Balance statt Burnout – In 3 Runden zu mehr Souveränität!

Veröffentlicht am 10. November 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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Balance statt Burnout: Mehr Souveranität in 3 RundenNoch vor einigen Jahren hätte sich wohl kaum jemand träumen lassen, mit welchen Herausforderungen wir heute täglich zu kämpfen haben. Vor allem die ständige Erreichbarkeit, dank der modernen Errungenschaften unserer mobilen Welt, entwickelt sich immer mehr von der Lust zur Last. Hinzu kommt eine Fülle an Informationen, die auf uns einströmt…

Heute noch aktuell, wichtig und dringend, können Angaben und Daten morgen schon veraltet sein. Das Gefühl schleicht sich ein, umsonst gearbeitet zu haben, trotz aller Anstrengungen den Anforderungen nicht gerecht geworden zu sein. Diese Schnelllebigkeit in allen Bereichen und der wachsende Druck führen oft zur totalen Erschöpfung. Was mental beginnt und sich seelisch ausbreitet, endet meist in einem körperlichen Zusammenbruch. Die Auswirkungen dessen, was wir uns täglich antun, sind schließlich so massiv, dass der zeitweise Ausstieg unumgänglich ist.

In drei Runden zu mehr Souveränität

Work-Life-Balance klingt so schön in unseren Ohren und doch kümmern wir uns meist erst dann darum, wenn unser Leben aus den Fugen gerät, unser Organismus nicht mehr kann und will. Auch dann werden wir meist erst aktiv, wenn es gar nicht mehr anders geht. Burnout gilt in der Wirtschaftswelt immer noch als Stigma. Das Coming Out fällt schwer, wie auch zahlreiche Beispiele aus dem Sport zeigen. Doch immer nur zu rennen schafft der beste Ausdauersportler nicht. Um erfolgreich zu sein, braucht er regelmäßig Ruhephasen – zwischendurch im Training und erst recht nach einem Marathon.

Unser Kraftpolster lässt sich z. B. mit folgenden drei Grundsätzen auf einem gesunden Level halten. Das persönliche Gleichgewicht sorgt dann dafür, dass wir im Business und in den Beziehung(en) unseren Mann/unsere Frau stehen, dass Firma und Familie sich nicht ausschließen, dass beruflicher Erfolg und privates Glück nur zwei Seiten einer Medaille sind, die heißt: Der souveräne Mensch im Gleichgewicht!

1. Runde: Wie wir als Perfektionisten lernen, loszulassen

Menschen, die hinsichtlich Burnout gefährdet sind, haben oft einen besonderen Hang zum Perfektionismus. Alles sollte zu mindestens 100 % richtig sein, ein auch nur annähernd schlechteres Ergeb­nis wird nicht akzeptiert. Perfektionisten scheitern häufig an ihrer überhöhten Erwar­tungshaltung. Sie fordern zu viel - von sich selbst ebenso wie von anderen Menschen in ihrem Umfeld. Wollen Perfektionisten souveräner werden, müssen Sie lernen, loszulassen – nicht die Verantwortung, aber sehr wohl Aufgaben. So punkten Sie: Nichts was der Zeit widersteht, ist dauerhaft, sondern was sich kluger­weise mit ihr ändert!

2. Runde: Warum unsere persönliche Entschleunigung Prozesse manchmal sogar beschleunigt

Die Beschleunigung ist unser Ta­gesgeschäft: Ständig werden Prozesse verbessert, Abläufe ra­tionalisiert – wir überlegen fortwährend, wie wir etwas schneller schaffen, in kürzerer Zeit erledigen können. Sind wir mit einem Thema durch, wenden wir uns gleich dem nächsten Rationalisie­rungsprojekt oder –objekt zu. Pausen nehmen wir nur zwangs­weise! Im wahrsten Sinne des Wortes deutlich wird dies, wenn uns eine Krankheit plötzlich dazu zwingt, zu entschleunigen. Un­ser Körper regelt in solch einem Fall oft das, wozu unser Verstand nicht fähig war. Viel souveräner wäre es natürlich, selbst rechtzeitig einmal zu entschleunigen, sich bewusst Zeit für etwas zu nehmen und bestimmten Dingen auch Zeit zu lassen. So punkten Sie: Wenn du es eilig hast, gehe langsam.

3. Runde: Wie wir am besten Ballast abstoßen und uns auf das Wesentliche konzentrieren

Viele Menschen verzetteln sich aufgrund der wachsenden Aufgaben und des Drucks, den andere auf sie ausüben. Sie wollen zuviel auf einmal. Um allem gerecht zu werden und süchtig nach Anerkennung, verdoppeln sie ihre Anstrengungen – nur um zu merken, dass sie zwar immer mehr anfangen, aber nichts wirklich zu Ende bringen können. Um diesem entgegenzuwirken, bündeln wir unsere Kräfte, kon­zentrieren uns, wie mit einem Brennglas, auf das Wesentli­che. Unsere Lebensträume oder Visionen sind der Motor, um Großes zu erreichen – und das ganz ohne Burnout. So punkten Sie: Leidenschaft verknüpft Informationen mit Emotionen, verbindet Ideen und Menschen.

Ist unser Leben erfüllt, sind wir glücklich. Ist unser Leben nur noch gefüllt, droht das Burnout. Termine über Termine, die tägliche Jagd nach noch mehr Erfolg, Geld und Ansehen, ständige Aktivitäten und die Sorgen – um das Hier und Jetzt ebenso wie um die Zukunft – überrollen uns manchmal. Zum Innehalten bleibt weder Zeit noch der Mut, könnte dies doch als Schwäche ausgelegt werden. Und schwach wollen wir schließlich nicht sein in einer Gesellschaft, in der der Leistungswille und die Bereitschaft, über sich selbst hinauszuwachsen, zählen. Wird dies zu einem Dauerzustand, drohen enorme Schäden – in menschlicher wie in gesellschaftlicher Hinsicht.

(Bild: © olly – Fotolia.de)