Datenschutz im Internet – Die Cloud, die keiner klaut

Veröffentlicht am 29. Februar 2012 in der Kategorie IT & Technik von

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Datenschutz im InternetKennen Sie die Geschichte von der falsch verstandenen Sparkasse? Mir kam diese Geschichte vor Jahren zu Ohren. Es ist aber nicht überliefert, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat.

Eines Tages also erschien eine ältere Dame bei der Bank ihres Vertrauens und stellt einen Auszahlungsbeleg in der Höhe ihres Guthabens aus, 28.712,50€ (oder so ähnlich). Sie ging damit zur Kasse und lies sich den Betrag auszahlen. Der freundliche Mitarbeiter scherzte “Na, junge Frau, wollen Sie sich nochmal so richtig was gönnen?”. “Nein, nein…” sagte die ältere Dame, zog sich mit dem Geld an einen der aufgestellten Tische zurück und ging nach ca. 15 Minuten abermals zum Schalter, um alles wieder auf ihr Konto einzuzahlen. Der verwunderte Bankangestellte sagte in etwa “Aber, junge Frau, erst heben Sie Ihr gesamtes Guthaben ab und nun zahlen Sie es wieder ein? Wozu das alles?”
“Ich wollte nur mal nachzählen, ob noch alles da ist”.

Vermutlich finden Sie, ähnlich wie ich, diese Geschichte sehr niedlich, offenbart sie doch ein generelles Unverstehen des Systems Geld und katapultiert die Verwendung und Sicherung der Geldwerte geradezu in die Banken-Steinzeit.

Nun wissen wir alle längst, dass eine Bank keineswegs lauter kleine Kästchen (oder im Einzelfall Container) verwaltet, in der die Mitarbeiter unser Geld hineinlegen, um es bei Bedarf wieder herauszugeben. Wir wissen sogar, dass eine Bank im Grunde gar nicht über das Geld verfügt, über das es nach Buchbestand eigentlich verfügen müsste. Aber so abwegig ist diese Geschichte im Umgang mit unseren Lebensalltäglichkeiten dennoch nicht.

So gibt es durchaus nicht allzu wenige Leute, die vermuten, dass wenn sie den Stromversorgungsanbieter wechseln, dann plötzlich der Strom aus der Steckdose ganz woanders her käme. Auch machen wir uns wohl selten ein Bild darüber, wo eigentlich die vielen Dinge landen, die wir “entsorgen”. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Wo werden unsere sensiblen Daten gespeichert?

Auch machen wir uns wohl nicht allzu häufig ein genaueres Bild darüber, wo eigentlich die ganzen Daten landen, die wir über das Internet (vorzugsweise über eine gesicherte Leitung) dem World Wide Web anvertrauen. Mal im Ernst, haben Sie eine etwaige Vorstellung davon, WO und WIE OFT Ihre (sensibelsten) Daten gespeichert werden? Und wie lange? Gehen Sie davon aus, dass wenn Sie Daten löschen, diese Daten dann auch tatsächlich physisch gelöscht sind? Vermutlich nicht. Genauso wie der beste Müll der ist, der gar nicht erst anfällt, ist der beste Datenschutz der, wenn Daten gar nicht erst gespeichert werden. Das ist aber leider sehr naiv und es lässt sich nicht vermeiden, sich sehr ernsthaft mit dem Thema Cloud zu befassen.

Nur an wen wende ich mich jetzt, wenn es darum geht meine Daten irgendwo im Netz zu hinterlegen? GoogleDocs? Dropbox? Skydrive? Oder was? Oder erstelle ich mir (für das Unternehmen) eine “eigene” Lösung gegebenenfalls über meinen Provider? Aber über wen?

Wem vertraue ich meine Daten an?

Es ist eine Frage des Vertrauens, wem ich meine Daten anvertraue, denn die beste Cloud ist die, bei der mir keiner meine Daten klaut. Für Sicherheitszuständige von Unternehmen ist es unumgänglich, sich mit dem Thema Cloud, Sicherheit und besonders mit dem Thema Vertrauen regelmäßig zu befassen, aber auch für Leute, die ihre (privaten) Daten im Internet sichern (wollen), ist diese Frage von hoher Relevanz. Viele möchten heute ihre Digitalbilder, Videos, Mails, Textentwürfe etc. im Netz sichern. Der Vorteil liegt ja auch so offenbar auf der Hand, dass darauf nicht näher eingegangen werden muss. Sehen Sie sich also genau an, wem Sie Ihre Daten anvertrauen und wenn es Grund zur Skepsis gibt, beschweren Sie sich bzw. fragen Sie bei Ihrem Provider nach. Es zahlt sich aus.

(Bild: © Dustin Lyson - Fotolia.de)