Der Mittelstand im Interview: Lampen der anderen Art

Veröffentlicht am 21. Oktober 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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Im Zuge einer neuen Serie führt Unternehmer.de Interviews mit Unternehmern und Unternehmerinnen des deutschen Mittelstands. Im Folgendem beantwortet Holger Henschel, Geschäftsinhaber von "Lampen der anderen Art – das Fachgeschäft für nostalgische Leuchten",  unsere Fragen.

"Lampen der anderen Art" ist ein Fachgeschäft, das sich auf die Restaurierung und Herstellung von klassischen Leuchten in kleiner Stückzahl spezialisiert hat.

Unternehmer.de: Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen in Deutschland? Wie positionieren Sie sich gegenüber anderen Unternehmen aus Ihrer Branche?

Holger Henschel: In unserem Fachgeschäft dreht sich alles um die klassische Beleuchtung. Wir sind spezialisiert auf Leuchten der Jahrhundertwende. Das heißt, dass Sie bei uns vorrangig bewährte Materialien wie Messing, Glas, Gusseisen und natürlich die gute alte Glühbirne finden. Im Gegensatz zum klassischen Leuchtengeschäft, wo pro m² Deckenfläche mindestens 4 Deckenleuchten hängen, geht es bei uns sehr wohnlich zu. Dabei ist es uns wichtig, alle Leuchten in einer stilgerechten Umgebung zu präsentieren. So entspricht die Möblierung des Geschäftes dem Stil der Leuchten. Liebevoll dekorierte Kommoden und Beistelltische erzeugen ein wohnliches Ambiente. Wir reparieren und restaurieren Leuchten im Kundenauftrag. Außerdem fertigen wir Leuchten nach Kundenangaben. Da parallel zum Leuchtengeschäft ein Elektroinstallationsbetrieb besteht, werden die gekauften Leuchten auf Wunsch beim Kunden installiert.

Holger Henschel ist Geschäftsinhaber von “Lampen der anderen Art – das Fachgeschäft für nostalgische Leuchten”

Unternehmer.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate?

Holger Henschel: Eigentlich ist das Geschäft mit Wohnraumleuchten ein Saisongeschäft. Mit Beginn der dunkleren Jahreszeit steigt der Umsatz und im Frühjahr flaut er wieder ab. Dieses Jahr war alles etwas anders als die letzten Jahre, denn bereits in den Sommermonaten stieg der Umsatz auf Herbstniveau.

Unternehmer.de: Und wenn Sie heute zurückblicken: Welchen Fehler würden Sie am liebsten ungeschehen machen?

Holger Henschel: Größerer Fehler sind wir uns nicht bewusst. Allerdings hätten wir aus heutiger Sicht die Internetvermarktung schon einige Jahre eher beginnen sollen, denn dort liegt noch viel Potential für neue Kunden.

Unternehmer.de: Worauf sind Sie im Rückblick besonders stolz, was waren Ihre größten Erfolge?

Holger Henschel: Auf Grund dessen, dass unser Geschäft am Stadtrand liegt, und die Produkte nur für eine kleinere Kundengruppe interessant sind, gab es einige Skeptiker, die unser Scheitern vorausgesagt haben. Sicher waren die ersten Jahre nicht einfach, aber mittlerweile sind wir weit über die Region bekannt.

Unternehmer.de: Stichwort Social Media und Web 2.0: Wie nutzen sie die Online-Medien?

Holger Henschel: Dem Kunden im Geschäft etwas Besonderes, Außergewöhnliches zu bieten, ist sehr wichtig. Um allerdings neue Kunden zu finden und in den Laden zu bekommen, ist es ein Muss, das Internet mit seiner Reichweite zu nutzen.

Unternehmer.de: Welche Tipps würden Sie dann Menschen geben, die sich gerade im Moment mit dem Gedanken beschäftigen, ein Unternehmen zu gründen?

Holger Henschel: Sorgfältig planen. An die Sache glauben und nicht gleich aufgeben.

Unternehmer.de: Wo sehen Sie den deutschen Markt für ihr Unternehmen in 5 Jahren? Was könnte sich verändern?

Holger Henschel: Verändern wird sich sicher die Art des Verkaufes, in Zukunft wird der Internetverkauf steigen. Allerdings wird es auch in Zukunft noch genügend Kundschaft geben, welche auf eine individuelle persönliche Beratung im Ladengeschäft Wert legt. Für Spezialisten und Nischenproduzenten, wie wir es sind, wird es immer genug Nachfrage geben.

(Bild: © AKS – Fotolia.de)