Finanz Lexikon
Forex Handel (FX)


Definition: Forex-Handel

Forex (Kurzform: FX) ist eigentlich eine Abkürzung für FOReign EXchange. Gemeint ist damit der Handel mit Fremdwährungen, also der Devisenhandel.

Der Devisenhandel ist in unserem Zeitalter der Globalisierung und des Internets der mit Abstand größte Finanzmarkt der Welt. Der Devisenhandel ist sogar weitaus größer als das gesamte Handelsvolumen der Aktien-Börsen von Tokio, London, Frankfurt und New York.

Die Bank for International Settlements (BIS) schätzt folgendes Handelsvolumen:

"Trading in foreign exchange (FX) markets averaged $5.1 trillion per day in April 2016, according to the 2016 Triennial Central Bank Survey of FX and over-the-counter (OTC) derivatives markets."

Forex-Währungspaare: Majors und Minors

Eine Vielzahl von Währungspaaren werden im Forex-Handel miteinander getauscht bzw. gehandelt: Man unterscheidet in die großen Majors und die weniger volumenbehafteten Minors.

Beispiele für Major-Währungspaare

EURO - US-Dollar (EURUSD)

Britische Pfund - US-Dollar (GBPUSD)

US-Dollar - Japanische Yen (USDJPY)

US-Dollar - Schweizer Franken (USDCHF)

Alleine diese oben genannten Währungspaare machen in etwa über 75 % des Gesamthandels aus.

Wer handelt? Hedger und Spekulant

Der Hedger: Was sind seine Aufgaben?

Der Hedger arbeitet zum Beispiel in der Finanzabteilung einer großen deutschen Firma, die Ihre Produkte auch im Ausland verkauft. Sollte diese Firma beispielsweise ein lukratives Geschäft in Amerika abschließen und dort seine Waren verkaufen, wird höchstwahrscheinlich eine Bezahlung in US-Dollar vereinbart. Der Wechselkurs Euro-US-Dollar unterliegt natürlich Schwankungen. Der Gewinn der Firma hängt also demnach auch vom Wechselkurs ab. Die Aufgabe des Hedgers ist es nun die Gewinne aus dem Basisgeschäft am Devisenmarkt gegen Währungsschwankungen abzusichern. Dies ist möglich indem er zum Beispiel den entsprechenden Verkaufserlös in US-Dollar durch „short“-Positionen des USD gegen Wechselkursverluste absichert.

Neutralisierung von Kursschwankungen durch eine Hedge-Absicherung

Sollte der US-Dollar fallen und der Hersteller so weniger Gewinn aus seinem eigentlichen Geschäft schlagen, wird der „Verlust“ durch die Gewinne aus dem Devisengeschäft (dort wurde auf fallende Kurse „gehedgt“) ausgeglichen. Im umgekehrten Fall (der Dollar steigt) hat der Hersteller zwar Verluste aus seiner Hedgeabsicherung, die aber durch die Mehrgewinne aus dem Basisgeschäft neutralisiert werden.

Der Spekulant: Wie ist sein Vorgehen im Forex-Handel?

Der Spekulant kauft/verkauft Währungen als Anlageobjekt und hofft durch Kursschwankungen auf enorme Renditen. Er setzt sowohl auf steigende als auch auf fallende Kursen. Natürlich muss er die richtigen Rückschlüsse gezogen und ein Gespür für den Forex-Handel und dessen Schwankungen entwickelt haben um sich richtig positionieren zu können.

Warum ist der Forex Markt so interessant für Spekulanten?

Hierfür gibt es mehrere Gründe. einige davon sind:

  • Sehr hohe Liquidität des Marktes (Trades in Millionen/Milliarden-Höhe innerhalb weniger Minuten)
  • Keinerlei behördliche Reglementierung (Chancen auf Renditen in unvorstellbarer Höhe in kürzester Zeit)
  • Man benötigt technisch nur einen Computer, einen Internetanschluss und einen Broker-Account.

Forex-Handel: Welche Risiken und Regeln gibt es?

Handel mit Lots

Es ist möglich mit wenig Geld schon große Summen zu bewegen. Beispiel: Man kauft 100 Aktien mit einem Wert von 80€ pro Aktie. Es sind dafür 8.000€ nötig, um den Trade durchzuführen.

Am Devisenmarkt kauft man hingegen sogenannte Lots, wobei der Wert eines Lot 100.000 Einheiten der entsprechenden Basiswährung entspricht. Ein Lot beim Handel von EURUSD entspricht beispielsweise 100.000€.

Handel mit Margin

Da die Währungsschwankungen so minimal sind, müsste man entsprechend viel Kapital aufbringen um einen relevanten Gewinn zu erwirtschaften. Aus diesem Grund existiert der Leverage (Hebel). Aus diesem Grund bieten Bankenden sogenannten Margin (-Handel) an. Man hinterlegt beispielsweise nur 1% des zu bewegenden Kapitals. Damit ist es möglich mit 1.000€ Einsatz 100.000€ zu handeln.

Dies ist ein sogenannter Margin-Handel. Der Spekulant hinterlegt also nur einen prozentualen Anteil des Trades als Geldbestand im Account.

Sollte der Währungskurs in die „richtige“ Richtung tendieren, erhält man den Gewinn eines 100.000 Lot. Eine Verdopplung des Accounts an einem Tag ist so durchaus möglich. Das Risiko wird gern verschwiegen: Dreht der Währungskurs in die „falsche“ Richtung, ist man schnell aus dem Markt und fährt große Verluste ein.

Forex: Soll ich investieren?

Ist es nun sinnvoll Geld als Forex Trader zu investieren und wenn ja, wie?

Ja, wenn man sich an die Spielregeln hält und bereit ist zu lernen. Der Devisenhandel ist ein Geschäft der Wahrscheinlichkeiten und des Risiko-Managements (Kursentwicklungen kann man nie mit Garantie vorhersagen). Es gibt jedoch erwiesenermaßen Voraussetzungen in Märkten mit relativ hohen Gewinnwahrscheinlichkeiten und es gibt Voraussetzungen in Märkten mit eher geringen Gewinnwahrscheinlichkeiten.

Erfolgreicher Handel am Devisenmarkt: So klappt's!

  1. Wahrscheinlichkeiten erkennen
  2. Wahrscheinlichkeiten bewerten
  3. entsprechend der Wahrscheinlichkeiten handeln

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