Erneute Änderung beim Krankengeld für Selbständige

Veröffentlicht am 13. Mai 2009 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Erst hatte die Regierung den Krankengeld-Anspruch für gesetzlich versicherte Selbständige gestrichen, nun sollen sie ihn wieder erhalten. Jedoch haben viele Selbständige in der Zwischenzeit teure Extra-Versicherungen abgeschlossen - die jetzt unnötig geworden sind.

Die Selbständigen sollen ihren Anspruch auf Krankengeld zum 1. August 2009 zurückerhalten, schreibt das Magazin impulse-gruenderzeit.de. Die entsprechende Regelung sei an die Arzneimittelnovelle angefügt worden, die ab August gelten soll. Bundestag und Bundesrat müssten dem Gesetzesentwurf noch zustimmen.

Problematisch für viele Selbständige: Seit 1. Januar 2009 müssten sie sich selbst um ihre Absicherung kümmern. Sie könnten bei ihrer Kasse einen Wahltarif zum Krankengeld abschließen oder sich um eine private Zusatzpolice bemühen.

Ulrich Oesingmann, Präsident des Bundesverbands der Freien Berufe, begrüße die gesetzliche Neuregelung zum Krankengeld: "Der alte gesetzliche Anspruch auf Krankengeld ist in der Regel für die Selbständigen wesentlich kostengünstiger als die Wahltarife".

Oesingmann sei der Meinung, dass der Gesetzgeber die Kassen verpflichten solle, die überbezahlten Beiträge zurückzuerstatten. Für Selbständige mit einer zwischenzeitlichen privaten Zusatzversicherung solle es zudem außerordentliche Kündigungsmöglichkeiten geben, damit sie zum 1. August 2009 wechseln können.

Versicherungsfreundliche Lösung angestrebt

Barmer-Sprecher Thorsten Jakob erklärt auf impulse-gruenderzeit.de: "Wer jetzt schon einen Wahltarif abgeschlossen hat, muss sich keine Gedanken machen. Wir werden eine versichertenfreundliche Lösung finden."

Bei der Barmer-Versicherung hätten sich rund 35.000 Selbständige für einen Wahltarif entschieden. Er solle nach bisheriger Planung am 31. Juli 2009 auslaufen. Danach könnten die Versicherten wählen, ob sie ihren alten gesetzlichen Krankengeldanspruch wiederhaben wollen. In diesem Fall müssten sie den allgemeinen Beitragssatz von 15,5 Prozent zahlen - oder sich für einen neu aufgelegten Wahltarif entscheiden.

Bis Ende 2008 konnten gesetzlich versicherte Selbständige einen Einkommensverlust im Krankheitsfall über ihre Kasse ausgleichen. Ab dem 43. Tag der Erkrankung zahlten die Kassen in der Regel 70 Prozent des täglichen Arbeitseinkommens als Krankengeld. Im Zuge der Gesundheitsreform hatte der Gesetzgeber diese Möglichkeit gestrichen. (uqrl)

impulse-gruenderzeit.de

(Bild: © Falko Matte - Fotolia.de)