Car-Sharing, Ride-Sharing & Co.: Die mobile Zukunft?

Veröffentlicht am 17. Oktober 2018 in der Kategorie IT & Technik von

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Mobilitätsmanagement: So könnte die Zukunft aussehen


Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom steigt das Interesse an Car-Sharing oder Ride-Sharing. Eine Strecke mit mehreren Fahrgästen zurücklegen oder das eigene Auto jemand anderen zur Verfügung stellen, diese und weitere ähnliche Konzepte finden immer mehr anklang bei den Bürgen. Der Verband fordert, dass dadurch aber auch die rechtlichen Weichen gestellt werden müssen. Am Dienstag wurde in Berlin zwischen Bitkom und Vertretern aus der Politik und Wirtschaft über die anfallenden Schritte diskutiert.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte:

"Wenn wir die Grenzwerte in den Städten unterschreiten wollen, brauchen wir ein neues und digitales Mobilitätsmanagement".

Außerdem beschrieb er, dass wir nicht weniger Mobilität bräuchten, sondern eine Mobilität die organisierter, effizienter und sauberer sei. Scheuer will im Laufe dieses Jahres 17 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Konzepte und in den Ausbau der Infrastruktur investieren.

Wäre die Mobilität individuell und man könnte ohne Aufwand zwischen den verschiedensten Angeboten wechseln, so hätten die neuen Mobilitätskonzepte Potenzial, die heutige Gesellschaft voll und ganz zu verändern und zu verbessern, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Veraltete Konzepte müssen weichen

Doch oft stehen neuen Ideen, jahrzehntealte und innovationsfeindliche Regelungen im Weg, kritisierte Achim Berg. Zum Beispiel würde dem Personenbeförderungsgesetz eine dringenden Modernisierung nicht schaden.

Unökologische Leerfahrten etwa müssten vermieden werden. Diese entstehen beispielsweise durch die Rückkehrpflicht von Mietwagen mit Chaffeur. Der Regelung zufolge müssen diese Fahrzeuge, um dem nächsten Auftrag zur Verfügung zu stehen, erst zu ihrem Standort zurückkehren. Durch diese Regelung soll verhindert werden, das die traditionelle Taxi-Branche nicht mit neuen Anbietern direkt konkurriert. Der Verkehr müsste jedoch durch Car- und Ride-Sharing sinnvoll ergänzt werden. Die neuen Konzepte sowie die Angebote im öffentlichen Nahverkehr müssten außerdem einfach zu nutzen sein.

Michael Barrilère-Scholz von der Firma Ioki sagte, dass in einigen Städten der USA das Wachstum der Sharing-Angebote sogar zu zusätzlichen Staus geführt haben soll, da sich mehr Autos auf den Straßen befanden. In Kooperation mit dem öffentlichen Nahverkehr bietet das Start-up in Hamburg, am Randgebiet der Stadt, einen Shuttle-Service an. Das Wichtige dabei ist, dass die entsprechenden Dienste eng mit den existierenden öffentlichen Angeboten agieren.

Die Vertreter waren sich einig, dass nicht allein die neuen Mobilitätsangebote die Straßen automatisch entlasten würden.

Marion Jungblut von der Verbraucherzentrale Bundesverband VZBV sagte, dass es dafür eine Qualitätsoffensive den öffentlichen Nahverkehr bräuchte. Auch Michael Fischer von der Volkswagen-Firma Moia, die ein Ride-Sharing-Angebot in Hannover betreibt, hielt es für wichtig, dass die städtische Verkehrslenkung mit den Angeboten kooperiert. Bislang mangelt es allerdings an dieser Zusammenarbeit.

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