Unternehmensnachfolge: 5 Tipps für eine erfolgreiche Übergabe

Veröffentlicht am 3. August 2009 in der Kategorie Management & People Skills von

Themen: ,

Eigentlich könnte Robert K. zufrieden sein. Der 65-jährige In­haber eines etablierten Einzelhandels­geschäfts kann sicher sein, dass sein Lebenswerk weiterbestehen wird. Tochter Laura hat ihr BWL-Studium abgeschlossen und arbeitet seit Kurzem im väterlichen Betrieb. Doch immer öfter hängt der Fa­mi­lien­frieden schief. Vater und Tochter sind sich über die Unternehmensführung nicht einig. Die 19 Mit­arbeiter haben das auch schon mitbekommen. Gerüchte und Un­sicherheit breiten sich aus. Die Autorität von Laura wird teilweise  unter­graben und das Betriebsklima leidet.

Kein Einzelfall: Laut IHK-Unternehmensbarometer gefährdet das Thema Unternehmensnachfolge rund 43.000 Unternehmen und damit 150.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Erste Wahl für die Mehrheit der Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) ist die Übergabe innerhalb der Familie. 20 Prozent jedoch befürchten, das Unternehmen verkaufen oder gar schließen zu müssen, wenn sie in den Ruhestand gehen. Je kleiner das Unternehmen ist, um so größer wird diese Gruppe. Ein Patentrezept für eine erfolgreiche Übergabe gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Unternehmen, Situationen und beteiligten Personen. Fünf goldene Regeln gelten jedoch generell:

1. Unternehmensnachfolge: Rechtzeitig die Weichen stellen

Je früher man das Unternehmen auf die Nachfolge vorbereitet, desto besser. Fünf Jahre sollten mindestens eingeplant werden, damit sich das Unternehmen, der Nachfolger und der scheidende Chef auf die neue Situation vorbereiten können. Auch für unvorhersehbare Ereignisse (Krankheit, Unfall) sollte es einen Notfallplan geben. Geschäftsaufgaben könnten bei langfristiger Planung oft vermieden werden.

2. Nachfolge bei den potenziellen Nachfolgern rechtzeitig offen ansprechen

Auch wenn die meisten sich den Sohn oder die Tochter als Nach­folger wünschen, geht dieser Wunsch nicht immer in Erfüllung. Oft haben die Kinder andere berufliche Pläne. Wer die Nachfolgefrage frühzeitig offen abklärt, kann auch rechtzeitig die Alternativen ausloten. Ob andere Familienmitglieder, Käufer, externe Manager oder kompetente Mitarbeiter, alle Möglichkeiten sollten genau überdacht und mit den Betroffenen diskutiert werden.

3. Unternehmensnachfolge: Loslassen

Häufig scheitern Übergaben genau an diesem Punkt, denn Emotionen spielen dabei eine große Rolle. Dem Senior fällt es verständlich­erweise oft schwer, sich aus dem mühevoll aufgebauten Betrieb zurückzuziehen. Zu stark sind alte Gewohnheiten und zu groß ist die Angst, dass mühsam aufgebaute Strukturen vorschnell über Bord geworfen werden.

4. Klare Re­gel­ungen

Klare und schriftliche Regelungen für die strategische Neuausrichtung helfen allen Betroffenen. Senior und Junior sollten schriftlich die Spiel­regeln und den Zeitplan gemeinsam festlegen. So können viele Diskussionspunkte im Vorhinein geklärt und Einigungen herbeigeführt werden. Das Tagesgeschäft kann dann reibungslos vonstatten gehen.

5. Unternehmensnachfolge: Externe Hilfe

Für die schwierige Übergangs­­phase hat es sich bewährt, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der gemeinsame Besuch des BEITRAINING® Seminars BYB (Building Your Business©) - Strategische Unternehmensplanung hat bereits vielfach eine Unternehmensnachfolge erfolgreich begleitet. Auch Robert und Laura K. fanden während des Trainings eine gemeinsame Gesprächsebene, räumten Missverständnisse aus dem Weg, gingen verschiedene Szenarien durch und entwickelten eine strategische Neuausrichtung, die beiden das gute Gefühl gab, den Weg für die Zukunft des Geschäfts geebnet zu haben. Robert fällt es nun viel  leichter, Laura nach und nach die Verantwortung für sein Lebenswerk zu übertragen.

(Bild: © iStockphoto.com)