Der Mittelstand im Interview: Alles-in-Druck

Veröffentlicht am 18. Januar 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Im Zuge einer neuen Serie führt Unternehmer.de Interviews mit Unternehmern und Unternehmerinnen des deutschen Mittelstands. Im Folgenden beantwortet Klaus Scholl, Geschäftsleiter von Alles-in-Druck, unsere Fragen.

Unternehmer.de: Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen in Deutschland? Wie positionieren Sie sich gegenüber anderen Unternehmen aus Ihrer Branche?

Klaus Scholl: Der Unterschied liegt eindeutig in den Serviceleistungen und der Kombination aus Werbegestaltung und individueller Beratung. Wir bieten in einem Online-Shop die gewohnten Basis-Medien an – jedoch geht unser Service und die Beratung weit darüber hinaus.

  1. Für Startup-Unternehmen bieten wir eine komplette Beratung in Bezug auf Design und Corporate inkl. kompletter Gestaltung und Druck an. Mit der richtigen Beratung können dadurch erhebliche Kosten gespart und Werbung viel effektiver umgesetzt werden.
  2. Selbst große Werbeagenturen profitieren von unserem Service. Dabei prüfen wir die Druckvorlagen nicht einfach nur automatisch, sondern wir sehen uns die Vorlagen wirklich an. Dabei übernehmen wir kleinere Korrekturen auch mal kostenfrei oder unterstützen den Kunden bei der Korrektur. Bei Agenturen mit regelmäßigem Output zeigt die Erfahrung, dass dabei erheblich viel Geld eingespart werden konnte.
  3. Wir bieten dem Kunden ein Online-"Production Tracking“. Dieses Tracking ermöglicht dem Kunden zu jeder Zeit einen Einblick in die aktuelle Produktion. Von der Prüfung der Druckvorlage über Druckvorstufe, Produktion, Weiterverarbeitung bis zum kalkulierten Liefertermin und Versandnachweis. Neben den üblichen Daten wie Rechnungs- und Lieferadresse, kann die Druckvorlage als Softproof (Voransicht) vor dem Druck nochmal vom Kunden geprüft und dann zur Produktion freigegeben werden. Dieses Verfahren bietet dem Kunden eindeutig mehr Sicherheit bei der Bestellung.

Unser Auftragsvolumen ist gegenüber den großen Druckdiscountern viel geringer und unser Werbebudget ist gegenüber Großdruckereien ebenfalls nicht vergleichbar. Allerdings sehen wir uns auch nicht als Druckdiscounter, sondern als echter Dienstleister rund um das Thema Druck und Mediengestaltung im Sinne und zum Vorteil des Kunden. Unsere Preise liegen im preiswerten Trend der Druckindustrie und unsere Referenzen belegen eindeutig diesen Weg. Wir haben viele namhafte Kunden, Unternehmen, Vereine und Werbeagenturen, mit denen wir seit Jahren erfolgreich zusammen arbeiten. Unsere Serviceleistungen setzen wir für private Visitenkarten ebenso ein wie für große Agenturen oder Unternehmens-Imagebroschüren.

Unternehmer.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate?

Klaus Scholl ist Geschäftsführer von Alles-in-Druck

Klaus Scholl: Die Druckindustrie befindet sich im Prinzip auf dem gleichen Weg wie die Unterhaltungselektronik und wenn China nicht so weit weg wäre, dann gäbe es in Deutschland bereits keine Druckereien mehr. Der ständige Preisverfall wird einerseits von den Druckereien selbst vorangetrieben und andererseits von den Kunden eingefordert. Eine Untergrenze scheint es dort schon lange nicht mehr zu geben. Die Folgen sind offensichtlich: fehlender oder nur ein minimaler Service, Masse anstelle von Klasse und nur noch Billigstandardprodukte.

Die deutsche Druckindustrie konnte auch im Jahr 2010 nicht von der guten Entwicklung der Gesamtwirtschaft profitieren und es geht inzwischen schon lange nicht mehr um Konkurrenz oder Wettbewerb, sondern es geht um komplette Marktübernahmen und Marktanteile. Wer da nicht auf Masse kommt, ist aus dem Spiel. Wir werden weiterhin auf breite Service-Leistungen, echte Kunden-Kommunikation und kompetente Beratung setzen.

Unternehmer.de: Und wenn Sie heute zurückblicken: Welchen Fehler würden Sie am liebsten ungeschehen machen?

Klaus Scholl: Größerer Fehler sind wir uns nicht bewusst. Allerdings hätten wir aus heutiger Sicht die direkte Kundenakquise anstelle der Internetvermarktung mehr ausbauen können. Im direkten Kontakt und Gespräch liegt viel mehr Potential als online.

Unternehmer.de: Was war der größte Aufreger der vergangenen Monate?

Klaus Scholl: Die EU-Schuldenkrise zeigt auf, was nicht mehr zurückzudrehen ist. Der Euro ist ein gescheitertes Experiment und die nächste Bankenrettungsaktion steht wohl vor der Tür und dann sind Italien, Spanien und Frankreich auch noch da und müssen gerettet werden.

Unternehmer.de: Nun die Gegenfrage: Worauf sind Sie im Rückblick besonders stolz, was waren Ihre größten Erfolge?

Klaus Scholl: Wir identifizieren uns mit den Druckprodukten und ganz besonders dann, wenn wir für den Kunden ein Layout erstellen. Da wir auch nach der Produktion mit dem Kunden in Kontakt bleiben, freut es uns immer wieder, wenn der Kunde auch Erfolg mit seinen Druckmedien hat. Mit vielen Kunden und Agenturen arbeiten wir inzwischen seit Jahren regelmäßig und sehr erfolgreich zusammen. Das wertvollste Kapital sind und bleiben zufriedene Kunden.

Unternehmer.de: Planen Sie die Schaffung von Arbeitsplätzen oder größere Investitionen?

Klaus Scholl: Aktuell sind keine größeren Investitionen geplant. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen, haben wir Kooperationen mit weiteren Druckereien und insbesondere bei speziellen Weiterverarbeitungen geschlossen und untereinander Synergien gebildet.

Unternehmer.de: Stichwort Social Media und Web 2.0: Wie nutzen Sie die Online-Medien?

Klaus Scholl: Online-Monitoring ist ein wichtiges Instrument der modernen Marktanalyse. Kommunikation und Informationssuche verlagern sich immer mehr ins Internet und Social Media boomt. Wir verwenden diese Instrumente z.Zt. noch mehr zur Information und Analyse.

Unternehmer.de: Welche Tipps würden Sie dann Menschen geben, die sich gerade im Moment mit dem Gedanken beschäftigen, ein Unternehmen zu gründen?

Klaus Scholl: Eine genaue Marktanalyse und eine gut geplante Strategie ist Pflicht. Eine klare Struktur der Ziele und der Unternehmensidentität nach innen und außen ist ebenfalls wichtig. Aber vor allem – glauben Sie an den Erfolg! Auch wenn es immer wieder ein auf und ab sein wird.

Unternehmer.de: Wo sehen Sie den deutschen Markt für ihr Unternehmen in 5 Jahren? Was könnte sich verändern?

Klaus Scholl: Der Druckmarkt wird sich in vielen Dingen weiter verändern. Möglicherweise wird es in der Zukunft eine Art "Druck per Vorlage" ähnlich PowerPoint online geben. Allerdings wird es auch in der Zukunft immer genügend Kunden geben, die Kreativität und individuelle Lösungen einer vorgefertigten Schablone vorziehen. Wer Kunden überzeugen und gewinnen will, der kommt an persönlicher Beratung, grafischer Gestaltung und einem echten Drucklayout nicht vorbei. Für Spezialisten und Nischenproduzenten, wie wir es sind, wird es also nach wie vor immer genug Nachfrage geben.

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