Gehaltsverhandlungen: So gewinnen Sie Ihren Chef für sich!

Veröffentlicht am 19. März 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Die Gehaltsverhandlung ist oft ein Tabuthema. Es fällt vielen schwer, sich und die eigene Arbeitskraft durch einen Geldwert festzusetzen. Gehaltshöhe mit den Kollegen und Mitarbeiten zu vergleichen, wird oft vertraglich verboten und die Angst wächst, durch Unkenntnis sich unter Wert zu verkaufen oder sich, durch eine zu hohe Forderung, selbst zu disqualifizieren. Deshalb ist jeder gut beraten, der sich vorher ausreichend informiert. Generell gilt: Wer zu einer Gehaltsverhandlung unvorbereitet erscheint, schadet sich selbst.

Ihren Gegenüber überzeugen

Versuchen Sie sich in Ihren Vorgesetzten oder Chef hineinzuversetzen. Seine Gedanken gelten dem Wohle der Firma. Er muss für seine Entscheidungen und dem damit verbundenen Wohl der Firma den Kopf herhalten. Argumente wie steigende Lebenshaltungskosten interessieren ihn gewöhnlich wenig. Er muss überzeugt werden, weshalb Sie für die Firma mehr Geld wert sind. Würde er Ihnen mehr Gehalt zahlen, ohne dass Sie Ihren Aufgaben gerecht werden, würde er als Verlierer aus dem Gespräch heraus gehen. Legen Sie sich eine Strategie zurecht. Fragen Sie sich:

  • Haben Sie zusätzliche Aufgaben und Verantwortungen übernommen?
  • Konnten Sie für die Firma Einsparungen bewirken?
  • Waren Sie mit Ihrer Arbeit an Umsatzsteigerungen beteiligt?

Können Sie eine dieser Fragen positiv beantworten, haben Sie bereits eine solide Grundlage geschaffen. Zusätzlich sind ein gesundes Selbstvertrauen und eine angemessene Durchsetzungskraft durchaus hilfreiche Eigenschafen.

Setzen Sie sich durch, zeigen Sie Selbstvertrauen

Sich Durchsetzen

Scheuen Sie sich nicht, im Gespräch Ihr Durchsetzungsvermögen an den Tag zu legen. Ein Mitarbeiter, der diese Eigenschaften ausgewogen unter Beweis stellt, bedeutet für die Firma einen Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit. Dagegen wird z.B. einem angestellten Verkäufer, der sich unter seinem Marktwert anbietet, nicht zugetraut, dass er für das eigene Unternehmen gut verkaufen könnte.

Streben Sie bei einer Gehaltsverhandlung immer eine Win-Win-Situation für beide Parteien an. Dadurch wird auch Ihr Denken im Sinne der Firma deutlich. Sie sind kein Egoist, nein Sie identifizieren sich mit Ihrem Arbeitgeber und denken auch an seinen Gewinn. Ihr Gegenüber wird aus dem Gespräch mit dem Gefühl eines Siegers herausgehen.

Selbstvertrauen gewinnen

Die Unsicherheit, zu viel oder zu wenig zu fordern, beruht auf der Tatsache, dass Sie Ihren Marktwert nicht einschätzen können. Wirken Sie dem entgegen und recherchieren Sie. Haben Sie Bekannte, die in einem ähnlichen Job arbeiten? Fragen Sie diese, was jemand mit Ihrer Berufserfahrung in deren Firma verdienen würde. So bringen Sie Ihre Bekannten nicht in die Verlegenheit, ihr eigenes Gehalt offen legen zu müssen.

Eine weitere Möglichkeit bietet Ihnen das Internet. Diverse Gehaltschecks, -vergleiche oder -portale bieten statistische Auskünfte über die Verdienstmöglichkeiten in den jeweiligen Berufssparten. Durch freiwillige anonyme Angabe Ihres aktuellen Gehaltes tragen Sie zu der Statistik des Internetangebotes bei. Da allerdings keine Gewähr für die Richtigkeit von eingegebenen Daten geboten werden kann, achten Sie besonders darauf, dass für Ihren gesuchten Beruf nicht nur zwei oder drei Gehälter statistisch erfasst wurden. Umso mehr Gehälter zum Vergleich zur Verfügung stehen, umso genauer werden die angezeigten Statistiken. Gute Portale bieten Ihnen auch die Möglichkeit Ihren Marktwert nicht nur nach Beruf sondern auch nach Ort oder Bundesland einzuschätzen.

Haben Sie Ihren Marktwert kennengelernt, sollte Ihre Unsicherheit, gänzlich falsch mit Ihrem Gehaltswunsch zu liegen, gewichen sein.

Fragen, deren Antworten Sie vorher wissen sollten

Vieles kann in einer Gehaltsverhandlung zur Sprache kommen. Überlegen Sie sich vorher, welche Fragen Ihr Chef Ihnen stellen könnte. Zeigen Sie Unsicherheit, da Sie sich nicht ausreichend vorbereitet haben, zeugt dies eher weniger von der eigenen Überzeugung, finanziell für die Firma wertvoller geworden zu sein, noch davon, dass Sie schlagfertig sind und spontan mit Unerwartetem zurechtkommen.

Folgend einige Fragen, auf die Sie ein Antworten kennen sollten:

  • Habe ich den richtigen Zeitpunkt gewählt? (stressige Zeit für den Chef, Konjunkturflaute)
  • Was ist meine Schmerzgrenze, wie viel benötige ich mindestens?
  • Gibt es alternative Zahlungen, die meinem Chef steuerliche Vorteile bringen?
  • Welche Vorteile bringe ich, die meine Forderungen rechtfertigen?
  • Kenne ich meinen Marktwert?
  • Verfüge ich über konkrete Zahlen oder Statistiken, die ich vorlegen kann?
  • Leiste ich mehr als nur „Dienst nach Vorschrift“?
  • Verfüge ich über fachspezifisches Wissen, soziale Kompetenzen oder Fertigkeiten, welche Andere nicht aufweisen?
  • Bin ich in der Lage, meine Argumente zu begründen?
  • Formuliere ich alles klar und deutlich, so dass keine Missverständnisse entstehen können?

Wenn Sie diese Punkte beachten, sind Sie Ihrem Ziel bereits einen großen Schritt näher und sollte es mal nicht reichen, akzeptieren Sie die Ablehnung und starten Sie später einen neuen Anlauf. Lassen Sie sich nicht entmutigen! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

(Bild: © Designer_Andrea - Fotolia.de)