5-Punkte-Checkliste für Ihren Online-Shop: Ist Magento Commerce die richtige Wahl?

Veröffentlicht am 10. September 2009 in der Kategorie IT & Technik von

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Icon WarenkorbAn Magento Commerce kommt man derzeit kaum vorbei, wenn es um das Thema „Shopsoftware“ geht. Hier sollte man jedoch ein paar Dinge im Vorfeld unbedingt beachten. Magento ist definitiv eine der besten, derzeit verfügbaren eCommerce-Lösungen – jedoch nicht für alles und jeden.

Daher haben wir fünf Fragen aufgestellt, deren Beantwortung entscheidet, ob Magento die richtige Wahl für Sie ist.

1. Magento als Online-Shop-Lösung: Welches Budget steht zur Verfügung?

Im Blogbeitrag „Was kostet ein Magento-Shop“ unter Webshopnews wird diese Thematik bereits grundlegend beleuchtet. Magento Commerce gehört mit Sicherheit zu den besten eCommerce-Lösungen, die derzeit auf dem Markt sind und Magento ist auch noch als Open Source Version verfügbar. Leider setzen viele Shopbetreiber den Begriff „Open Source“ mit umsonst gleich, was mitunter ein vollkommender Trugschluss sein kann.

Magento ist relativ komplex und bei der Implementierung dadurch auch zeitintensiver, als diverse andere Shop-Systeme. Dies hat zur Folge, dass ein Magento-Shop – sofern er vernünftig umgesetzt wird – auch einiges an Aufwand bedeutet. Als grobe Richtlinien kann man hier – wie im Blogbeitrag zu den Magento-Kosten bereits angedeutet – von einer Größenordnung ab EUR 5.000.- ausgehen.

Dies bedeutet, dass sich Magento nur bedingt als Einsteigerlösung eignet.

2. Haben Sie sich im Vorfeld intensiv mit Ihrem zukünftigen Shop beschäftigt und ein erstes Konzept/Pflichtenheft erstellt?

Das Ganze mag etwas hochtrabend klingen, in der Praxis stelle ich jedoch immer wieder fest, dass sehr häufig nach einem Magento-Shop angefragt wird und die zukünftigen Shopbetreiber im Prinzip eigentlich „nur wissen“, dass sie einen (neuen) Online-Shop haben möchte, der dann idealerweise auch gleich bei Google top-platziert ist und ganz schnell ganz viel Geld abwirft.

Gerade der konzeptionelle Teil sollte bei Magento Commerce nicht unterschätzt werden.

Dabei sollten u.a. folgende Fragen geklärt werden:

  • Wer ist meine Hauptzielgruppe und wer sind meine Wettbewerber?
  • Welche Art von Produkten wird verkauft (vgl. Simple Product vs. Configurabe Product)?
  • Wie viele Produkte sollen im Shop angeboten werden?
  • Sind bestimmte Sonderfälle, Bundles etc. denkbar?
  • Gibt es unterschiedliche Kundengruppen und wenn ja, wie unterscheiden sich diese?
  • Welche Zahlungsmethoden sollen verfügbar sein?
  • Wie sieht es mit Versandkosten aus? Gibt es hier Sonderfälle?
  • Welche Lieferländer sind angedacht?
  • Gibt es bereits einen Shop aus dem Produkte übernommen werden (müssen)?
  • Werden Schnittstellen benötigt und wenn ja zu welchen externen Systemen (z.B. WaWi)?
  • Reichen die Magento-Standard-Features aus oder werden zusätzliche Funktionen bzw. Magento-Extensions benötigt?
  • usw.

Die Aufstellung soll dabei lediglich als erster Einstieg und Orientierung dienen. Wenn man sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, wir die Liste mit Sicherheit noch deutlich länger....

3. Magento als Online-Shop-Lösung: Wie ernst ist Ihnen Ihr Shop-Projekt und welchen Zeithorizont haben Sie sich gesetzt?

Dieser Punkt fasst im Prinzip alles vorher Gesagte nochmals zusammen. Wer mit der Einstellung „Jetzt machen wir mal schnell einen Online-Shop und sehen was passiert“ an die Sache ran geht, wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits sehr früh scheitern.

Bei Magento sollten mehrere Komponenten unbedingt ineinander greifen:

  • Klare Vorstellungen sowie eine darauf abgestimmte längerfristige Strategie mit entsprechender Fokusierung
  • Ein ausreichender Zeithorizont, der auch erste Rückschläge sowie einen langsameren Anlauf verkraftet
  • Ein realistisches Budget.
  • Umfangreiche Erfahrung bzw. einen erfahrenen Dienstleister
  • Geduld, Geduld und nochmals Geduld

Gerade für Neueinsteiger sollte man in jedem Fall eine Startphase von mindestens 12 Monaten einkalkulieren, bevor man hier echte Tendenzen oder Rückschlüsse ableiten kann. In dieser Zeit sollte man sich natürlich permanent mit seinem Shop-Projekt beschäftigen, testen, optimieren und wieder testen. Wer hier keinen längeren Atem einkalkuliert bzw. sich dies nicht leisten kann, sollte seine Entscheidung nochmals überdenken – insbesondere wenn Magento eingesetzt wird.

4. Magento als Online-Shop-Lösung: Verfügen Sie über die notwendige Programmiererfahrung bzw. über entsprechende Resourcen?

Während man bei diversen anderen Shopsystemen mit einigen grundlegenden PHP-Kenntnissen sowie etwas IT- und Internet-Erfahrung schon relativ weit kommen kann, sieht die Welt bei Magento Commerce wieder etwas anders aus. Mal schnell irgendwas anzupassen oder zu erweitern funktioniert hier definitiv nicht. Dies liegt im wesentlichen an der sehr flexiblen aber auch komplexen Software-Architektur, die auf dem ZEND-Framework basiert.

Wenn Sie dieses Wissen selbst nicht mitbringen, gibt es nur zwei Optionen. Sie beißen die Zähne zusammen und arbeiten sich selbst in die Materie ein. Hierzu sollten sie dann allerdings definitiv einiges an Zeit einplanen. Die zweite Option wäre es, einen erfahrenen Dienstleister zu Rate zu ziehen. Die Betonung liegt hierbei allerdings ganz klar auf dem Begriff „erfahren“. Hierzu empfiehlt es sich daher in jedem Fall, Referenzen einzuholen. Nur wer bereits erfolgreich Magento-Projekte realisiert hat, kann hier ehrlich mitreden und die diversen Problemchen und Stolpersteine beim Einsatz von Magento auch sicher „umschiffen“.

Nochmals in aller Deutlichkeit: Magento ist eine sehr gute Shop-Software, unterschätzen Sie jedoch in keinem Fall die Komplexität des Systems!

5. Magento als Online-Shop-Lösung: Wie viel ist Ihnen das Hosting und die Optimierung wert?

Anfangs hatte Magento den Ruf nicht besonders flott zu sein. Dies hatte zwei Ursachen: Zum einen war es in der Tat so, dass die erste Version von Magento noch an diversen Kinderkrankheiten litt und das Thema Magento Performance noch einiger Verbesserungen bedurfte. Zum anderen war es jedoch auch so, dass die kritischen Stimmen insbesondere von Leuten kamen, die Magento mit dem sehr schlanken osCommerce verglichen und die Software auf kleinen Shared-Hosting-Paketen einsetzen wollten.

Inzwischen hat Varien hier deutlich nachgebessert und softwareseitig signifikante Performence-Zuwächse erreicht, die in den aktuellen Magento-Versionen auch deutlich spürbar sind.

Wenn man jedoch von einem etwas umfangreicheren Shop mit mehreren tausend Produkten (oder mehr) sowie „spürbarem“ Traffic ausgeht, empfiehlt es sich, einen eigenen Server an den Start zu schicken und diesen durch einen erfahrenen Systemadministrator speziell für den Einsatz von Magento nochmals optimieren zu lassen. Als grobe Orientierung kann man hier von einem Preisrahmen für das Hosting ab monatlich ca. EUR 100.- ausgehen. Hinzu kommen dann sicherlich – je nach Umfang des Shops – noch einige Stunden für serverseitige Optimierungsmaßnahmen sowie ggf. auch einige Anpassungen auf Softwareseite.

Sie haben all diese Fragen positiv beantworten können? Worauf warten Sie dann noch - Ihr neuer Magento-Shop wartet auf die Umsetzung....

(Bild: © LowPriceGrafx - Fotolia.com)