Stress im Job macht krank – ein zunehmendes Problem!

Veröffentlicht am 25. Oktober 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

Themen: , ,

Die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Probleme nimmt zu, immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich gestresst. Anlässlich der 28. Jahrestagung der Betriebs- und Werksärzte, die vom 25.-27. Oktober 2012 in Weimar stattfindet, hat die GfK eine Kurzbefragung zum Thema „Psychische Gesundheit im Betrieb“ durchgeführt. Bei der stichprobenartigen Online-Befragung durch GfK Healthcare machten 122 Nicht-Akademiker und 118 Akademiker folgende, freiwillige Angaben:

Frage 1 - Beeinträchtigung des Privatlebens durch Stress: Inwieweit stimmt die folgende Aussage: Arbeit erzeugt Stress, der es schwierig macht, privaten oder familiären Verpflichtungen nachzukommen?

Frage 1: Beeinträchtigung des Privatlebens durch Stress

Auf die Frage, inwieweit sie zustimmen können, dass ihre Arbeit Stress erzeuge, der es ihnen schwierig mache, privaten oder familiären Verpflichtungen nachzukommen, konnten immerhin nur 9% nicht zustimmen. 15% befanden diese Aussage als auf sie vollkommen zutreffend.

Frage 2 - Vernachlässigung der Arbeit aufgrund seelischer Probleme: Bitte denken Sie einmal an die letzten vier Wochen. Wie oft kam es in dieser Zeit vor, dass Sie wegen seelischer oder emotionaler Probleme in Ihrer Arbeit oder Ihren alltäglichen Beschäftigungen weniger geschafft haben, bzw. weniger sorgfältig als sonst gemacht als Sie eigentlich wollten?

GfK Frage 2 Vernachlässigung der Arbeit aufgrund seelischer Probleme

Die zweite Frage konzentrierte sich auf die Vernachlässigung der Arbeit aufgrund seelischer Probleme. Dabei gaben 26% der Befragten an, in den letzten vier Wochen oft wegen seelischer oder emotionaler Probleme in ihrer Arbeit oder ihren alltäglichen Beschäftigungen weniger geschafft zu haben als sie eigentlich wollten. Lediglich 14% können von sich sagen, dass ihre Arbeit nie von seelischen Problemen beeinträchtigt werde.

„Die Zunahme an psychischen Erkrankungen und die damit verbundenen Fehlzeiten der Beschäftigten fordern Unternehmen und Betriebsärzte heraus. Ein zentrales Anliegen des VDBW ist in diesem Zusammenhang, das Thema Psychische Gesundheit gezielt und umfassend, d.h. von der Prävention und Früherkennung über die Behandlung bis zur Wiedereingliederung, anzugehen und für nachhaltige betriebliche Lösungen zu werben.“, so Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW.

Burn-out vorbeugen

Depression ist die Auswirkung von chronischem Stress, welcher der Auslöser von körperlichen Beschwerden wie Diabetes, Impotenz, Hypertonie, kognitiven Störungen, Immunsuppression sowie Schlafstörungen, Angst und Depression sein kann. Stress kann also wirklich krank machen, wenn das eigene Arbeitsverhalten nicht überdacht und geändert wird. Dabei kann präventives Verhalten durch arbeitsmedizinische Maßnahmen erlernt werden. Gezielte Maßnahmen der Früherkennung und ein integrativer Ansatz bei Therapie und Weiterbehandlung können wesentlich zur Entschärfung dieses individuellen und ökonomischen Missstandes beitragen.

Der Betriebsarzt als erste Anlaufstelle

Eine kompetente partnerschaftliche Unterstützung des Unternehmens durch den Betriebsarzt ist von großer Bedeutung. Dr. Panter bestätigt: „Betriebsärzte sind beim Thema psychische Gesundheit der zentrale Ansprechpartner vor Ort. Durch ihre betrieblichen Kompetenzen und Kenntnisse unterstützen sie die Unternehmen beim Erkennen von Risiken, der Ableitung von Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung und bei betrieblichen Lösungen. Und natürlich helfen sie betroffenen Mitarbeitern, wieder gesund zu werden.“ Gesunde Arbeitsbedingungen schaffen eine Grundlage für Gesundheitsförderung in Unternehmen. Die betriebliche Gesundheitsvorsorge setzt gezielt mehr als nur Maßnahmen an, die auf rein physische Komponenten ausgerichtet sind, sondern adressiert Ursachen und Gegenmaßnahmen für psychisch bedingte Krankheiten.

Stress im Job hat viele Ursachen

Die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Probleme nimmt zu, immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich gestresst. Eine Veränderung der gesellschaftlichen Werte weg vom traditionellen Familienleben und persönlichen Beziehungen hin zur multidimensionalen „Vernetzungskultur“ und Beziehungsunfähigkeit tragen zur inneren Instabilität bei. Zusätzlich hat die Arbeitszeitverkürzung der vergangenen Jahrzehnte zu einer Verdichtung der Arbeit geführt, ihre Komplexität hat sich erhöht. Auch die Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit ist heute nicht mehr klar zu ziehen. All diese Faktoren führen zu mehr psychischen Erkrankungen.

Die folgende Infografik zeigt die häufigsten Ursachen für psychische Fehlbelastungen in den vier Bereichen Arbeitstätigkeit, Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und soziale Beziehungen.

VDBW Infografik Stress

Zum Vergrößern bitte anklicken!

(Grafiken: © www.vdbw.de)