Digitalisierung in der Pflege: Brauchen wir ethische Vorgaben? [Studie]

Veröffentlicht am 23. Oktober 2018 in der Kategorie IT & Technik von

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Pflegeroboter: Brauchen wir ethische Vorgaben?

Patientenschützer sind der Meinung, dass in Zukunft für eine Verwendung von Pflegerobotern ethische Grenzen gesetzt werden müssen.

Eugen Brysch, der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz teilte der Deutschen Presse-Agentur mit:

"Roboter können in der Pflege helfen, aber sie dürfen die Pflege von Mensch zu Mensch nicht ersetzen."

Der Vorstand forderte zu einer Diskussion über die Zukunft der Pflege auf. Es müsse geklärt werden, wie die Bewahrung der Menschewürde in der Pflege und die Technologie verknüpft werden könnten.

"Der Bundestag ist gefordert, eine Kommission Ethik und Automatisierungstechnik in der Pflege einzusetzen."

Außerdem solle ein Diskurs in der Bevölkerung über die Vor- und Nachteile von Robotertechnik in der Pflege angeregt werden.

Umfrage des Digitalverbandes Bitkom

Nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom finden Pflegeroboter eine hohe Zustimmung in der Mehrheit der Bevölkerung. Der Verband führte eine telefonische Umfrage mit 1.004 Teilnehmern ab 18 Jahren durch.

In der Umfrage sahen 57 Prozent eine Roboter-Hilfe für Pflegepersonal als Chance.

Die Befragten konnten sich vorstellen, dass in zehn Jahren Roboterarme die Arbeiter bei körperlichen Arbeiten unterstützen. Zudem rechnen die Teilnehmer in den nächsten zehn Jahren mit einer breiten Verwendung von Programmen wie beispielsweise eine Personenortung mit einem GPS-Tracker oder eine automatisierte Mitteilung an Familienmitglieder in Notfällen sein.

Die wichtigsten Argumente für eine Digitalisierung der Pflegebranche sind sowohl die Chance auf ein langes, eigenständiges Leben, als auch die Entlastung des Pflegepersonals. Künftig hätten die Arbeiter mehr Zeit für die "wirkliche" Pflege.

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Nur 45 Prozent der Befragten rechnen mit einem Service-Roboter, welcher Essen ausgibt.

Außerdem würden 53 Prozent der Befragten eine vermehrte Verwendung von digitalen Anwendungen gutheißen. Trotz der positiven Resonanz für mehr Technologie in der Pflege gibt es immer noch Vorbehalte.

Die größten Risikofaktoren stellen Datenschutz und Datensicherheit dar. Außerdem würden sich viele Befragte sorgen, dass der Patient in den Hintergrund rücken könnte und die Pflege nicht mehr auf den Menschen eingestellt sei.

Heute stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Werte einer Befragung unter Arztpraxen zum Thema Digitalisierung vor.

Quelle: dpa

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