Schreibblockaden überwinden – wie Texte fürs Unternehmen optimal gelingen

Veröffentlicht am 2. Mai 2013 in der Kategorie Management & People Skills von

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Schreibblockaden überwinden – wie Texte fürs Unternehmen optimal gelingenFast jeder, der sein Unternehmen im Internet und anderswo erfolgreich präsentieren möchte, kennt das Problem: Für den Webauftritt, eine Broschüre oder eine persönliche Vorstellung braucht es zielgerichtete, aussagekräftige und überzeugende Texte.

Was aber, wenn Mitarbeiter oder die Geschäftsführer eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens diese Aufgabe selbst übernehmen müssen und dabei auf ein allzu bekanntes Problem – die Schreibblockade – stoßen? Zum Glück existieren zahlreiche Methoden, um diese Herausforderung einzudämmen. Eine Auswahl wird in diesem Beitrag vorgestellt.

Keine Angst! Es geht nicht um esoterisch angehauchte Kreativitätstechniken, um tiefenpsychologische Trainings, um kostspielige Schreibkurse oder um die Suche nach dem nächsten Bestsellerautor – vielmehr stehen pragmatische Ansätze im Vordergrund, die bei der Texterstellung im unternehmerischen Bereich tatsächlich weiterhelfen. Dass es dabei jedoch kein Patentrezept gibt, das allen Schreibenden gleichermaßen hilft, dürfte einleuchtend sein. Schließlich sind die Charaktere und damit auch die Anforderungen an die Texte völlig unterschiedlich.

Werkzeugkasten zum Umgang mit Schreibblockaden

Die folgenden Hinweise bilden einen Werkzeugkasten, aus dem sich Schreibende bedienen können. Sie sind für Anfänger und erfahrene Schreiberlinge gleichermaßen hilfreich, tauchen Schreibblockaden doch in verschiedenen Bereichen und bei unterschiedlichen Anlässen auf:

1. Stellen Sie sich dem Thema!

Das Schreiben – egal ob es sich um einen kurzen Website-Text oder eine umfangreiche Unternehmenspräsentation handelt, ist keine Aufgabe, die Ungeübte nebenbei übernehmen können. Es handelt sich um eine Herausforderung, die nicht nur etwas Talent und Zeit, sondern auch eine Nähe zum Thema sowie Konzentration voraussetzt. Wer fest im Sattel sitzt und weiß, worüber er schreiben möchte, kann sich auf das „Wie?“ konzentrieren, anstatt sich erst mühselig auf die Suche nach dem Inhalt zu machen. Wer das Thema beherrscht, kann zudem auf umfangreiche Recherchen in Suchmaschinen mit fragwürdigen Ergebnissen verzichten. Vielleicht findet sich jemand im Unternehmen, dem das Thema liegt. Vielleicht ist ja auch der Lehrling in diesem Bereich ein besserer Autor als der Meister? Planen Sie auf jeden Fall genügend Zeit für Materialsammlung und das Schreiben ein!

2. Entwerfen Sie eine Struktur!

Aus welchen Gründen wird Ihr Text gesucht, gefunden und gelesen? Handelt es sich beim zukünftigen Leser um eine klar umrissene Zielgruppe oder liegen hierüber keine Informationen vor? Der Aufbau eines Textes ist oft schon die halbe Miete. Ob Sie eine Mindmap, ein Gerüst aus Überschriften oder eine Stichwort-Liste erstellen, bleibt Ihnen überlassen. In jedem Fall hilft die Struktur Ihnen dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und wirkt somit der Blockade entgegen.

3. Holen Sie sich Inspiration!

Ein Blick über den Tellerrand kann sehr hilfreich sein: Wie stellt sich die Konkurrenz dar? Wie sind deren thematische Artikel aufgebaut? Kann diese Struktur als Vorbild für den eigenen Text gelten? Das Lesen verwandter Texte gibt nicht nur Aufschluss darüber, wie das Thema andernorts angegangen wird, sondern informiert auch über einen zentralen Bestandteil des Schreibens an sich, nämlich über das Fachvokabular. Das Verständnis von Strukturen und Vorgängen ist stark mit dem Verständnis von Begriffen verbunden. Zudem drückt sich im entsprechenden Vokabular auch die Sicherheit im Umgang mit dem Thema aus. Ein Beispiel: Wer von „Betriebssystemarchitektur“ spricht, scheint mehr Ahnung vom Thema zu haben, als jemand, der eine umständlichere Formulierung wie „die Art, in der das Betriebssystem aufgebaut ist“ wählt.

4. Finden Sie die richtigen Umstände!

So unterschiedlich wie die Menschen, sind auch deren Schreibgewohnheiten. Während der Eine es nur unter Druck zur Höchstform bringt, benötigt der Andere ein Höchstmaß an Ruhe und Zeit, um sich konzentrieren zu können. Ob Sie lieber vor dem heimischen PC, unterwegs im Zug oder im Café schreiben, ist irrelevant, solange der Text fertig wird. Hier hilft nur, selbst auszuprobieren, was Ihnen persönlich liegt. Viele der Rahmenbedingungen lassen sich individuell einrichten. Vielleicht ist absolute Stille kontraproduktiv. In diesem Fall kann eine leise, unaufdringliche, musikalische Untermalung Abhilfe schaffen.

5. Konzentrieren Sie sich auf den Anfang!

Ein gelungener Einstieg in ein Thema ermutigt weiterzulesen. Allerdings sollte bei Unternehmensdarstellungen immer berücksichtigt werden, dass es sich um Sach- oder Werbetexte handelt, nicht um Literatur oder Poesie. Die Leser, die überwiegend aus der freien Wirtschaft kommen dürften, möchten sich informieren, um später eine Entscheidung treffen zu können. Zwar ist der Einstieg ein wichtiger Bestandteil des Textes, er rechtfertigt jedoch kein tagelanges Kopfzerbrechen, das den Prozess der Texterstellung komplett lahmlegt. Wer große Probleme mit dem Anfang hat, kann sich einfach weiterhelfen, indem er eben nicht „vorne“ anfängt, sondern dort, wo das Thema am Vertrautesten ist und das Schreiben leicht fällt. Alles andere ergibt sich!

6. Verabschieden Sie sich vom Perfektionismus!

Kein Text kann alle Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Er kann vielleicht informieren, erzählen, unterhalten, abschweifen oder amüsieren. Aber er kann unmöglich ein Thema erschöpfend behandeln, er kann nicht alle Details aufzählen und er kann nur bedingt praktische Kenntnisse vermitteln. Wer auf der Suche nach einem „perfekten“ Text ist (wie ihn einige Schreibbüros vermeintlich anbieten), sucht vergeblich. Denn ein Text kann zu einer Situation, einer Nachricht oder einer Unternehmensdarstellung passen, aber niemals perfekt – im Wortsinne von „vollendet“ – sein. Allen Schreibenden sei der Rat mit auf den Weg gegeben: „Wenn Du kein guter Autor bist, fange einfach als mittelmäßiger Autor an und verbessere Dich dann!“

7. Entscheiden Sie: Jetzt oder später?

Eine Schreibblockade kann vielfältige Ursachen haben – von einer vorübergehenden Abscheu vor dem Thema oder dem Schreiben selbst bis hin zu einer fast krankhaften Angst oder einem andauernden Aufschieben, der sogenannten Prokrastination, bei der ständig andere Handlungen der eigentlichen Arbeit vorgezogen werden. So sehr es manche Menschen weiterbringen kann, eine Nacht vergehen zu lassen und den Text am nächsten Morgen ausgeruht und mit etwas Abstand erneut anzugehen, so schädlich ist ein dauerhaftes Vertagen der Arbeit. Helfen kann ein konsequent durchgehaltener Plan. Dieser hat darüber hinaus den Vorteil, dass nicht nur die Arbeitszeiten festgelegt werden, sondern auch die Abläufe. Aus dem gefürchteten, umfangreichen Text werden so übersichtliche Einzelschritte, die nacheinander abgearbeitet werden können.

8. Bleiben Sie natürlich!

Ein Text, der erst nach vielen umständlichen und mehrmaligen Umformulierungen entsteht, kann sich unnatürlich anhören. Besser ist es, in einem natürlichen Stil zu schreiben – falls die Anforderungen an den Text es zulassen, ist auch ein umgangssprachlicher Ton möglich. Mitunter lesen sich spontane Formulierungen sogar besser als Texte, in die zu viele Überlegungen eingeflossen sind – etwa dadurch, dass sie vor Fremdworten nur so strotzen und deren Satzlänge dazu führt, dass der Leser eher verwirrt als informiert ist.

9. Nutzen Sie Fachliteratur!

Es existieren zahlreiche Schreibratgeber, die einzelne Inspirationsmöglichkeiten und Texterstellungsmethoden vorstellen. Hier dürfte für jeden Schreibenden etwas dabei sein. Überhaupt ist die Beschäftigung mit der Schreibblockade, ihren Ursachen und Wirkungen der erste Schritt, dieser Herausforderung mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Nehmen Sie der Blockade den Schrecken, indem Sie sich konstruktiv und lösungsorientiert damit beschäftigen. Auch dieser Artikel soll dazu beitragen, Ihnen mögliche Alternativen in der scheinbar ausweglosen Situation aufzuzeigen.

10. Holen Sie sich professionelle Hilfe!

Wenn kein Ratschlag mehr hilft und die Zeit bis zur Ablieferung des Textes drängt, bleibt noch die Möglichkeit, die Arbeit bezahlten Textern in die Hand zu geben. Doch bedenken Sie, dass Sie auch einen Ghostwriter oder ein Schreibbüro mit den nötigen Informationen versorgen müssen, was Inhalt, Zielgruppe, Struktur, möglicher Einstieg etc. angeht. Nur so können sich diese auf das konzentrieren, was sie am besten beherrschen: Das Schreiben.

(Bild: © kanate - fotolia.de)