Meister werden und ausbilden: Aber wie?

Veröffentlicht am 30. November 2018 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Meister werden und ausbilden: Aber wie?


Das Handwerk in Deutschland blüht wieder auf. Der "Wirtschaftszweig von nebenan" ist für die deutsche Volkswirtschaft noch immer sehr wichtig. Und handwerkliche Berufe gewinnen wieder an Ansehen. Doch es braucht auch gute Ausbilder. Wer einen eigenen Handwerksbetrieb eröffnen und zeitgleich den Nachwuchs ausbilden möchte, braucht aber oftmals einen Meisterbrief. Doch dieser ist auch mit Kosten verbunden.

Kosten für Meisterschule meist nur über Finanzierung zu realisieren

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) konnte für 2017 gute Zahlen vorweisen. Insgesamt 20.495 bestandene Meisterprüfungen konnten im letzten Jahr vorgewiesen werden. Das sind zwar 3,6 Prozent weniger als 2016, nichtsdestotrotz aber erfreuliche Zahlen für das deutsche Handwerk.

Mit jeder bestandenen Meisterprüfung erhöht sich die Chance auf Gründung neuer handwerklicher Unternehmen.

Denn um einen eigenen Handwerksbetrieb zu eröffnen, braucht es in fast allen Fällen einen Meisterbrief. Erst dann sind Selbständigkeit und Ausbildung möglich. Aber der Schritt vom Handwerker zum Unternehmer ist kein kleiner. Und die Kosten können äußerst hoch ausfallen, variieren aber auch sehr stark.

Je nach Beruf und zuständiger Handwerkskammer ändern sich die einzelnen Kostenpunkte bzw. deren Höhe. Wer zum Beispiel seinen Meister im Friseurhandwerk machen möchte, muss mit Kosten zwischen 5.000 und 6.000 Euro rechnen. In einigen Berufszweigen können sich die Kosten gar auf einen zweistelligen Tausenderbetrag erhöhen.

Kostenpunkte einer Meisterausbildung

  • Prüfungsgebühren (4 Prüfungsteile mit Einzelkosten zwischen 150 und 340 Euro)
  • Lernmaterialien (werden meist nicht kostenfrei gestellt), dazu zählen auch Verbrauchsstoffe
  • Anmeldegebühren
  • Nebenkosten (Unterbringung, Fahrten, Verpflegung etc.)

Da wundert es nicht, dass viele nach bestandener Gesellenprüfung etwas länger nachdenken müssen, ob sich Mühe und Risiko – auch bzw. vor allem in finanzieller Hinsicht – für sie lohnen. Denn ohne Finanzierungshilfe kann diese Ausbildung kaum gemeistert werden.

EXTRA: Gründerplattform der KfW

Diese Hilfe können Meister-Azubis in Anspruch nehmen

Meisterschulen gibt es in Deutschland über 3.000. Das Weiterbildungsangebot in Deutschland ist in dieser Hinsicht nahezu einmalig. Doch die bereits erwähnten Kosten können zu einer Herausforderung werden. Glücklicherweise gibt es hierzulande mit dem Meister-BAföG die Möglichkeit, die eigene Meisterausbildung durch staatliche Zuschüsse zumindest in Teilen zu finanzieren. Bis zu 40 Prozent der Kosten können so gedeckt werden.

Doch oftmals reicht auch das nicht, weswegen zusätzlich zum Bundesdarlehen weitere finanzielle Hilfe gesucht werden muss. Günstige Kredite aus dem Internet oder auch die KfW sind hier oftmals die ersten Anlaufstellen und bieten den Vorteil, relativ geringe Bewilligungsanforderungen zu stellen.

Wie lange dies aber überhaupt noch notwendig sein wird, bleibt abzuwarten. Denn in gar nicht allzu ferner Zukunft könnte die Meisterausbildung sogar kostenlos werden. Erste konkrete Ansätze wurden in der Politik bereits in Niedersachsen getroffen.

Der Landtag hatte sich dort bereits Ende 2017 für eine kostenlose Meisterausbildung ausgesprochen. Ob sich dies langfristig, dann womöglich gar auf Bundesebene, realisieren lässt, bleibt aber abzuwarten.

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