Burnout-Prophylaxe: So stärken Sie Ihre inneren Ressourcen!

Veröffentlicht am 18. Mai 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Burnout vorbeugen und innere Ressourcen stärkenIm Job Höchstleistungen zu bringen, ohne in der Folge auszubrennen – das ist eine zunehmend wichtige Kunst, die Führungskräfte wie Mitarbeiter heutzutage beherrschen müssen. Der Bad Münstereifeler Trainer und Coach Frank Tillenburg erklärt, wie innere Ressourcen gestärkt werden können.

Mehr denn je lastet ein permanenter Erfolgsdruck auf Führungskräften wie Mitarbeitern. Doch die individuellen Fähigkeiten, den steigenden Ansprüchen gerecht zu werden, ohne gleich überlastet zu sein und krank zu werden, sind häufig unzureichend entwickelt. Vor allem die Kompetenz, angemessen mit Belastungen umzugehen und die eigene Tätigkeit effizient zu gestalten, wird vermehrt benötigt. Wer über die entsprechenden Fertigkeiten verfügt, meistert problemlos die täglichen Aufgaben, ohne dass die Belastungsfähigkeit nachlässt und das Burnout-Risiko steigt.

Eine erste Orientierung, wie es um diese Kompetenz bestellt ist, bekommt der, der sich ehrlich mit folgenden Fragen auseinandersetzt:

  • Wie gehe ich generell mit Belastungen um?
  • Was macht mir Druck?
  • Wann fühle ich mich überfordert?
  • Wie teile ich mir die Arbeit ein?
  • Welche Prioritäten setze ich und warum?
  • Wie perfektionistisch bin ich?
  • Wie reagiert mein Körper auf Stress, auf Überforderung, auf Überlastung?
  • Wie sorgsam gehe ich mit meinem Körper um?
  • Wie nutze ich optimal mein eigenes Leistungspotenzial?
  • Wie kann ich schnell neue Kraftressourcen aktivieren?

Wem klar ist, dass Handlungsbedarf besteht, das eigene Selbstmanagements zu verbessern, sollte schnell aktiv werden und erlernen, wie sich die Hochleistungsanforderungen im Berufsalltag dauerhaft meistern lassen, ohne dass die körperlichen und mentalen Ressourcen gegen Null tendieren. Wer bereits unter Bluthochdruck, Herzinfarkt, Magenproblemen, Verdauungsschwierigkeiten oder Tinnitus leidet, benötigt unmittelbar Hilfe.

Ursachen ermitteln

Bevor das eigentliche Coaching beginnt, empfiehlt sich eine sorgfältige Diagnose. Denn das Gefühl etwa, erschöpft zu sein, resultiert nicht zwingend aus einem Burnout, sondern kann auch Folge einer Schilddrüsenerkrankung oder Herzinsuffizienz sein. Um ein individuelles Coachingkonzept entwickeln zu können, sollte des Weiteren analysiert werden, wie der Klient in die Unternehmensprozesse eingebunden ist, welche Arbeitsanforderungen und Belastungssituationen ihm immer wieder begegnen.

Sind die Ursachen der nachlassenden Power und Belastungsfaktoren bekannt, kann im Rahmen eines so genannten Integrativen Coachings daran gearbeitet werden, den inneren Druck abzubauen, mentale Ressourcen zu stärken und den Energiespeicher wieder aufzufüllen. Wichtig dabei ist, dass der Coachee sehr schnell ins aktive Verändern und Handeln kommt. Kurzfristige Effekte lassen sich durch den gezielten Einsatz hochwirksamer Methoden erzeugen, deren Auswahl abhängig ist vom Coachee, dem jeweiligen Thema sowie von den Erfahrungen des Coachs.

Wirksame Methoden nutzen

Dazu gehört beispielsweise die Aufstellungsarbeit im Rahmen eines Systemischen Coachings, bei dem nicht der Einzelne, sondern sein gesamtes soziales Umfeld Gegenstand der Betrachtung ist. Psychische Verstrickungen werden durch das Aufstellen von Stellvertreter-Figuren bewusst. Dadurch ergeben sich oftmals überraschende Lösungen. Die haptische und visuelle Arbeit wird den Bedürfnissen nahezu jeden Lerntyps gerecht. Sie ermöglicht es, die Innenwahrnehmung des Coachees in ein äußeres Bild zu transferieren und die Themen lösungsorientiert konkret anzugehen.

Das so genannte Reframing empfiehlt sich im Umgang mit Verhaltensweisen, die ein Coachee als störend oder für sich nachteilig erlebt. Während des Coachings wird dieses Verhalten in einen anderen kontextuellen Rahmen gesetzt (Reframing), dadurch kann es neu bewertet werden. Entscheidend ist, nicht das Verhalten in den Vordergrund zu rücken – sondern die gute Absicht, die dahinter steht. Auf diese Weise wird eine lösungsorientierte Verhaltensänderung möglich, um für sich den richtigen Weg zwischen Stressbelastung und Entspannung zu finden.

Notwendig ist es auch, Klienten für ihre Körperwahrnehmung zu sensibilisieren und sie zu befähigen, sich selbst optimal zu managen, um künftige Belastungen besser kanalisieren zu können. Dies gelingt durch aktive Übungen in der Natur. Diese sensibilisieren schnell und wirksam. Wie ein Coachee etwa während der Bewegung seine Energien und Kräfte einteilt, ermöglicht Rückschlüsse auf sein Verhalten während der Arbeit und offenbart den psychologischen Hintergrund mangelnder Power, allesamt wichtige Erkenntnisse für den weiteren Coachingprozess.

Die Bewegung in der Natur schärft die Sinne und weitet zugleich den Blick für die inneren Zusammenhänge. So entstehen Bilder, die der Klient später immer wieder abrufen kann, um den Veränderungsprozess hin zu einem verbesserten Selbstmanagement zu vertiefen. Neben den bewussten, kognitiv arbeitenden Strukturen des Gehirns werden auch die unbewusst wirkenden Gehirnbereiche stimuliert, an der Lösung mitzuarbeiten. Die unmittelbare Minderung von Stresssymptomen ist ein weiterer Effekt.

Spezielle Methoden wie die Hypnose ermöglichen es dem Klienten, Zugang zu seinen unbewussten Ressourcen zu finden, mit denen er Leistungstiefs ausgleichen kann. Auf diese Weise werden die persönlichen Ressourcen gestärkt, die physischen und psychischen „Reservetanks“ aufgefüllt, die seelisch-körperlich-geistige Selbstregulation verbessert und die mentale Power erhöht. Wer lernt, die eigenen Energien zu stärken und diese zu binden, wird quasi zu seiner eigenen „Vitalpille“, die er auch unter Leistungsdruck „nehmen“ kann.

Richtig angepackt, kann ein entsprechendes Coaching berufsbegleitend erfolgen, ohne dass der Klient sich eine Auszeit von seinem Job nehmen muss. Das erleichtert die Bereitschaft, sich mit dem aktuellen Erschöpfungszustand auseinanderzusetzen und ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich etwas im Leben ändert und verbessert.

(Bild: © ATromley - Fotolia.de)