Was das Web von Ihnen weiß… (Teil I)

Veröffentlicht am 23. Dezember 2010 in der Kategorie IT & Technik von

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Die Personensuchmaschinen 123people und yasni sammeln diverse Daten zu Personen im Web. Geben Sie einfach einmal Ihren Namen ein und Sie werden erstaunt sein, wie viele oder wie wenige Informationen zu Ihnen im WWW vorhanden sind.

Von Wolfgang Hünnekens

Dabei werden Websites, Bilder, Videos, Blogs, Telefonbucheinträge und einiges mehr angezeigt. Um jederzeit auf dem Laufenden zu bleiben, falls neue Informationen hinzukommen, können Sie sich per E-Mail darüber benachrichtigen lassen.

Um über sich, Ihre Marke, Ihr Thema (oder jedes beliebige andere Thema), die Konkurrenz oder bestimmte Entwicklungen up to date zu bleiben, ohne Tag für Tag stundenlang das Web nach den entsprechenden Hinweisen und Informationen abgrasen zu müssen, sollten Sie hier verschiedene Watchlists anlegen.

Technorati bietet beispielsweise eine Watchlist an, bei der Sie die gesamte Blogosphäre nach bestimmten Schlüsselbegriffen durchsuchen lassen können. Entdeckt Technorati einen neuen Eintrag, finden Sie das Ergebnis auf Ihrer Watchlist. Dazu müssen Sie sich übrigens nicht jedes Mal aufs Neue bei Technorati einloggen; Sie können die Ergebnisse auch als RSS-Feed abonnieren und bekommen so jeden neuen Fund frei Haus in Ihren Feedreader geliefert.

Google Alerts ist einer von zahllosen Diensten des Suchmaschinen-Riesen. Auch hier geben Sie einen Schlüsselbegriff ein und lassen sich von Stund‘ an täglich mit frischen Suchergebnissen per E-Mail beliefern. Ohne Anmeldung oder Login und jederzeit abbestellbar.

blogpulse ist ein Online-Analyse-Tool, mit dem Sie nicht nur die Relevanz Ihrer eigenen Marke oder Online-Aktivität überprüfen und verfolgen können. Durch verschiedene Tools von blogpulse lassen sich sogar Trends in Social Web erkennen. Über welches Thema wird in den letzten Monaten zunehmend gesprochen, diskutiert und gehandelt? Eine sehr hilfreiche Angelegenheit, wenn Sie zeitnah mit Produkt- oder Dienstleistungsentwicklungen reagieren können.

Mit backtweets finden Sie heraus, aus welchen Tweets auf eine bestimmte Web-Adresse verlinkt wird. Auch bei diesem kostenlosen Dienst können Sie sich per E-Mail benachrichtigen lassen, sobald die von Ihnen angegebene URL in einem Tweet auftaucht.

Falls Sie bewegtes Bildmaterial in Form von Videos veröffentlichen und zum Beispiel bei YouTube präsentieren, interessiert es Sie vielleicht, mehr über die Klickraten, Benutzer etc. zu erfahren. Dann bietet sich ein Tool wie tubemogul an. Zum einen können Sie über tubemogul genaue Statistiken und Analysen zu Ihren Clips erstellen lassen. Zum anderen distribuiert tubemogul Ihre Clips auch an diverse Anbieter weltweit.

Crowdsourcing – Die Quelle des Guten

Erinnern Sie sich noch an das Problem von Max, meinem Freund aus Schulzeiten? Okay, er hatte ja mehrere Probleme auf einmal. Das gravierendste war für ihn, dass das neue Modell eines seiner Autos in der oberen Mittelklasse bei den Kunden durchzufallen drohte. Das lässt sich leider nicht mehr ungeschehen machen, sobald die Entwicklung abgeschlossen ist und die Fertigung begonnen hat. Unlucky him …

Genau wie Max‘ Unternehmen scheuen sich viele Firmen davor, sich im Entstehungsprozess in die Karten schauen zu lassen. Zwar werden im Vorfeld Befragungen durchgeführt und frühere Rückmeldungen und Reklamationen von Kunden ausgewertet. Nur sind das alles Beziehungen in die Vergangenheit. Auf der Grundlage dieser Informationen machen sich die Designer und Entwickler ans Werk und kreieren das neue Produkt. Im laufenden Prozess ist es für die künftigen Käufer nicht möglich, sich zu beteiligen. Dabei sind es doch genau diese Menschen, die das Produkt später kaufen wollen oder sollen.

Warum binden die Unternehmen ihre Kunden nicht stärker in die Entwicklung ein? Ich halte das für einen elementaren Grund für viele Flops. Hätten die Unternehmen mehr direkten Kontakt zu ihren Kunden gesucht und diese gefragt und involviert, wäre manch einem Unternehmen sicher eine Krise oder gar vielleicht sogar die Pleite erspart geblieben.

Sicher, der Automobilbau ist ein ebenso kostspieliges wie sensibles Feld, denkt man nur an Dinge wie Produktpiraterie und Plagiatismus. Es gibt unwidersprochen diverse Risiken, gegen die ich gar nicht argumentieren möchte. Es sind die Chancen, und vor allem die bislang ungenutzten Möglichkeiten, die ich für wertvoll halte.

Vielleicht sind Sie ja auch gar kein Automobilbauer. Wahrscheinlich sogar.

Deswegen lautet mein Appell an Sie: Binden Sie Ihre (künftigen) Kunden ein, noch bevor Sie eine Idee für ein neues (oder erneuertes) Produkt oder eine Dienstleistung haben!

Geben Sie den Menschen, die sich für Ihre Produkte interessieren, die Möglichkeit, mitzumachen, mitzugestalten, mitzuentwickeln. Glauben Sie ernsthaft, jemand würde nicht ein Produkt bevorzugen, an dessen Entwicklung und Entstehung er selber in gewisser Form beteiligt war? Wie das aussehen soll, möchten Sie wissen?

Lesen Sie im zweiten Teil, mit welchen Tools Sie Ihre Kunden in den Entwicklungsprozess einbeziehen können.

Über den Autor:

Wolfgang Hünnekens ist Ideengeber und Mitbegründer des vor 10 Jahren gegründeten Institutes of Electronic Business (IEB) sowie ehemals Mitinhaber der Kommunikationsagentur Publicis Berlin. Seit dem Sommersemester 2008 ist Wolfgang Hünnekens Gastprofessor für Digitale Kommunikation im Studiengang „Leadership für digitale Kommunikation“. Der gebürtige Düsseldorfer ist Vorsitzender des Berliner IHK Ausschusses „Creative Industries“ (ehem. „Kommunikation und Medien“). Der Vater von zwei Töchtern ist außerdem der Autor des Buches „Die Ich-Sender – Das Social Media-Prinzip – Twitter, Facebook & Communitys erfolgreich einsetzen“.

Link- und Buchtipps:

Was das Web von Ihnen weiß (Teil 2)

Das Buch zum Artikel: Die Ich-Sender: Das Social Media-Prinzip – Twitter, Facebook & Communitys erfolgreich einsetzen

(Bild: © Dark Vectorangel - Fotolia.com)


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