Und ab geht die Show: Mitreißende Präsentationen trotz PowerPoint! (Teil II)

Veröffentlicht am 12. September 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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Und ab geht die Show: Mitreißende Präsentationen trotz PowerPoint! (Teil I)Im ersten Teil des Artikels haben Sie bereits erfahren, dass gelungene Präsentation mit Hilfe von PowerPoint nicht so einfach zu realisieren sind, wie vielleicht gedacht. Die meisten dieser Präsentationen sind eher monoton und einschläfernd. Dazu sind sie mit Argumenten völlig überladen. Erfahren Sie nun, wie die richtige Vorgehensweise bei einer Präsentation abläuft.

Vorgehensweise: Visualisierung einer Präsentation

1. Erst die Strategie

Bevor Sie mit der endgültigen Gestaltung Ihrer Visualisierungen beginnen, ist es wichtig, über die Strategie nachzudenken:

  • Welche komplexen Zusammenhänge wollen Sie visualisieren?
  • Wer braucht visuelle Überzeugungsmittel? Das heißt: Wo können Sie Bilder als Argumente einsetzen? Ihre Teilnehmer können sehen, dass Ihre These (Kernbotschaft) stimmt.
  • Welche Überzeugungsmittel wollen Sie visualisieren?
  • Welcher Redestil schätzt welche Visualisierungen?
  • Der logische Redestil: zum Beispiel Tabellen, Zahlengrafiken, Funktionsdarstellungen
  • Der strukturierte Redestil: zum Beispiel Abläufe, Struktogramme, Organigramme
  • Der gefühlvolle Redestil: zum Beispiel Bilder von Menschen, humorvolle Bilder
  • Der experimentelle Redestil: zum Beispiel Überblicksdarstellungen, ästhetisch ansprechende Bilder, visualisierte Analogien
  • Welche emotionalen Aussagen Ihrer Kernbotschaften können Sie über Bilder emotional verstärken?

2. Dann das Konzept

Skribbeln Sie Ihr Konzept. Benutzen Sie hierzu die oberen leeren Bereiche der Notizenseiten Ihres Manuskripts und einen Bleistift. Wählen Sie das passende Medium.

Beispiele:

  • Flip-Chart: wirkt dynamisch und auflockernd, vor allem wenn Sie spontan zeichnen
  • Tisch-Flip: schafft Nähe, funktioniert auch wenn Technik versagt (zum Beispiel Stromausfall, kein Beamer) oder wenn Ihre Teilnehmer keine Beamerpräsentation wünschen
  • Moderationswand: wirkt strukturiert und ordentlich
  • Plakate: wirken professionell und verankern Botschaft im Gedächtnis
  • PowerPoint: wirkt professionell, kann Abläufe animieren, kann ins Internet

Es gibt Medien, mit denen Sie Ihre Botschaften für die gesamte Dauer der Präsentation visualisieren. Das sind zum Beispiel Flip-Charts, Plakate, Moderationswände. Diese eignen sich für die Botschaften, die permanent sichtbar sein sollen, zum Beispiel Tagesordnungspunkte oder sehr wichtige Zusammenhänge. Dann gibt es flüchtige Medien wie zum Beispiel Beamer, Overheadprojektor. Diese zeigen Ihre Botschaft nur für kurze Dauer (ohne zu stören). Beachten Sie auch hier: Was sollten Sie permanent sichtbar visualisieren und was nicht?

PowerPoint ganzheitlich, zweckmäßig und überzeugend einsetzen

PowerPoint ist ein Computerprogramm mit der Funktion, Ihnen die Arbeit zu erleichtern. PowerPoint soll Sie unterstützen und nicht Ihnen die Show stehlen. Sie haben es dann richtig eingesetzt, wenn niemand darüber spricht! Wenn es wie selbstverständlich seinen Platz in Ihrer Gesamtinszenierung einnimmt, sie jedoch nicht dominiert. Wenn ich von ganzheitlicher PowerPoint-Anwendung spreche, meine ich das Zusammenspiel der vier Ansichten:

  • Normal (Folien: Visualisierung)
  • Foliensortierung (Struktur und Gliederung)
  • Notizenseiten (Manuskript) und
  • Bildschirmpräsentation (Live-Auftritt) (Atkinson: 2005)

Außerdem stehen Ihnen beim Ausdrucken noch die Optionen Handzettel und Gliederungsansicht zur Verfügung. Ebenfalls ganzheitlich ist das Zusammenspiel mit anderen Office-Programmen – so können Sie ganz einfach Zahlen aus Excel-Tabellen oder Texte aus Word-Dokumenten importieren. Über das Internet sind Sie mit Datenbanken, Fotodiensten und natürlich Millionen anderen Computern vernetzt.

Sie können Ihre Präsentation einfach und leicht verschicken, auf Ihre Homepage stellen oder als Unterlagen für Ihre Teilnehmer ausdrucken. Sie können mit Ihrem Team gemeinsam an einer Präsentation arbeiten, schnell und einfach Änderungen durchführen und Teile davon in zukünftige Präsentationen mühelos einfügen. Sie haben während der Vorbereitung Ihrer Präsentation schon Bekanntschaft mit dieser ganzheitlichen PowerPoint-Methode gemacht, als Sie Ihr Manuskript auf den Notizenseiten herstellten.

Im dritten Teil des Artikels erfahren Sie die wichtigsten Regeln zur Gestaltung von PowerPoint-Folien.

Das Buch zum Artikel ist erschienen im BusinessVillage-Verlag. Sie finden es in unserem Buchshop: “Anita Hermann-Ruess: Wirkungsvoll präsentieren”

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Und ab geht die Show: Mitreißende Präsentationen trotz PowerPoint! (Teil III)

(Bild: © scusi – Fotolia.com)