Langsamer Bildaufbau, eingefrorene Systeme – So geben virtuelle IT-Umgebungen Gas!

Veröffentlicht am 2. Juli 2012 in der Kategorie IT & Technik von

Virtuelle IT-Umgebungen liegen bei großen und mittleren Unternehmen im Trend. Die Vorteile sind aus Admin-Sicht klar. Die Anwender hingegen kämpfen oft mit langsamem Bildaufbau, verzögerten Anwendungsstarts oder eingefrorenen Systemen. Abhilfe sollen WAN-Optimierer und RDP-Beschleuniger schaffen. Welche Technologie macht das Rennen?

Vereinfachte Administration, niedrige Ausfallzeiten, höhere Mitarbeiterflexibilität und -produktivität – und damit insgesamt geringere Betriebskosten. So lauten die Hauptargumente für die Einführung einer modernen Virtualisierungslösung. Immer mehr Unternehmen setzen daher auf virtualisierte IT-Umgebungen. Die Server-Virtualisierung hat sich über Jahre bewährt, sodass der Schritt hin zur Virtualisierung von Desktops und Anwendungen auf den ersten Blick logisch erscheint. Die Umsetzung gestaltet sich bei vielen Unternehmen jedoch nicht so einfach wie im Server-Bereich. Denn die Mitarbeiter – und die sollen ja ebenfalls von der modernen Technik profitieren – erleben die Virtualisierung nicht immer als komfortabel. So beschweren sich Anwender immer wieder über langsame Programmstarts, verzögerten Bildaufbau und sogar über gänzlich eingefrorene Systeme. Der Grund dafür liegt oft in überlasteten Unternehmensnetzwerken oder – bei der Anbindung von Außenstellen und mobilen Mitarbeitern – in langsamen WAN- und Mobilfunkstrecken.

Anwender bekommen Engpässe zu spüren

Alle Virtualisierungstechnologien nutzen ein Protokoll zur Übertragung der Bildschirminhalte an das Endgerät. Als De-Facto-Standard hat sich das von Microsoft entwickelte Remote Desktop Protocol (RDP) durchgesetzt. Trotz der enormen Weiterentwicklung des RDP-Protokolls seit seiner Entstehung um die Jahrtausendwende gibt es auch heute noch Optimierungsbedarf, insbesondere wenn es um die Übertragung von Multimedia-Inhalten oder die Nutzung schmalbandiger WAN-Verbindungen geht. Denn in diesen Fällen müssen die Anwender oft lange Wartezeiten und einen insgesamt nicht zufrieden stellenden Arbeitskomfort hinnehmen.

Bemängelt werden in erster Linie langsam reagierende Anwendungen, unzureichende Darstellung von Multimedia-Dateien und „eingefrorene“ Bildschirminhalte. Besonders häufig treten diese Probleme bei der Nutzung virtualisierter Anwendungen und Desktops außerhalb des Firmen-LANs auf – also über WAN- oder mobile Datenleitungen. Zur Lösung der Probleme weichen manche Unternehmen auf alternative Protokolle aus oder investieren in teure Maßnahmen zur Netzwerk-Optimierung. Viele Organisationen verzichten aus diesen Gründen sogar ganz auf moderne Virtualisierungstechnologien und deren Vorteile. Doch es gibt praktikable und bezahlbare Lösungen, die auch in virtuellen Umgebungen den Nutzerkomfort ermöglichen, den die Anwender aus ihrer Erfahrung mit klassischen EDV-Systemen erwarten.

Wo ansetzen: beim Netzwerk oder beim Protokoll?

Um die Leistungsfähigkeit virtualisierter IT-Infrastrukturen zu steigern, gibt es grundsätzlich zwei Ansatzpunkte:

  • das Netzwerk und
  • das Protokoll – in den allermeisten Fällen RDP.

Bei der Netzwerkoptimierung geht es in erster Linie darum, Bandbreite und Latenzzeit zu optimieren, da diese Parameter den größten Einfluss auf die Übertragung der Bildschirminhalte haben. Das gilt für LAN, WAN und Mobilfunk gleichermaßen. Da sich beide Faktoren gegenseitig beeinflussen, bringt es nichts, nur an einer Schraube zu drehen.

Beim zweiten Ansatzpunkt geht es nicht darum, das Netzwerk zu optimieren, sondern um die Optimierung des Übertragungsprotokolls. Microsoft selbst hat RDP über die Jahre in Sachen Performance und Features stark verbessert. Die aktuelle Version 7 ist den Vorgängerversionen im Umgang mit eingeschränkter Netzwerk-Performance deutlich überlegen. Dennoch zeigt das Protokoll gerade bei WAN-Verbindungen mit gleichzeitig geringer Bandbreite und hoher Latenz Schwächen. Das gilt ebenso für überlastete LANs und insbesondere für Verbindungen über das Mobilfunknetz. Am häufigsten treten Schwierigkeiten auf, wenn mobile Mitarbeiter oder Homeworker auf grafiklastige Anwendungen und Daten wie etwa PDF-Dokumente, Powerpoint-Präsentationen, Videos und Flash-Animationen zugreifen.

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