Zum Scheitern verurteilt? 6 Punkte, die Ihr Projekt gefährden können

Veröffentlicht am 4. März 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Hier einige Punkte, die nach meiner Erfahrung ein Projekt (zumeist unnötig) zum Scheitern bringen können:

1. Zu allererst: Der Rohrkrepierer (der “Klassiker” sozusagen)

In einer Gruppe / Abteilung / Firma entsteht eine Idee, die ein neues Produkt, Projekt mitunter aus einem “Brainstorm” heraus gebiert (nicht selten in der berühmten Kaffeepause). In den meisten Fällen bleibt es bei der Idee, eine  Weiterverfolgung scheitert (vermeintlich) an Zeit, Geld und an dem Vertrauen, dass die Idee etwas “wert sei” und ein hinreichendes Interesse – und hinreichende Unterstützung – besteht, Innovation zu fördern.

2. Schlechte/unzureichende Finanz- und Ressourcenplanung

Manche Projekte starten mit einem nicht hinreichend durchgeplanten Ziel (personeller Einsatz, Bereitstellung von geldlichen Mitteln), das betrifft zum einen das zeitliche als auch das personelle und inhaltliche Ziel. In  manchen Fällen ist das auch nicht im Vorfeld auf den Punkt genau zu definieren, wenn allerdings unterwegs die Luft ausgeht, kann das (mitunter auch kurz vor Erreichen des Ziels) zum Abbruch führen.

3. Der Unfall

Ein Projekt wird aufgrund eines unvorhersehbaren Ereignisses abgebrochen, z.B. wegen der Softwaresteuerung für ein bestimmtes Produkt, das aus unterschiedlichen Gründen aus der “Palette” entfernt wird/werden muss.

4. Der Feind des Projektes

In manchen Fällen wird seitens einer Abteilung ohne hinreichende Rücksprache mit einer “durchführenden Instanz” ein Ziel definiert, dass von Seiten der Hauptverantwortlichen (oder einer “übergeordneten Instanz”) nicht nur “nicht-unterstützt”, sondern aktiv bekämpft wird. Beispiele:

  • Erstellung einer Anwendung mit einer Software, die von der IT-Abteilung nicht gewünscht wird
  • Erstellung einer Software, die Personaldaten mit einbezieht ohne hinreichende Rücksprache mit dem Betriebsrat oder dem verantwortlichen Datenschutzbeauftragten

5. Akzeptanzprobleme

Durchführung eines Projektes z.B. im Software-Bereich, das für den Anwender nicht akzeptiert wird, weil u.a. die inhaltliche und abstimmende Rücksprache mit den betreffenden Personen fehlt(e) und das  Personal nach Fertigstellung ein Produkt “vor die Füße geworfen” bekommt, das nicht in jedem Fall den organisatorischen Ablauf widerspiegelt.

6. Persönliche Animositäten im Projekt beteiligter Personen (die “Männerfeindschaft” – wahlweise auch die Frauenfeindschaft)

Der oder die Beauftragende wird von einem Kollegen/Kollegin (oder Vorgesetzten) im Projekt derart behindert, bis das Projekt als gescheitert gilt. Beispielsweise  werden immer neue Anforderungen an das Projekt gestellt, die immer wieder erneute Kosten entstehen lassen oder gar technisch nicht umsetzbar sind, mit der Folge, dass das Projekt als nicht mehr zielführend oder unfinanzierbar gilt. Mitunter wird dann sogar auf ein “altes” System zurückgeschaltet – und das vielleicht nur, um dem Kollegen eines “auszuwischen” und die entstandenen Kosten vorzuhalten bzw. sein Budget zu verpulvern.

Schon der erste genannte Punkt lässt sich häufiger als gedacht vermeiden. So sind mir Beispiele bekannt, bei denen Mitarbeiter aus eigenem Antrieb eine kleine Software, beispielsweise eine kleine Datenbank oder einen (zunächst) kleinen Makro erstellen, mit der sich eine häufig wiederkehrende Aufgabe deutlich schneller und zuverlässiger erledigen lässt. Nach nur wenigen Wochen stellt sich der eigentliche “Wert” dieser dann weiter verfeinerten Anwendung heraus, die ich später (mit Unterstützung der Fachabteilung) professionell weiterentwickele und in die Umgebung des Unternehmens fest installiert konnte. Also: Nur Mut!

(Bild: © mapoli-photo – Fotolia.com)