Der Mittelstand im Interview: Dirk Hummel Versicherungsmakler

Veröffentlicht am 12. Januar 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

Themen: , ,

Interview mit einem mittelständischen UnternehmenIm Zuge einer neuen Serie führt Unternehmer.de Interviews mit Unternehmern und Unternehmerinnen des deutschen Mittelstands. Im Folgenden beantwortet Dirk Hummel, Inhaber von Dirk Hummel Versicherungsmakler, unsere Fragen. Dirk Hummel ist unabhängiger Makler, der u.a. Versicherungen für den privaten Bereich anbietet.

Unternehmer.de: Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen in Deutschland? Wie positionieren Sie sich gegenüber anderen Unternehmen aus Ihrer Branche?

Dirk Hummel: Als unabhängiger Makler biete ich für jede Berufsgruppe sowie für Unternehmer von kleinen und mittleren Betrieben ein geeignetes Versicherungs-, Altersvorsorge- und Geldanlagekonzept. Der regionale Schwerpunkt befindet sich im Raum Osnabrück, Münster und Bielefeld.

Unser Hauptanspruch besteht in der Vermittlung preisgünstiger Produkte. Das bedeutet: Hohe Leistung zu einem fairen Preis! In der Geldanlage stehen Stabilität und Sicherheit im Vordergrund. Daher werden auf der Grundlage offener Investmentfonds nur Depotlösungen angeboten, die eine breite Streuung in Bezug auf die Anlageklassen (Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe), verschiedene Anlagestile und Wertsicherungsstrategien beinhalten. Unabhängige Vermögensverwalter werden bevorzugt.

In den letzten Jahren haben sich zwei Kundengruppen herauskristallisiert, die sich in meinem Unternehmen besonders wohl fühlen.

  1. Unternehmer und Existenzgründer
  2. Akademiker

Beiden Kundengruppen gemeinsam ist die Wertschätzung, dass der Makler unabhängig ist gegenüber Versicherern, Banken und Investmentgesellschaften. Daraus folgt, dass alle Angelegenheiten rund um das Thema Versicherung und Geldanlage dem Makler übertragen werden.

Selbstverständlich gehört auch die Unterstützung bei Schadensfällen zu den üblichen Leistungen. Gerade für Unternehmer ist es wichtig, dass sie zur Absicherung gewerblicher Risiken auf spezielle Deckungskonzepte zurückgreifen können, die ihren Bedürfnissen gerecht werden. Ausschließlichkeitsvermittler stoßen hier oftmals an die Grenze, dass ihr Versicherer nicht allen Unternehmergruppen Versicherungsschutz anbietet. Bei Akademikern ist oft die Frage entscheidend, ob ein Wechsel in die Private Krankenversicherung sinnvoll ist. Ferner sind die Vorsorgemaßnahmen für Berufsunfähigkeit und den Altersruhestand umfangreicher.

Unternehmer.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate?

Dirk Hummel ist der Inhaber von Dirk Hummel Versicherungsmakler

Dirk Hummel: Die vergangenen Monate waren auf betrieblicher Ebene durchaus erfreulich. Gesamtwirtschaftlich kann man der medialen Berichterstattung entnehmen, dass sich das Auslaufen der globalen Konjunkturmaßnahmen, die während der letzten Finanzkrise beschlossen wurden, bemerkbar macht. Diesen Effekt werden wir dann wie üblich erst mit einiger Verzögerung spüren.

Unternehmer.de: Und wenn Sie heute zurückblicken: Welchen Fehler würden Sie am liebsten ungeschehen machen?

Dirk Hummel: Ich habe viele Jahre bei verschiedenen großen Versicherungsunternehmen gearbeitet und kurze Zeit für einen Makler. Ich hätte vor August 2006 mein eigenes Maklerunternehmen gründen sollen! Vieles davor war unbefriedigend, da eher Absatzinteressen als fundierte Beratung im Vordergrund standen. Eine unabhängige Beratung kann nur stattfinden, wenn die Produktauswahl unbeschränkt ist und die Qualität des Produkts ausschlaggebend ist für das Angebot.

Unternehmer.de: Was war der größte Aufreger der vergangenen Monate?

Dirk Hummel: „Alle Menschen werden Brüder“ - Diese Kernaussage des 5. Satzes der 9. Sinfonie Beethovens ist nicht nur Bestandteil der Hymne der Europäischen Union. Sie erinnert nicht nur daran, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit den Wohlstand in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg hat entstehen lassen. Sondern sie erinnert daran, dass die Europäische Integration, die Voraussetzung in Form eines dauerhaften Friedens erst geschaffen hat. Dies wird dieser Tage gerne übersehen!

Sie könnte auch Motto der „Occupy Wallstreet – Bewegung“ sowie Ihrer weltweiten Ableger sein. Mit großer Sympathie verfolge ich eine Initiative, die die nicht demokratisch legitimierte Macht der Banken zu zerschlagen sucht. Es hat den Anschein, dass die Zivilgesellschaft einer hilf- und orientierungslos anmutenden politischen Elite den Weg weisen möchte.

Eine Aufteilung der Banken in die Bereiche, die sich mit Kundeneinlagen und die sich mit dem Investmentbanking befassen, würde dazu führen, dass Banken Ihre Systemrelevanz verlieren würden. Der Ökonom Schumpeter beschrieb das Wesen des Kapitalismus als „schöpferische Zerstörung.“ Dieses Wechselspiel aus Innovation und Wettbewerb sollten wir unseren Banken wieder ermöglichen. Eine Insolvenz wäre dann wieder möglich, ohne dass der Steuerzahler in Haftung genommen würde. Man könnte den dann arbeitslos gewordenen Bankern den Rat der Investmentlegende Jim Rogers mit auf den Weg geben, sich eher in der Realwirtschaft eine neue Stelle zu suche: „Werden Sie Farmer!“

Aber flankierende Maßnahmen müssen damit einhergehen, die sich insbesondere auf die Kontrolle und Regulierung des Eigenhandels der Banken und die Entflechtung von Kartellen beziehen. Grundsätzlich lohnt ein Blick in die Veröffentlichung von Ludwig Erhard, dem 2. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, in der er seine Vorstellungen für den „Wohlstand für alle“ beschreibt.

Unternehmer.de: Nun die Gegenfrage: Worauf sind Sie im Rückblick besonders stolz, was waren Ihre größten Erfolge?

Dirk Hummel: Am Anfang einer Zusammenarbeit steht immer eine Prüfung der vorhandenen Verträge. Auf der Grundlage eines Versicherungs- und Geldanlagechecks werden weitere Schritte empfohlen, sofern die Beratung auf Wunsch des Kunden nicht auf bestimmte Themen beschränkt bleiben soll. Meinerseits wird immer angeboten, die vorhandenen Verträge in die Obhut des Maklers zu übertragen.

Dies hat dazu geführt, dass die Mehrheit meiner Kunden mir nicht nur Ihren Versicherungsbestand zur Betreuung anvertraut hat. Dazu sind zumindest Teile des Privatvermögens zur Anlage in offenen Investmentfonds gekommen. Den Anlagebereich biete ich erst seit 2008 an, weil ich meinen Kunden eine Alternative zur Bankenberatung eröffnen wollte. Im Grundsatz ist diese Form der Zusammenarbeit für beide Beteiligten einfacher. Der Makler kennt seinen Kunden. Er kann folglich seiner Aufgabe, „Sachwalter der Kundeninteressen“ zu sein, besser nachkommen. Der Kunde braucht im Grunde nur auf sich verändernde Umstände in seinen Lebensverhältnissen aufmerksam zu machen und gegebenenfalls Schäden zu melden.

Unternehmer.de: Planen Sie die Schaffung von Arbeitsplätzen oder größere Investitionen?

Dirk Hummel: Nein! Ich sehe mich für die Zukunft gut gerüstet.

Unternehmer.de: Stichwort Social Media und Web 2.0: Wie nutzen Sie die Online-Medien?

Dirk Hummel: Selbstverständlich habe ich einen Internetauftritt für mein Unternehmen. Regelmäßig schalte ich Werbeanzeigen an ausgesuchten Plätzen. Die Onlinekommunikation gehört zu den Mitteln, um Kundeninteressen zügiger nachzukommen. Gegenüber der „Wissbegierde“ mancher sozialer Netzwerke bin ich skeptisch. Ich finde, nicht alle Gefühlsregungen müssen der eher anonymen Umwelt mitgeteilt werden. Ich bevorzuge Kontakte in der „realen“ Welt.

Unternehmer.de: Welche Tipps würden Sie dann Menschen geben, die sich gerade im Moment mit dem Gedanken beschäftigen, ein Unternehmen zu gründen?

Dirk Hummel: Natürlich braucht man eine fundierte Geschäftsidee. Darüber hinaus gehört eine gehörige Portion Standfestigkeit dazu. Schwierigkeiten kommen von alleine, aber sie sollten nicht dazu führen, allzu früh die Flinte ins Korn zu werfen. Die stetige Suche nach Optimierungen ist ein wesentlicher Bestandteil von erfolgreicher Arbeit.

Unternehmer.de: Welche Charaktereigenschaften sind ein absolutes Muss, um sich am Markt behaupten zu können?

Dirk Hummel: „Ein Mann, ein Wort“, das Zitat aus dem Schillerschen Drama „Wilhelm Tell“, gehört zum deutschen Sprachschatz. Es verdeutlicht für mich, dass Verlässlichkeit Grundvoraussetzung für vertrauensvolle Zusammenarbeit ist. Makler übernehmen in der Beratung große Verantwortung für die Vermögenswerte der Mandanten. Bei Fehlern können große Schwierigkeiten oder existenzielle Krisen entstehen. Insofern besteht die Hauptaufgabe darin, sorgfältig geeignete Produkte auszuwählen und eine laufende Betreuung sicherzustellen, um auf sich verändernde Rahmenbedingungen rechtzeitig reagieren zu können.

Unternehmer.de: Könnten Sie sich prinzipiell vorstellen, Deutschland aus unternehmenstaktischen Gründen irgendwann zu verlassen?

Dirk Hummel: Nein! Als Versicherungsmakler vermittle ich auf den deutschen Markt zugeschnittene Produkte, die in sich schon ohne Sprachbarriere kompliziert sind. Derartige Produkte im Ausland anzubieten, ist aus meiner Perspektive sinnlos.

Unternehmer.de: Wo sehen Sie den deutschen Markt für ihr Unternehmen in 5 Jahren? Was könnte sich verändern?

Dirk Hummel: Wir schauen gebannt auf die Staatsschulden- und die Bankenkrise in Europa, aber auch in den anderen Industrienationen inklusive China! Ich glaube, niemand wird ernsthaft Prognosen abgeben wollen für den Fall, dass die Eurozone zerbricht. Sollte sich das aktuelle wirtschaftliche und politische Geschehen als „normale“ Krise erweisen, auf die eine Erholungsphase folgt, dann sollten die Vorsorgethemen wie Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit, aber auch die Absicherung von Unternehmensrisiken und Geldanlage ein beherrschendes Thema bleiben.

(Bild: © Argus - Fotolia.de)