Google+: Nur eine Alternative zu Facebook … oder mehr?

Veröffentlicht am 20. Juli 2011 in der Kategorie IT & Technik von

Themen: , ,

Google+: Nur eine Alternative zu Facebook... oder mehr?Es war nur eine Frage der Zeit: Facebook bekommt Konkurrenz. Mit Google+ wartet der Suchmaschinengigant Google nun auch mit einem eigenen sozialen Netzwerk auf. Die Fachpresse lobt das Potenzial.

Wie es scheint, zu Recht, denn beim Google-Angebot stehen neben Kommunikation und Austausch auch Medien und Inhalte im Vordergrund.

Einfacher Einstieg bei Google+

Die Anmeldung bei Google+ erfolgt über https://plus.google.com. User, die bereits ein Google-Konto wie z.B. GoogleMail oder AdWords besitzen, können sich mit ihren Zugangsdaten anmelden. Neue Nutzer werden Schritt für Schritt bis zur endgültigen Anmeldung geführt.

Im Vergleich zu Facebook ist das Anmeldeprozedere bei Google+ übersichtlich und sehr einfach – auch für neue Social Networker.

Die 5 Grundfunktionen

Zunächst gibt es auch bei Google+ ein Profil, in dem der Inhaber Angaben zur Person mit oder ohne Foto machen kann. Des Weiteren können User in so genannten Circles, also Kreisen, Kontakte gruppieren und verwalten. Im Stream, Strom, werden News und Meldungen veröffentlicht und geteilt, in Sparks, übersetzt Funken, können Web-News zu individuellen Interessensgebieten eingesehen und verwaltet werden und in den Chats & Hangouts, kann man „abhängen“. Google+ versteht darunter die Durchführung von Unterhaltungen und Video-Konferenzen.

Circles – die Kreise

Im Zentrum von Google+ stehen die sogenannten Circles, also Kreise. Über diese Circles besteht die Möglichkeit, Kontakte in Rubriken einzuteilen. Eine eindeutige und sehr feine Unterscheidung in private und berufliche sowie gute und oberflächliche Kontakte wird hier möglich gemacht. Ein Kontakt kann dabei auch mehreren Circles zugeteilt werden. Dadurch können Beiträge gezielt mit den jeweiligen Personengruppen geteilt werden. Und das ist neu: User können sich in einem offenen Netzwerk sehr privat mitteilen. Zudem können persönliche Profilinformationen wie Kontakte, Wohnort, Beruf für verschiedene Circles unterschiedlich freigegeben werden.

Stream – der Strom

Der sogenannte Stream bei Google+ ist vergleichbar mit der Twitter Timeline oder der Facebook Pinnwand. Der Stream bildet das Zentrum von Google+, die persönliche Nachrichtenzentrale. Hier laufen alle Inhalte von Texten über Bilder bis hin zu Videos oder Links, die im aktuellen Netzwerk geteilt wurden, zusammen.

Die Verteilung von Inhalten kann vom Nutzer vorab bestimmt werden. Er entscheidet, ob die Inhalte nur an bestimmte Kreise, erweiterte Kreise, an die Kontakte von Kontakten oder öffentlich, verteilt werden. Ein Klick auf den Namen des Kreises in der linken Navigationsspalte filtert die Nachrichten nach Kreisen. Nutzer können also auch im Nachhinein feststellen, welche Inhalte an wen verteilet wurden. Neu bei Google+ im Vergleich zu Facebook ist, dass nicht nur Kontakte innerhalb des Google-Netzwerks kontaktiert werden können, sondern auch Nicht-Mitglieder, und zwar per E-Mail. Kommentare werden automatisch mit all jenen geteilt, die den jeweiligen Beitrag sehen können.

Sparks – die Funken

Die Funktion Sparks, zu Deutsch „Funken“, bringt Medien und Inhalte aus dem Internet in das Social Network hinein – und zwar nur auf Wunsch der jeweiligen User sowie in 40 Sprachen. Sparks, also die favorisierten Themen eines Nutzers, können grundsätzlich selbst administriert und zusammengestellt werden. Platziert ist der Sparks-Bereich im linken Navigationsbereich.

Bei der erstmaligen Verwendung von Sparks werden zunächst allgemeine Themenbereiche angezeigt. Über die Suche kann dann, und das ist ebenfalls neu in Social Networks, nach bestimmten Themengebieten recherchiert und der eigenen Sparks-Bereich über die Funktion "Interesse hinzufügen" individualisiert werden.

Angelegte Sparks können jederzeit wieder gelöscht werden. Sparks-Inhalte können über die "Teilen-Funktion" an bestimmte Kreise oder an die Öffentlichkeit weitergereicht und sogar diskutiert werden.

Chats & Hangouts - im Netz abhängen

Neben dem klassischen Chat, der selbstverständlich auch bei Google+ möglich ist, ermöglicht die Hangout-Funktion gemeinsame Video-Chats. Hangouts können jederzeit durch einen Klick auf die grüne Schaltfläche "Hangout starten" begonnen werden. Dabei betritt der Nutzer einen "virtuellen Raum“, in dem dann die Kamera- und Mikrofon-Einstellungen vorgenommen werden können. Nun können einzelne User, Kontakte oder Kreise für einen Video-Chat ausgewählt werden. Ein Hangout wird im persönlichen Stream angekündigt, teilnehmen daran kann man über die Schaltfläche "Bei diesem Hangout dabei sein". Die Qualität der Hangouts ist ausgesprochen gut.

Fazit

Obwohl Google+ noch in der Erprobungsphase ist, überzeugt die Übersichtlichkeit des Angebots in gewohnter Google-Manier. Alle Funktionen sind intuitiv und einfach zu bedienen. Ob Google+ nur eine Alternative zu Facebook oder zu einem gefährlichen Konkurrenten des Social-Media-Giganten wird, bleibt abzuwarten. Und zwar zunächst bis Jahresende. Bis dahin hat Google+ erste Business-Produkte in Aussicht gestellt.

Link- und Buchtipps:

Mittelstand Wissen: Social Media
Thomas Kaiser: Top-Platzierungen bei Google & Co.