Selbstständigkeit im Rentenalter: Was Sie wissen sollten!

Veröffentlicht am 5. Mai 2010 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Selbstständigkeit im Rentenalter: Was Sie wissen sollten!Das Rentner-Dasein ist nicht für jeden Menschen angenehm: Viele ältere Menschen wollen weiter arbeiten – am besten als eigener Chef. Was Rentner bei einer Neugründung wissen müssen, lesen Sie hier.

Viele Rentner gründeten aus blanker finanzieller Not, schreibt die Tageszeitung "Die Welt". Laut Christian Schmelcher von der Gründungsberatung mobil laute daher die wichtigste Frage für den gründungswilligen Rentner: "Geht es um finanzielle Absicherung oder um eine Beschäftigung aus Interesse?"

Vor- und Nachteile

Wer Geld verdienen muss, der mache sich besser in einem Bereich selbständig, in dem er schon früher gearbeitet hat, so Schmelcher: "Dann kennt man potenzielle Kunden und weiß, wie der Markt funktioniert." Stehe das Geld dagegen im Hintergrund, könnten Gründer leichter einer Leidenschaft nachgehen.

Der generelle Vorteil eines Ruheständlers sei seine Rente: Sie müssten daher nach einer Gründung nicht sofort schwarze Zahlen schreiben. Der Nachteil: Viele Förderinstrumente griffen nicht mehr für ältere Menschen.

Probleme bei Krediten

Beispielsweise sei die Arbeitsagentur nicht mehr zuständig für Ruheständler: Fördermittel wie der Gründungszuschuss könnten nicht in Anspruch genommen werden. Auch Darlehen aus dem Programm "ERP-Kapital für Gründungen" gebe es nur bis zum Alter von 62 Jahren.

Außerdem setzten Banken die Laufzeit eines Kredites meist sehr kurz an – wenn sie überhaupt einen Kredit bewilligten. Außerdem benötigten ältere Gründer oft nur Summen bis 10.000 Euro. Für die Banken böten solche Kleinstkredite aber nur geringe Gewinnmargen. Eine Alternative: das Mikrodarlehen oder das "StartGeld" der staatlichen KfW-Bank.

Monatlicher Zuverdienst

Weiterhin dürften Rentner vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter maximal 400 Euro im Monat dazuverdienen, so Renate Thiemann von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Wer einen höheren Zuverdienst oder Gewinn hat, erhalte nur eine Teilrente. Über 65-Jährige dürften so viel verdienen, wie sie möchten. Die Rente könne jedoch teilweise gepfändet werden, wenn die Gründung scheitert und Schulden entstehen.

Eigenkapitalbasis und Kooperationen

Ein anderes Problem liege der Initiative "Erfahrung ist Zukunft" zufolge im Alter des Gründers selbst: Ältere Gründer überschätzten manchmal ihre Kräfte: "Halte ich die nervlichen und körperlichen Belastungen aus?" Oder: "Was passiert, wenn ich krank werde?"

Daher sei es neben einer bestimmten Eigenkapitalbasis wichtig, mit einem anderen Selbständigen zu kooperieren. Er könne im Notfall einspringen. Jedoch zeige die Erfahrung, dass Teamgründungen im Alter schwierig sind: Die Bereitschaft zu kooperieren und zu kommunizieren, lasse bei vielen Älteren nach. (uqrl)

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(Bild: © iStockphoto.com)