10 Tipps für die Website Ihrer Firma: Links, FAQ, Formulare und vieles mehr!

Veröffentlicht am 9. September 2008 in der Kategorie IT & Technik von

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10 Tipps für  die Website Ihrer FirmaEgal, wie sehr Sie es versuchen, irgendetwas stimmt mit Ihrer Website immer noch nicht. Irgendeiner hat immer etwas zu kritisieren. Ein Freund von mir informierte mich dankbarerweise über meine 404er-Fehleranzeigen. Ich finde das gut, habe ihm am Wochenende aber gesagt, dass ich deshalb über meine eigene Unfähigkeit lachen musste.

Wenn man eine professionelle Website vorstellt, will man nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden. Da ich bei meiner Arbeit viele Websites und Internetanwendungen sehe, kenne ich typische Probleme. Die folgende Liste enthält aber nicht die üblichen Fehler, sondern sie bezieht sich auf verbreitete Praktiken beim Webdesign, durch die die Besucher deshalb verrückt gemacht werden, weil wir es so wollen.

Was wir tun, ist Folgendes:

1. Es werden so viele überzeugende oder nutzenorientierte Informationen gegeben wie möglich, um Besucher auf der Seite zu halten.

Das kann man mit dem Autokauf vergleichen. Beim Händler haben Autos oft einen Zettel an der Windschutzscheibe kleben, auf dem jede erdenkliche Detailinformation aufgelistet ist. Wie oft stellen Sie Sich genau vor die Scheibe, um die winzige Schrift auf der Seite zu lesen?

Meistens werden Sie dann mit Argusaugen von Autoverkäufern beobachtet, die sich dann neben Sie stellen und Ihnen genau erklären, warum das Auto gut ist. Die fragen dann auch nach Ihren Vorstellungen und fangen an, Eigenschaften aufzuzählen, die Ihren Bedürfnissen entsprechen. Schreiben Sie auf Ihrer Homepage doch wie ein Autoverkäufer! Handeln Sie mit dem Kunden! Stellen Sie den Verkäufer vor! Bieten Sie eine Probefahrt an!

2. Bringen Sie auf Ihrer Homepage keine -zig Links zu anderen Seiten in ihrer Website unter!

Die Homepage ist keine Spielwiese, auf der Sie herumlaufen und versuchen, den Erstbesten zum Topfschlagen zu holen. Eine Homepage sollte eine Verbindung zu den Bedürfnissen Ihrer Website herstellen, vor allem aber zu den wichtigsten Interessen Ihrer Besucher. Dazu gehört das Überprüfen von Preisen, die Suche nach Ersatzteilnummern oder Schlussverkaufsangeboten, nach der Kontaktadresse oder nach den einzigen Babysachen auf der ganzen Welt, die nicht rosa oder blau sind.

3. Reden Sie nicht ständig von sich selbst.

Kein Mensch will wissen, wie toll Sie sind. Was die Besucher wissen wollen, ist nur, ob Sie etwas haben, das deren Zeit und Geld wert ist. Wenn Sie der Zauberer von Oz sind, können Sie das einbringen, aber vergessen Sie nicht, dass selbst er Dorothy Lügen erzählt hat. Wenn Sie Probleme mit Ihrem Ich haben, machen Sie die Wir-Prüfung.

4. Formulare für Kundenkontakte und Newsletter sind die witzigsten Sachen, die ich im Web gefunden habe.

Warum fragen Sie jemanden nach der Telefonnummer, wenn er Sie nur auf falsche Links aufmerksam machen will? Wenn Sie ein allgemeines Feedback oder besser noch Verkaufskanäle wollen, so sollte Ihr Formular Vertrauen erweckend gestaltet sein. Fangen Sie damit an, dass Sie von Kunden nur dann die Telefonnummer verlangen, wenn diese auch von Ihnen angerufen werden wollen.

Manager sagen oft, man sollte nach der Nummer fragen. Lassen Sie die ruhig links liegen! Geben Sie auch potentiellen Kunden eine Chance, die nur Email-Kontakt wollen ,oder ziehen diese mit Servicepunkten an, wo man zwischen Email- und Telefon wählen kann. Verlangen Sie niemals eine Telefonnummer für Newsletter-Registrierungen! Wenn Sie aber unverschämterweise doch darauf bestehen, geben Sie ein Beispiel für eine Newsletter an, für die eine Telefonnummer erforderlich ist, oder sagen Sie wenigstens, warum Sie uns anrufen wollen!

5. Ermöglichen Sie das Surfen auch rückwärts.

Wenn man auf Ihrer Seite nur vorwärts surfen kann, heißt das, dass Sie noch nicht tanzen gelernt haben. Die Schritte sollte folgendermaßen ablaufen:

  • Vorwärts
  • Zurück, wenn Ihr Partner mit Ihrem Schritt nicht zufrieden ist.
  • Erneut vorwärts, wenn Ihr Partner zufrieden ist und Vertrauen in den nächsten Schritt hat.

Mit anderen Worten: Verlassen Sie Sich für die Korrektur nicht auf das „zurück“-Button! Führen Sie Ihren Besucher zurück, vorwärts und seitlich, und zwar mit einer nachvollziehbaren Navigation, eingebauten Textlinks sowie Buttons oder Links, die eine zielgerichtetes Vorwärtssurfen ermöglichen. Dieses muss flüssig und effizient sein. Ihre Besucher sollten über die Tanzfläche gleiten und sich nicht in Schwindel erregenden Drehungen verlieren!

6. Funktionales Programmieren.

Wenn man nur in etwa ahnen könnte, was es in der Internet-Welt alles gibt! Da war zum Beispiel die Seite eines Anbieters von Campingreisen, auf der man nur Hotelzimmer buchen konnte, weil die Campingplätze als Auswahlmöglichkeit nirgends vorgesehen waren. Da war ein Programm mit vielen Teilen, aber egal, welchen Link oder welche Fläche man anklickte, man landete immer an derselben Stelle. Eine Internet-Anwendung ist nur dann intuitiv, wenn sie richtig programmiert wird.

7. Unklare Links tragen zur Verwirrung bei.

Oft sind Bezeichnungen so gewählt, dass sie nicht ausreichend beschreiben, wo man hinkommt. Während man ein schönes Versteckspiel liebt wie seinen Nächsten, lässt man sich von niemandem fahren, der einen an eine völlig andere Stelle fährt, als man gedacht hat.

8. Hinzu kommen noch die totalen Schocklinks.

Das sind Links, die einen ohne Vorwarnung zu PDF-Files weiterleiten. Da der Computer Zeit braucht, um Adobe zu suchen, ans Laufen zu bringen und den File zu laden, der dann bestimmt von 200% auf eine Größe verkleinert werden muss, bei der man dann kaum etwas lesen kann. Hier wäre ein kleiner Hinweis vorher sinnvoll.

Eine weitere Form von Schocklinkbehandlung für den Besucher ist der Link zu einer völlig anderen Domäne mit neuem Layout und völlig anderer Navigation, aus der es keinen Ausweg mehr gibt, weil ein neues Fenster geöffnet und alle Verbindungen zur vorigen Seite abgebrochen worden sind. Wenn Sie Ihre Besucher schon an einer anderen Stelle abladen wollen, denken Sie Sich ein kleines Vorwarnsystem aus und stimmen Sie die Besuchszeiten mit der übergeordneten Seite ab!

9. Wenn Sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, dann machen Sie das durch Seitenblättern.

Auch wenn es heute große Bildschirme gibt, so bedeutet dies nicht, dass alle Browser flink sind. Bevor man mit der Maus nach unten rollt, herabzieht oder klickt, muss man doch noch erst dazu bewegt werden. Wenn Sie die halbe Seite dafür brauchen, zu erklären, wie Ihr Kunden- oder Kontaktformular benutzt wird, warum sollte man dann mit Ihnen Geschäfte machen?

10. Stellen Sie die Antworten auf FAQs auf eine eigene Seite.

Wenn Sie eine Funktion für gängige Fragen vorsehen (FAQ), so wäre es das Beste, die Besucher auf eine Seite zu leiten, auf der sie eine lange Liste mit Fragen und Antworten finden. Wenn Kunden eine Frage haben, erwarten Sie, dass Sie sie auch beantworten. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Springreiter war und in Klassen vorstieß, bei denen ich selbst den Parcour auswendig lernen musste. Mir ist bis heute nicht klar, warum auf dem Feld keine Hinweistafeln standen wie “nach links abbiegen”, “dieses hohe Hindernis umgehen” oder “langsam – Preisrichter steht meist hier”. Eine FAQ ist eine gute Rückversicherung, wenn Ihr Prozess komplex ist. Aber Benutzerhinweise während der jeweiligen Aufgabe sind sehr viel nützlicher und leichter zu behalten.

Und schließlich: Geben Sie nicht auf! Website-Besucher sind meist unglaublich geduldig und verzeihen vieles, insbesondere wenn Sie Ihnen das bieten, was Sie wollen. Vergessen Sie nur nicht, Ihnen zu zeigen, wo Sie es hingestellt haben.

(Bild: © amandare – fotolia.com)