flankieren beziehungsweise darin integriert sind und wenn die Ergebnisse zum Beispiel für Personal- und Organisationsentwicklungsprozesse genutzt werden. Wird die Mitarbeiterbefragung nach einer bestimmten Zeit wiederholt, lässt sich evaluieren, inwieweit Strategien, Projekte und Folgemaßnahmen tatsächlich erfolgreich sind.

Planung einer Mitarbeiterbefragung

Hat sich ein Unternehmen entschieden, eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen, sollte die Geschäftsleitung die Ziele der Befragung festlegen und ein Projektteam bestimmen, das mit der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung betraut wird. Wichtig ist es, auch die Mitarbeitervertretung frühzeitig einzubeziehen. In der Regel wird diese konstruktiv und positiv an der Mitarbeiterbefragung mitwirken, denn auch die Mitarbeitervertreter sind an Fakten interessiert, welche die Interessen der Belegschaft besser sichtbar machen als eine vermutete Stimmungslage.

Das Projektteam legt fest, wann die Befragung durchgeführt wird und mit welchen Medien befragt wird (Papier und/oder Online). Ferner ist die Befragungs- und Auswertungstiefe zu definieren und festzulegen, wer später über die (Teil-)Ergebnisse informiert werden soll und wie die Erkenntnisse für die Organisations- und Personalentwicklung genutzt werden.

Die Mehrzahl der Unternehmen, die eine Mitarbeiterbefragung planen, beziehen externe Berater mit ein. Dies hat mehrere Gründe. Die externen Spezialisten haben nicht nur entsprechende Erfahrung in der Prozessplanung, Fragebogenentwicklung, Durchführung und Auswertung. Sie verfügen auch über Instrumente, die das Datenhandling erleichtern und die Datensicherheit garantieren. Zudem wissen sie aus vergleichbaren Projekten, wie sich aus den Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen ableiten, umsetzen und im weiteren Prozess steuern und dokumentieren lassen. Um die gesetzten Ziele und einen nachhaltigen Nutzen der Mitarbeiterbefragung zu erreichen, ist bei der Auswahl des externen Dienstleisters auf fachliche und methodische Kompetenz zu achten.

Ziele kommunizieren

Bereits im Vorfeld einer Befragung ist der Informations- und Kommunikationsbedarf hoch. Je früher damit begonnen wird, eine Mitarbeiterbefragung über die verfügbaren unternehmensinternen Kommunikationskanäle glaubwürdig zu bewerben, desto besser. Mitarbeiter könnten sonst befürchten, dass es sich um eine Alibibefragung handelt und dass die Geschäftsführung die Ergebnisse nicht ernst nimmt bzw. Folgemaßnahmen ausbleiben. Ebenfalls sind möglicherweise vorhandene Bedenken hinsichtlich Anonymität und Datenschutz auszuräumen.

Im Rahmen der Kommunikationsmaßnahmen ist transparent zu machen, welche Ziele die Befragung verfolgt und wer welche Auswertungen erhält. Außerdem ist zu vermitteln, dass die Mitarbeiterbefragung zu Verbesserungen führen soll, von denen Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter profitieren (s. Checkliste). So sollten die Führungskräfte erkennen, dass ihr eigenes Führungsgeschäft fortan leichter wird. Gelingt es auf diese Weise, bei Führungskräften wie Mitarbeitern ein Commitment herzustellen, werden hohe Teilnehmer- bzw. Rücklaufquoten erreicht. In der Regel liegt die Beteiligungsquote im gewerblichen Bereich bei über 60 Prozent, bei Angestellten und Führungskräften zwischen 70 und 90 Prozent.

Die Qualität des Erhebungsfragebogens ist ganz entscheidend für den Projekterfolg. Die Fragebogenentwicklung stellt daher einen zentralen Schritt im Gesamtprozess dar, an dem sich das Unternehmen aktiv beteiligen sollte. Ein professionell arbeitendes Beratungsunternehmen wird daher auch die Meinung von „einfachen“ Mitarbeitern, zum Beispiel aus der Produktion, mit in den Entwicklungsprozess einfließen lassen. Fragebögen „von der Stange“ vergeben hingegen oft die Chance, die entscheidenden strategischen Informationen zu erhalten.

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