Featured Snippets: So generierst du mehr organischen Traffic bei Google

Veröffentlicht am 10. April 2018 in der Kategorie IT & Technik von

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Die Suchergebnisse der größten Suchmaschine der Welt, Google, unterliegen einer konstanten Veränderung. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen Google schlichtweg 10 Ergebnisse pro Seite listete. Willkommen im Zeitalter von „Vertical Search Integrations“ wie Google News, Images, Maps, Videos etc., welche dem Nutzer vielfältige und informationshaltige Optionen neben den herkömmlichen Suchergebnissen bieten.

Die vermutlich interessanteste Veränderung für Inbound Marketer ist hierbei das sogenannte „Featured Snippet“. Ein Ergebnis, welches über den organischen Suchergebnissen angezeigt wird und nicht nur aufgrund seiner attraktiven Position, sondern auch aufgrund seiner hervorgehobenen Darstellung für bemerkenswerte Klickraten sorgen kann.

Google definiert das hervorgehobene Snippet wie folgt:

„Dieser Block enthält eine aus einer Website extrahierte Zusammenfassung der Antwort, einen Link zur jeweiligen Seite sowie den Titel und die URL der Seite.”

Im Prinzip ist das hervorgehobene Snippet somit die passende Antwort auf das sich immer weiter verändernde Verhalten von Suchmaschinennutzern. Nicht nur auf Basis von voranschreitenden Technologien wie z.B. der Voice Search, suchen Nutzer immer spezifischer. Je spezifischer eine Frage, umso kompakter ist sie in der Regel zu beantworten. Anstatt einen Nutzer also auf eine lange Informationsseite zu leiten, liefert Google die Kurzantwort bereits in den Suchergebnisseiten. Wer mehr Informationen braucht bzw. möchte, klickt auf das Snippet und landet auf dem ausführlichen Artikel.

Suchergebnis mit "Featured Snippet" zur Suchanfrage "gmbh gründen kosten"

Abbildung 1: Suchergebnis mit "Featured Snippet" zur Suchanfrage "gmbh gründen kosten"

Wie der Abbildung zu entnehmen, wird starting-up.de (trotz des eigentlich schlechteren organischen Suchergebnisses auf der zweiten Position) mithilfe des „Featured Snippet“ mehr Traffic generieren als fuer-gruender.de. Doch ist das wirklich so?

Die allgemeine Annahme: Google will Nutzer auf der Suchergebnisseite halten

Seitdem die hervorgehobenen Snippets veröffentlicht und von Google in den Suchergebnissen integriert worden sind, wurden immer wieder kritische Stimmen laut, Google wolle den Traffic auf der Suchergebnisseite halten. Ob man den Suchmaschinen-Giganten nun mag oder nicht sei dahingestellt – die Daten sprechen eine andere Sprache.

Hubspot Studie zur Klickrate mit und ohne Featured Snippet Resultat

Abbildung 2: Hubspot-Studie zur Klickrate mit und ohne "Featured Snippet"-Resultat

Eine Studie von Hubspot zeigt ganz deutlich, welche Bedeutung “Featured Snippets” für Inbound Marketer haben können. Liegt ein hervorgehobenes Snippet vor, ist die Klickrate für Hubspot bis zu 2x höher, als ohne. Ebenfalls gut zu sehen ist, dass bei äußerst spezifischen Anfragen (in der Regel bedeutend weniger Suchvolumen) die Klickrate höher ist, wenn kein Snippet angezeigt wird. Das macht Sinn, denn die sehr spezifische Frage wird aller Voraussicht nach auf der Suchergebnisseite bereits adäquat beantwortet. Bei dem Großteil des Traffic-Potenzials profitieren Publisher jedoch eindeutig aufgrund der besseren Klickraten.

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Featured Snippets ergattern: Wichtige Fakten vorab

Bevor wir uns etwas tiefergehend damit beschäftigen, wie Potenziale ausfindig gemacht und hervorgehobene Snippets getriggert werden können, ist es wichtig, einige grundlegende Fakten zu „Featured Snippets“ zu kennen.

  • Featured Snippets werden oftmals auch als „Position 0“ oder als „Antwort-Boxen“ referenziert. Dies liegt an den zwei Auslieferungsformaten, einmal über dem ersten Suchergebnis oder als „Frage- & Antwort-Box“ im oberen Bereich der Suchergebnisse. Dieser Artikel befasst sich primär mit der „Position 0“.
  • Wer bereits in den Top-10 ranked, hat bessere Chancen ein „Featured Snippet“ zu erlangen. Google schaut somit auch hier auf die Relevanz und Autorität einer Seite, genau wie bei den herkömmlichen Suchergebnissen.
  • Knapp 90% aller „Featured Snippets“ ranken in den Top-5 bei Google zu der Suchanfrage, die das Snippet auslöst. (Quelle: AHREFS Featured Snippet Study)
  • Bereits heute liefert Google bei mehr als 12% aller Suchanfragen „Featured Snippets“ aus. Tendenz steigend. (Quelle: AHREFS Featured Snippet Study)

So findest du „Featured Snippet“-Potenziale

Generell ist es natürlich immer möglich, sich manuell auf die Suche nach Ergebnissen mit „Featured Snippets“ zu machen, welche interessant für die eigene Webseite bzw. das eigene Business sind. Selbstverständlich ist dies nicht nur enorm mühselig, sondern ebenfalls sehr zeitraubend. Glücklicherweise gibt es heutzutage einige gute Tools auf dem Markt, welche uns einen Großteil der Arbeit abnehmen können.

So findest du „Featured Snippet“-Potenziale

Abbildung 3: Rankings mit Position 1-5 und Featured Snippet, geordnet nach Traffic-Potenzial für unternehmer.de

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach. Wie wir bereits erfahren haben, sind es insbesondere die Ergebnisse 1-5, welche „Featured Snippets“ auslösen. Filtern wir also alle vorhandenen Ergebnisse (z.B. in Sistrix) nach Positon 1-5 und lassen uns ausschließlich Ergebnisse anzeigen, welche ein „Featured Snippet“ vorweisen, haben wir unsere primären Potenziale aufgedeckt.

Ein Keyword wie „opt in opt out“ auf der Position 5 wird aktuell wenig Traffic liefern. Gelingt es, hierzu ein hervorgehobenes Snippet auszulösen, ist mit einem merkbaren Traffic-Zuwachs zu rechnen.

Wie lassen sich „Featured Snippets“ auslösen?

Wie so oft gibt es hierzu keine universelle Anleitung. Aber es gibt Daten und es gibt das Zauberwort „Reverse Engineering“.

Doch beginnen wir mit den Daten. Laut der Analyse „How to earn your featured snippets“ von SEMRush liegt die von Google meistverwendete Länge der hervorgehobenen Snippets zwischen 40-50 Wörtern.

Anzahl der Wörter, welche in einem „Featured Snippet“ angezeigt werden

Abbildung 4: Anzahl der Wörter, welche in einem „Featured Snippet“ angezeigt werden.

Diese Zahl trifft auch gut auf das von uns gewählte Beispiel „opt in opt out“ zu. Hier umfasst das hervorgehobene Snippet exakt 46 Wörter.

„Featured Snippet“ mit 46 Wörtern für Suchanfrage „opt in opt out“

Abbildung 5: „Featured Snippet“ mit 46 Wörtern für Suchanfrage „opt in opt out“

Im zweiten Schritt gilt es nun, sich den Inhalt, welcher das hervorgehobene Snippet auslöst, genauer anzuschauen. Interessant ist, dass Google sich bei diesem Snippet an einem bestimmten Textbaustein aus dem Artikel auf digitale-offensive.de bedient. Folgende Überlegungen lassen sich anstellen:

  • Die Länge sollte 50 Wörter nicht überschreiten
  • Der Textbaustein sollte erklärend für das Opt-In und Opt-out Modell sein und diese kurz gegenüberstellen.
  • Mit der Robinsonliste liefert das Ergebnis eine interessante Zusatzinfo
Wie lassen sich „Featured Snippets“ auslösen?

Abbildung 6: Potenzielle „Zusammenfassung“ für unternehmer.de (50 Wörter)

Um die Chancen auf das Auslösen des hervorgehobenen Snippets zu erhöhen, könnte also, wie der Abbildung 6 zu entnehmen, ein zusammenfassender Textbaustein hinzugefügt werden. Wer sich hierbei an die vorangegangene Datenanalyse hält und ein wirklich gut strukturiertes und leicht verdauliches Format wählt, schafft die besten Voraussetzungen hierfür.

Welche Formate funktionieren am besten?

Wie bereits angedeutet, gibt es kein Patentrezept. Einige Formate haben sich jedoch bewährt und sind in „Featured Snippets“ immer wieder zu sehen:

  • Kurzerläuterungen (siehe oben)
  • Tabellen
  • Listen (nummeriert oder stichpunktartig)
  • Verwendung von Bildern & Grafiken

Featured Snippets: Effizient & kostenfrei

Die hervorgehobenen Snippets nehmen in der Suchmaschinenoptimierung und bei Inbound Marketern einen immer höheren Stellenwert ein und sind eine kostenfreie und effiziente Möglichkeit, den organischen Traffic zu erhöhen.

Obwohl es kein universelles Rezept gibt, um entsprechende Snippets auszulösen, können durch geeignete Datenanalyse und “Reverse Engineering” die Chancen auf eine verbesserte Sichtbarkeit in Suchergebnissen erhöht werden. Wer es vermag eine gute Content-Strategie mit dem hier vermittelten Basiswissen zu verbinden, kann sich schon bald über mehr organische Besucher freuen.

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