Verteidungsminister zu Guttenberg tritt zurück – Merkel unterbricht Cebit-Besuch

Veröffentlicht am 1. März 2011 in der Kategorie Management & People Skills von

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In einer spontan angesetzten Pressekonferenz gab Verteidigungsminister zu Guttenberg seinen Rücktritt bekannt. "Ich habe in einem sehr freundschaftlichen Gespräch die Frau Bundeskanzlerin informiert, dass ich mich von meinen politischen Ämtern zurückziehe" erklärt der CSU-Politiker zum Auftakt.

Dabei führt der Politiker vor allem die mediale Betrachtung der Plagiatsaffäre als Grund für seinen Rücktritt auf. "Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich das nicht mehr verantworten", so zu Guttenberg.

Die Entscheidung sei bereits in den letzten Tagen gereift. Die aktuellen Vorgänge in Afghanistan sollen zu Guttenberg allerdings eine kurzfristigere Entscheidung nicht möglich gemacht haben: "Es war eine Frage des Anstandes. Ich musste erst die drei toten Soldaten zu Grabe tragen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) brach ihren Rundgang auf der Computermesse Cebit in Hannover überraschend für ein längeres Telefonat ab. Die engsten Berater des Verteidigungsministers zeigten sich ebenfalls sehr überrascht von der plötzlichen Entwicklung.

Gegen Ende der Pressekonferenz  richtete sich der stark unter Druck geratene Politiker an seine Unterstützer und Befürworter: "Ich danke von ganzem Herzen der großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung, meinen Parteikollegen und den Soldaten, die mir den Rücken stärkten, nicht zurück zu treten."

Karl-Theoder zu Guttenberg war wegen mehrfacher fehlerhafter Quellenangaben in seiner Doktorarbeit sowohl von den Regierungsparteien als auch der Opposition in die Kritik geraten. Der Zuspruch in der Öffentlichkeit litt darunter ebenfalls, dennoch blieb er laut dem ZDF-Politbarmometer weiterhin der beliebtester Politiker in Deutschland.

(Quelle: www.welt.de)

Unternehmer.de Redaktion: Philipp Preischl

(Bild: © WoGi – Fotolia.com)