Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer: Möglichkeiten und Risiken für Ihr Unternehmen

Veröffentlicht am 8. November 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Die Suche nach einem neuen GeschäftsführerDie Suche nach dem richtigen Nachfolger in der Geschäftsführung mittelständischer Unternehmen ist einer der kritischsten Momente für den Inhaber. Wie soll er es am besten angehen? Wie kann er das Risiko minimieren, um sicherzustellen, keine falsche Entscheidung zu treffen?

 

Zur besseren Einschätzung möglicher Risiken und Chancen sollte der Wechsel nicht nur aus der Sicht des Unternehmens betrachtet werden, sondern ebenso aus der Sicht der potentiellen Bewerber.

Die 3 Szenearien für die Nachfolgersuche

  1. Einstellen eines neuen Geschäftsführers per sofort;
  2. Einstellen eines Geschäftsführers in spe mit definierten Aufgaben (z.B. Vertrieb oder „Operations“). Der Kandidat berichtet für eine definierte Zeit an den aktuellen Geschäftsführer. Nach erfolgreicher Qualifizierung wird der Kandidat als neuer Geschäftsführer übernommen.
  3. Einstellen eins Geschäftsführers ad interim für eine definierte Zeit. Nach erfolgreicher Qualifizierung wird der Kandidat fest als neuer Geschäftsführer übernommen, oder das Beschäftigungsverhältnis wird beendet.

Der 2’te Blickwinkel

  1. Bewerber, aus der Position eines Geschäftsführers, sucht einen neuen Wirkungskreis in einem Unternehmen gleicher Größe und Ausrichtung. Die neue Position stellt für den Bewerber keinen Karriereschritt dar.
  2. Bewerber aus einer Position, die mit dem Wechsel einen Karriereschritt verbinden. Das kann ein Wechsel in ein größeres Unternehmen mit mehr Verantwortung oder der geplante Aufstieg aus der zweiten Führungsebene in die Geschäftsleitung sein.
  3. Bewerber, der aktuell als selbständiger Interimsmanager tätig ist, möchte in eine Festanstellung wechseln.

Für die Unternehmerseite, wie auch die Bewerberseite, können jetzt die einzelnen Szenarien mit einem Risiko bewertet werden.

Risikomatrix: Unternehmer und Bewerber

Risikomatrix

Szenario 1: Geschäftsführer per sofort

Ein Geschäftsführer soll zur sofortigen Übernahme aller Aufgaben eingestellt werden. Die Notwendigkeit kann sich aus einer plötzlichen Veränderung in der Führungsstruktur des Unternehmens ergeben. Der bisherige Stelleninhaber steht dann nicht mehr oder nur sehr begrenzt für eine geregelte Übergabe der Geschäftstätigkeiten zur Verfügung.

Das Risiko bei der Neubesetzung der Geschäftsführerposition per sofort ist für das Unternehmen als relativ hoch zu bewerten. Selbst bei sorgfältiger Auswahl des Kandidaten wird sich erst im Tagesgeschäft zeigen, ob der Kandidat wirklich zum Unternehmen, seiner ihm eigenen Kultur, den Mitarbeitern und den Kunden passt. Die fachliche Qualifikation steht hierbei außer Frage, da sie am ehesten aus der Vita des Kandidaten abgeleitet werden kann.

Viel wichtiger ist, ob der Kandidat über die soziale Kompetenz und das klare Verständnis über die Verantwortung, die er übernimmt, verfügt und diese auch lebt. Eine Fehlentscheidung wird nicht nur negative finanzielle Folgen für das Unternehmen haben, es kann auch nachhaltig die Reputation des Unternehmens im Markt beschädigen.

Für die potentiellen Kandidaten aller drei Gruppen ist die Motivation sicherlich hoch und das Risiko moderat bis gering, da mit der neuen Position eine klare Übertragung von Aufgaben und Kompetenz einhergeht.

Szenario 2: Geschäftsführer in spe

Ein neuer Geschäftsführer in spe soll zur geregelten Nachfolge des Inhabers eingestellt werden. Das Unternehmen, wie auch der Kandidat, vereinbaren einen definierten Zeitraum für die Einarbeitung und die geregelte Übergabe der für die Geschäftsführung erforderlichen Informationen, Kontakte und Aufgaben.

Für das Unternehmen ist das Risiko bei dieser Vorgehensweise als moderat zu bewerten. Der gewählte Kandidat wird auf die neue Aufgabe ordentlich vorbereitet. Das Risiko eines finanziellen Schadens für das Unternehmen kann gering gehalten werden. Sollte sich dann doch nach einiger Zeit herausstellen, dass der Kandidat und das Unternehmen nicht optimal zueinander passen, erfolgt die Trennung nahezu ohne negative Folgen für die Reputation des Unternehmens.

Für Kandidaten ohne geplanten Karriereschritt ist die Motivation von persönlichen Umständen abhängig und zu hinterfragen. Der Einstieg über dieses Szenario ist ein Risiko. Erst nach erfolgreicher Einarbeitung kann der Bewerber wieder auf dem gleichen Level agieren wie zuvor. Die Motivation für Kandidaten, die mit dem Wechsel einen Karriereschritt verbinden, ist sicherlich besonders hoch und das Risiko gering.Für einen selbständigen Manager ist die Motivation ebenfalls zu hinterfragen. Das Szenario ist aber durchaus auch hier anwendbar. Das Risiko bleibt für ihn gering.

Szenario 3: Geschäftsführer ad interim

Das Unternehmen hat keine Zeit für einen langwierigen Auswahlprozess und benötigt schnellstmöglich einen neuen Geschäftsführer zur Aufrechterhaltung der Geschäftsfähigkeit des Unternehmens. Die Gesellschafter müssen sich noch über das Profil und die weitere Vorgehensweise abstimmen, können die Funktion aber nicht selbst ausfüllen.

Die Wahl eines Interims-Managers ist eine Möglichkeit, schnell und ohne großes Risiko zu handeln und damit die Geschäftstätigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Bei der Wahl der Kandidaten wird sich das Feld allerdings mehrheitlich auf hierauf spezialisierte Interims- Manager konzentrieren. Nur in den seltensten Fällen wird sich ein anderer Kandidat für diesen Schritt anbieten. Das Unternehmen kann mit einem Interims-Manager schnell und flexibel agieren und bekommt die für die sorgfältige Auswahl des neuen Geschäftsführers notwendige Zeit.

Handlungsempfehlung

Die Suche nach einem Nachfolger für die Unternehmensleitung sollte langfristig geplant und geordnet durchgeführt werden. Die ideale Kombination bietet der Einstieg über den Geschäftsführer in spe. Hierbei hat das Unternehmen, wie auch der Kandidat, die besten Chancen, bei geringstem Risiko den Wechsel vorzubereiten und erfolgreich durchzuführen.

Die Szenarien, in denen ein Geschäftsführer per sofort eingestellt oder ein Interims-Manager zur Überbrückung gefunden werden muss, sollten als Notfallszenarien betrachtet werden. Auch wenn das Risiko bei der Einstellung eines Interim-Managers für das Unternehmen gering ist, fehlt doch das Know-How für eine geregelt Übergabe der geschäftskritischen Informationen. Zudem erzeugt es eine nicht zu unterschätzende Unsicherheit bei den Mitarbeitern.

(Bild: © BerlinStock - Fotolia.com)


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