Best Practice: Ein attraktiver Arbeitgeber sein und bleiben! (Teil I)

Veröffentlicht am 14. März 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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Wie können wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber steigern? Mit dieser Frage müssen sich viele Unternehmen „in der Provinz“ schon lange befassen – unter anderem, weil es die meisten (Hoch-)Schulabgänger eher in die städtischen Ballungszentren zieht. So auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Entsprechend vorausschauend ist ihr Personalmarketing und ihre Personalarbeit.

Künftig benötigen Unternehmen, die erfolgreich am Markt agieren möchten, Strategien und Konzepte, um mit der schrumpfenden Zahl von Fachkräften und den zugleich älter sowie internationaler werdenden Belegschaften umzugehen. Über dieses Thema ist zur Zeit in Deutschland eine lebhafte Diskussion entbrannt.

In dieser aktuellen Diskussion um den demographischen Wandel und den drohenden Fachkräftemangel wird jedoch oft übersehen: Viele mittelständische Betriebe müssen bereits seit Jahrzehnten aktiver um hoch qualifizierte Arbeitskräfte werben als manch Konzern. Dasselbe gilt für zahlreiche große Unternehmen, die ihren Sitz nicht in einem städtischen Ballungszentrum, sondern eher „in der Provinz“ haben. Sie mussten auch in der Vergangenheit einen gewissen Mehraufwand betreiben, um insbesondere qualifizierte (Hoch-)Schulabgänger als Mitarbeiter zu gewinnen, da es die meisten jungen Männer und Frauen – vor der Familiengründungsphase – stärker in die städtischen Metropolen als in ländlich geprägte Regionen zieht.

Deshalb findet man gerade dort oft Unternehmen, die bereits vor Jahren innovative sowie ausgefeilte Konzepte zum Finden und Binden qualifizierter Mitarbeiter entwickelt haben – lange bevor das Entwickeln eines attraktives Arbeits- und Lebensumfelds, um gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen, vom Cross der Unternehmen als zentrales Personalthema entdeckt wurde. Das gilt auch für die Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Demografiefestigkeit als Wettbewerbsvorteil

Bei Schwäbisch Hall steht das Sichern des Nachwuchses im Hinblick auf die demografische Entwicklung seit 2005 auf der personalpolitischen Agenda. Denn mit seinen über 3.200 Mitarbeitern in der Kreisstadt Schwäbisch Hall ist der Konzern mit seinen Tochterunternehmen einer der größten Arbeitgeber im Nordosten Baden-Württembergs. Um sich für die Zukunft zu wappnen, befasst sich bei Schwäbisch Hall seitdem ein Projekt mit dem „Generationenmanagement“.

Im Blickfeld stehen dabei alle Phasen des Erwerbslebens vom Ausbildungsstart bis zum Eintritt in den Ruhestand. Im Rahmen dieses Projekts wurde unter anderem der Personalbestand analysiert sowie der mittel- und langfristige Bedarf an Nachwuchskräften ermittelt. Außerdem wurden die Instrumente im Personalmanagement daraufhin untersucht, ob sie als „demografiefest“ gelten können.

Die ersten Ergebnisse der Bestandsaufnahme sind vielversprechend: Viele der heute gut funktionierenden Bausteine der Personalarbeit wurden bei Schwäbisch Hall bereits in den 70er Jahren eingeführt. Schon damals wollte das Unternehmen zum Beispiel gut ausgebildeten Bankkauffrauen die Möglichkeit geben, nach einer Babypause bald wieder zu arbeiten. Deshalb wurden die unterschiedlichsten Teilzeitmodelle eingeführt und eine Kindertagesstätte eingerichtet. Heute arbeitet ein Drittel der Belegschaft bei Schwäbisch Hall in Teilzeit, und es gibt über 70 Arbeitszeitmodelle.

Neben der Erziehungsphase geriet bei Schwäbisch Hall schon früh ein zweiter Aspekt in den Blick: die Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen. Seit 1992 kann jeder Mitarbeiter bei Bedarf eine betriebliche Pflegepause einlegen, um bis zu zwei Jahre Angehörige zu pflegen oder zu betreuen, ohne seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Für die akute Kurzzeitpflege von Angehörigen aktiver Mitarbeiter und für ehemalige Mitarbeiter steht ein eigenes Seniorenstift der Bausparkasse zur Verfügung.

Im zweiten Teil des Artikels erfahren Sie mehr darüber, wie man als attraktiver Arbeitgeber eine Bildungs-Infrastruktur ausbauen, vorhandenes Wissen erweitern und Wissenstransfer gewährleisten kann.

(Bild: © Ben Chams – Fotolia.com)