Finanz Lexikon
Mezzanine-Kapital


Definition von Mezzanine-Kapital

Unter dem Begriff Mezzanine-Kapital versteht man eine Finanzierungsform, die Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital vereint. Dabei wird die klassische Variante des Eigenkapitals mit den Merkmalen des Fremdkapitals gekoppelt. Unternehmen erhalten wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital, ohne den Kapitalgebern Einfluss zu gewähren. So haben diese keine Stimmrechte oder Residualansprüche, wie es sonst bei Gesellschaftern normal ist.

Bei Mezzanine-Finanzierung bezeichnet man stille Beteiligungen, Genussrechte, wertpapierverbriefte Genussscheine oder partiarische Darlehen, als hybride Finanzierungsinstrumente.

Die 4 Merkmale von Mezzanine-Kapital

Nachrangigkeit

Gestattetes Mezzanine-Kapital ist oft mit einem Rangrücktritt verbunden, im Falle einer Insolvenz wird das Mezzanine-Kapital erst nach dem Kapital der normalen Gläubiger angetastet, aber noch vor den Eigenkapitalgebern. In solchen Fällen wird das Mezzanine-Kapital als wirtschaftliches Eigenkapital betrachtet, da es auch für Verluste haftet.

Rückzahlungsverpflichtungen

Mezzanine-Kapital steht nur für eine bestimmte Zeit zur Verfügung und muss anschließend zurückgezahlt werden.

Geringe Mitspracherechte

Kapitalgeber haben nur geringe Mitspracherechte bezüglich des operativen Geschäfts, sie haben meist nur Kontrollmöglichkeiten und Informationsansprüche.

Flexibilität

Hohe Flexibilität bei der Ausgestalltung von Konditionen (Laufzeit, Preis, Kündigungsfrist, Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, Tilgungsmöglichkeiten ...). Es gibt nur wenige gesetzliche Vorgaben - somit gelten auch für die Finanzierungsmöglichkeiten keine großen gesetzlichen Bestimmungen.

Vorteile und Nachteile von Mezzanine-Kapital

Vorteile:

  • Unternehmer können sich Kapital beschaffen ohne Stimmrechte abzugeben (Eigenkapitalcharakter).
  • Die Abhängigkeit von Banken verringert sich durch die anderen Finanzierungsquellen.
  • Geringe gesetzliche Vorgaben ermöglichen eine individuelle Anpassung der Finanzierung des Kapitalnehmenden.
  • Die Kapitalkosten sind geringer als bei Eigenkapitalaufnahme.

Nachteile:

  • Die Kosten sind in der Regel höher als bei Fremdkapital.
  • Gewinne oder Wertsteigerungen des Unternehmens müssen an Mezzanine-Kapitalgeber abgegeben werden (Rückzahlung).
  • Für kleinere Unternehmen, mit geringem Kapitalbedarf, eher ungeeignet.

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