Re-Commerce: Gebrauchte Waren im Internet verkaufen

Veröffentlicht am 8. September 2011 in der Kategorie IT & Technik von

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Re-Commerce ist längst kein Nischenthema mehr: Nachdem E-Commerce-Schwergewichte wie Ebay oder Amazon in den Markt eingestiegen sind, kündigte auch das Hamburger Versandhaus Otto an, über Otto.de gebrauchte Elektrogeräte anzukaufen.
Schon seit einigen Jahren zahlen Online-Plattformen Geld für gebrauchte Bücher, Handys, CDs oder Notebooks. Für den Nutzer bieten diese Möglichkeit klare Vorteile gegenüber Online-Auktionen oder dem Flohmarktverkauf: Man kann seine gebrauchten Geräte einfach und unkompliziert verkaufen, ohne aufwändige Produktbeschreibungen verfassen zu müssen oder auf das Ende der Auktion zu warten. Unternehmer.de stellt einige Re-Commerce-Anbieter vor.

WirKaufens.de

Die Plattform WirKaufens startete im Sommer 2008 unter dem Namen asgoodas.nu, der nach einiger Zeit geändert wurde. Im Jahr 2010 machte die Plattform bereits einen Umsatz von einer Million Euro und kauft nach eigenen Angaben aktuell monatlich 2000 Elektro-Produkte an – etwa Handys, Digitalkameras, Mp3-Player, Spielkonsolen oder Foto-Objektive.
Wer ein Gerät verkaufen möchte, muss sich vorher nicht registrieren: Zunächst gibt man die Produktbezeichnung in ein Suchfeld auf der Startseite eingeben – etwa „Samsung Galaxy S“. Anschließend wird der Nutzer aufgefordert, fünf Fragen zum Zustand des Geräts zu beantworten, beispielsweise ob das Original-Ladekabel vorhanden ist oder ob das Handy SIM-Lock frei ist. Außerdem wird man gebeten, eine Einschätzung des Gesamtzustands abzugeben, wofür man null bis vier Sterne vergeben kann. Hat man diesen Schritt ausgeführt, wird dem Nutzer anschließend ein Preis vorgeschlagen, zu dem WirKaufens das Gerät ankauft - im Falle des Samsung-Smartphones sind das immerhin 179 Euro.
Ist man mit dem Gebot einverstanden, klickt man auf „Jetzt verkaufen“. Nun wird man aufgefordert, persönliche Daten wie Adresse oder Bankverbindung anzugeben. Abschließend erhält der Verkäufer per E-Mail einen Adressaufkleber, mit dem er sein Gerät kostenfrei an den Anbieter schicken kann. Innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt des Pakets wird der berechnete Preis auf das Konto des Verkäufers überwiesen.

Momox.de

Das Berliner Startup kauft seit 2006 gebrauchte Bücher, CDs, DVDs, Handys und Tablet-PCs an, die anschließend unter anderem im eigenen Online-Shop Medimops.de angeboten werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Momox einen Umsatz in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Vor Kurzem expandierte das Unternehmen nach Frankreich und Großbritannien.
Auch bei diesem Anbieter ist der Verkauf sehr einfach: Man gibt die Artikel-Bezeichnung ein, macht Angeben zum Zustand des Produkts und erhält direkt einen Preisvorschlag. Im Falle des Samsung Galaxy S sogar 190,12 Euro. Im Anschluss kann man sich registrieren und die Ware kostenlos einschicken - allerdings nur, wenn deren Wert zehn Euro übersteigt. In diesem Fall kann man die Ware auch kostenlos von DHL abholen lassen – eine sehr bequeme Option.
Ein weiteres Zusatzangebot ist die kostenlose I-Phone-App, mit der die Nutzer den Barcode des gebrauchten Produkts scannen und so den von Momox vorgeschlagenen Preis ermitteln können.

ReBuy.de

Die An- und Verkaufsplattform reBuy.de existiert bereits seit 2006, allerdings bis ins Jahr 2009 unter dem Namen Trage-a-game. Nach und nach wurde das Sortiment ausgeweitet, nun kann man über die Plattform gebrauchte DVDs, CDs, Lego, Bücher, Filme, Software und Handys kaufen und verkaufen.
Die Startseite ist sehr übersichtlich: Man kann entweder einen Artikel eingeben, den man verkaufen möchte oder nach Produkten suchen, die über die Plattform zum Kauf angeboten werden. Gibt man „Samsung Galaxy S“ ein, erhält man direkt einen Preisvorschlag. Allerdings gilt dieser nur für absolut einwandfreie Ware. Fehlt etwa das Ladekabel des Samsung-Handys, sinkt der Preis um 10 Euro. Fehlt auch der Original-Akku, zahlt Rebuy.de nochmal 10 Euro weniger für das Gerät.
Auch bei Rebuy können Verkäufer ihre Geräte kostenlos an den Anbieter schicken – allerdings nur, sobald der Ankaufspreis 30 Euro übersteigt.

VerkaufsUns.de

Das Startup Verkaufsuns.de ist das jüngste Unternehmen auf dem Re-Commerce-Markt. Angekauft werden Spiele, Konsolen, CDs, DVDs, Digitalkameras, Mp3-Player, Handys, Tablet-PCs, Beamer und TV-Geräte. Auch bei diesem Anbieter gibt man die Bezeichnung des zu verkaufenden Produktes ein, macht einige kurze Angaben zu Lieferumfang und Zustand und erhält dann einen Preisvorschlag. Für das Galaxy-Handy der ersten Generation würden im Idealfall 194,48 Euro überwiesen. Im Anschluss kann ein Adressaufkleber für den kostenfreien Versand ausgedruckt werden.

Flip4new

Das Portal Flip4new.de kauft seit Oktober 2009 gebrauchte Produkte an. Der Nutzer kann sein altes Gerät in Zahlung geben und erhält dafür ein neues Produkt, einen Gutschein oder Bargeld.
Auch hier sucht man zunächst nach dem zu verkaufenden Gerät, beschreibt den Zustand und bekommt einen Preisvorschlag angezeigt – für das Samsung Galaxy S in sehr gutem Zustand werden 190 Euro geboten. Ist man mit diesem Preis einverstanden, kann der Nutzer zwischen Bargeld oder einem Gutschein auswählen – oder sich auf der Seite ein neues Gerät aussuchen. Der Betrag für das verkaufte Produkt wird dann mit dem Preis des Neugeräts verrechnet.

Zonzoo

Über die Plattform können ausschließlich Handys und Smartphones verkauft werden. Das Unternehmen ist in Spanien seit 2001 und in Deutschland seit 2009 vertreten. Möchte man sein altes Gerät verkaufen, müssen keine ausführlichen Angaben zum Zustand des Geräts gemacht werden. Der Nutzer wählt lediglich zwischen “funktionsfähig” oder “nicht funktionsfähig” aus und bekommt direkt im Anschluss einen Preisvorschlag – das Samsung Galaxy S erzielt hier einen Preis von 156,67 Euro. Von jedem Ankauf spendet Zonzoo fünf Prozent an eine vom Verkäufer gewählte wohltätige Organisation.

Per App Re-Commerce-Anbieter vergleichen

Mit der kostenlosen Android-Applikation Werzahltmehr kann man bequem die Ankaufspreise verschiedener Re-Commerce-Anbieter vergleichen. Möchte man einen Artikel über eine der Online-Plattformen verkaufen, kann man entweder die Artikelbezeichnung eingeben oder per den Barcode über die Kamera einscannen. So wird dem Nutzer ein schneller und unkomplizierter Preisvergleich ermöglicht.

(Bild: © Andrey – fotolia.de)