Franchise- und Existenzgründer: Kennen Sie das deutsche Arbeitsrecht?

Veröffentlicht am 12. Februar 2009 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Gewährleistung und Garantie: Das sollten Sie wissen!Auf Existenzgründer, die sich mittels Franchising selbstständig machen, warten viele neue Herausforderungen. Eine davon ist häufig die neue Rolle als Chef und Arbeitgeber. Neben Management-Wissen sollten sich Gründer deshalb auch Know-how in Sachen deutsches Arbeitsrecht aneignen. Denn hier gibt es einige Klippen, die sich nur umschiffen lassen, wenn man sie kennt.

Ein wichtiger Punkt sind die Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Es sieht vor, dass Bewerber nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion, aufgrund ihres Alters, ihrer Weltanschauung, einer Behinderung oder ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt werden dürfen.

Die Formulierungen in Stellenausschreibungen und -anzeigen müssen daher immer die männliche und weibliche Bezeichnung enthalten oder geschlechtsneutral gefasst sein. Auch einschränkende Formulierungen bezüglich des Alters sind nicht erlaubt, selbst dann nicht, wenn sie umschrieben werden.

Der Bewerberkreis lässt sich jedoch eingrenzen, indem erforderliche Berufserfahrungen oder Qualifikationen genannt werden. Diese Vorgaben gelten auch für Vorstellungsgespräche. Bei Verstößen können Bewerber möglicherweise Schadensersatz oder Entschädigung geltend machen.

Für alle, die sich genauer mit diesem Thema befassen wollen, steht der Gesamttext des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes im Internet bereit.

Arbeitsrecht: Vorgänge schriftlich dokumentieren

Um möglichen Auseinandersetzungen mit Bewerbern vorzubeugen, sollten alle Vorstellungsgespräche und Absagen schriftlich dokumentiert werden. Darüber hinaus muss bei jeder Stelle, die besetzt werden soll, geprüft werden, ob weitere gesetzliche Vorschriften für die konkrete Tätigkeit vorliegen, zum Beispiel, ob Tarifverträge bestehen.

Im Arbeitsvertrag sollte eine genaue Aufgabenbeschreibung enthalten sein. Besonders auch formale Angaben wie der Zeitraum der Tätigkeit, Arbeitszeiten, der Arbeitsort, die Entlohnung, Urlaubsregelungen, Befristungen, Überstundenregelungen und Kündigungsfristen müssen genau gefasst werden und geltendem Recht entsprechen.

Arbeitsrecht: Bei Unsicherheiten Experten konsultieren

Auch mit den Themen Mutterschutz, Elternzeit und (Jugend-)Arbeitsschutz sollten sich Franchise-Gründer befassen. In vielen Fällen lohnt es sich da zu prüfen, ob für die Stelle Fördermittel zur Verfügung stehen. Darüber hinaus kann Zeitarbeit eine sinnvolle Option sein.

Da die meisten Anstellungsverhältnisse sozialversicherungspflichtig sind, sollte auch dieses Thema bedacht werden. Neben arbeitsrechtlichen sind zudem steuerrechtliche Fragen vor der Einstellung von Mitarbeitern zu klären.

Wer hier auf Nummer sicher gehen will, kann bei einfacheren Fällen auf Arbeitsvertragsvorlagen seriöser Anbieter zurückgreifen. Bei Unsicherheiten sollten jedoch die Dienste eines Experten für Arbeitsrecht in Anspruch genommen werden. Franchise-Gründer können zudem häufig auf die Unterstützung durch den Franchise-Geber setzen.

(Bild: © LaCatrina - Fotolia.de)